Der Zusammenhalt im Dorf kommt beim Schönwälder Narrenabend richtig zum Tragen. Neben allen Gruppen des Dorfes mitsamt Musikverein konnte Narrenchef Christof Kammerer auch Abordnungen der Nußbacher Narren sowie der Stabhalterei Triberg begrüßen. Schon beim Einzug zeigte es sich – die Schönwälder Narren halten zusammen. Das starke Programm begann mit den Tänzen der jungen Hirtebuebe und der Weihermänner.

Als kleine Martina hält Martin Moser eine Büttenrede – auch wenn seine Augen langsam schlechter werden.
Als kleine Martina hält Martin Moser eine Büttenrede – auch wenn seine Augen langsam schlechter werden. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Danach traten die Junghexen mit einem beachtenswerten Tanz an, eine echte Premiere. Schon vorher hatten Los Amigos für Stimmung in der sehr gut gefüllten Uhrmacher-Ketterer-Halle gesorgt. Diese Knaller-Stimmung sollte den ganzen Abend über eher ansteigen als abflauen. Denn die Band nutzte vor allem die Umbau-Pausen – und der Gemeinderat mitsamt Partnern und der Bürgermeister mussten immer wieder herhalten.

Die "Schwarzen Witwen" der katholischen Frauengemeinschaft sehen harmloser aus, als sie sind.
Die "Schwarzen Witwen" der katholischen Frauengemeinschaft sehen harmloser aus, als sie sind. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Katrin Keck und Barbara Zipfel sorgten für etliche Lacher, indem sie bei „Kiosk und Toiletten geöffnet“ das fehlende Freibad ansprachen – öfter mal kam dabei auch der Anführer des Bauhofs ins Bild: „Weisch, Carmen, mir kenne au schwitze, ohne dass mer schaffe“, erklärte er dabei. Und immer wieder tauchte der Kuckuck aus seinem Nest auf, der an den Bürgermeister erinnerte. Viel einstecken musste der Bauhof – dafür wird er aber auch als verantwortlich bezeichnet, dass Daimler in Schönwald eine Teststrecke eröffnen will – für geländetaugliche SUVs. Auch die Eröffnung einer neuen Spezialwerkstatt sei auf seine Tätigkeit zurückzuführen: Stefanie Hummel konnte mit einer Stoßdämpferwerkstatt eine Marktlücke decken. Als Jamaikaner trat das Männerballett der Narrenzunft an. Die Tänzer nahmen die gescheiterte Jamaika-Koalition aufs Korn. Einmal mehr musste man erkennen, dass die Erznärrinnen der katholischen Frauengemeinschaft ein herber Verlust der Schönwälder Fasnet wären, wenn sie nicht auftreten würden.

Barbara Zipfel (von links) und Katrin Keck halten Kiosk und Toiletten am Freibad geöffnet – auch für Touristen.
Barbara Zipfel (von links) und Katrin Keck halten Kiosk und Toiletten am Freibad geöffnet – auch für Touristen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Sie legten mit ihrer maßlos übertriebenen Darstellung von „Schwarzen Witwen“ einen umjubelten Auftritt hin, bei dem sie ihren jeweiligen Ehegatten abwechslungsreich ins Jenseits verhalfen.

Einen sehr engagierten Tanz zeigen einmal mehr die Schönwälder Gardemädchen.
Einen sehr engagierten Tanz zeigen einmal mehr die Schönwälder Gardemädchen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Bei so viel krimineller Energie im Dorf wundert es kaum, dass auch Schönwald einen „Pozilei“-Posten erhält, der von den Weihermann-Polizistinnen Martina Faller, Christine Schätzle und Kommissarin Ursula Haberstroh betrieben wird. Sogar Günther Möckesch kam wegen der Befangenheit der Triberger Kollegen vorbei, um Anzeige wegen Wahlbetrugs zu erstatten. Martin Moser, diesmal nicht als Helene Fischer, sondern als kleine Martina Moser, sorgte für viele Lacher. Er nahm sich unter anderem auch die Schule vor. Doch ganz ohne eine musikalische Einlage ging es nicht: Einer der neuesten Fischer-Songs, „Flieger“, musste es sein. Am Ende kam gegen Mitternacht das große Finale – doch das große Narrenfest ging noch fröhlich weiter.

Das Männerballett der Hirtebuebe nimmt sich die Jamaika-Koalition tänzerisch vor.
Das Männerballett der Hirtebuebe nimmt sich die Jamaika-Koalition tänzerisch vor. | Bild: Hans-Jürgen Kommert