Mit Alphornklängen und ohrenbetäubendem Lärm ist in Schönwald das neue Jahr begrüßt worden.

Seit 1993 gibt es im Kurort das Neujahrsschießen, durchgeführt von den Böllerschützen. Schussmeister Dietmar Kuner und der Vorsitzende des Schützenvereins, Rudi Schätzle, klärten die rund 200 Besucher darüber auf, dass man damals nur eine Tradition wieder habe aufleben lassen.

Denn vor den Weltkriegen habe man auf der Ochsenhöhe mit einer Kanone das neue Jahr begrüßt. Wo diese letztlich geblieben sei, wisse keiner genau. Doch seit nunmehr 25 Jahren laden die Böllerschützen alle, die sich von einer oftmals sehr kurzen Nacht erholt haben, ans Wirtehäusle in Schönwald ein.

Rechtzeitig zu Beginn des Schießens hatte das Wetter umgeschwenkt, es war zwar kalt und windig, aber trocken — und ab und zu erblickte man tatsächlich die Sonne über dem Landschaftsgarten. Gut 200 Besucher versammelten sich um Jagertee, Glühwein, Hefe- und Nusszopf sowie weitere Leckereien, die die Frauen der Schützen anboten. Neben dem Vorsitzenden des Schützenvereins, Rudi Schätzle, begrüßte auch Bürgermeister Christian Wörpel die vielen Besucher und wünschte ihnen ein gesegnetes Jahr 2018.

Bildunterschrift
Bildunterschrift

Bevor es richtig laut wurde, lösten sich vier gestandene Männer aus den Reihen der Schützen und holten etwas ganz anderes hervor, ihre Alphörner. Bruno Baier, der auch für große Teile der Schaftböller zuständig zeichnet, führt die Gruppe der Alphornbläser, die zum Auftakt ein Ständchen spielten.

Anschließend ging es mit den Handböllern und den „Pranger-Stutzen“ oder Schaftböllern, die von Kaliber 14 bis 30 Millimeter reichen, in den Landschaftspark. Die Böller werden alle manuell hergestellt und der Schaft wird reich verziert. „Jeder Schaftböller ist ein Einzelstück, das Gewicht beträgt zwischen 25 und 30 Kilogramm“, war zu erfahren. Selbstverständlich besitzen alle ein Unbedenklichkeitszertifikat.

Mit Donnerknall und Pulverdampf sowie mit Alphornklängen empfangen die Schönwälder das neue Jahr. Bilder: Hans-Jürgen Kommert
Mit Donnerknall und Pulverdampf sowie mit Alphornklängen empfangen die Schönwälder das neue Jahr. Bilder: Hans-Jürgen Kommert

Mit zehn Schaft- und Handböllern sowie zwei Kanonen ging es in den Landschaftsgarten — die Böllerkameraden voraus, die Zuschauer begeistert hinterher. Auf der noch immer leicht verschneiten Wiese angekommen, wurde das neue Jahr zünftig begrüßt. Ob nun langsames Einzelböllern oder der Salut zu Ehren des neuen Jahres — alle Gäste waren mehr als nur begeistert. Die Gäste konnten das Spektakel aus sicherer Entfernung erleben und erfreuten sich an den unglaublich lauten Donnerschlägen, die den Ort und die Umgebung erbeben ließen. In unterschiedlicher Reihenfolge der Schussabgabe und variablen Geschwindigkeiten begrüßten die Schützen das neue Jahr.