Stefan Weiß als Sprecher der Vorstands-Doppelspitze, gab einen kurzen Rückblick über das Vorjahr. „Normalerweise habe ich in den letzten Jahren aus bäuerlicher Sicht immer über schwierige Verhältnisse gesprochen“, meinte er. Das sei im vergangenen Jahr anders gewesen. Es sei durchaus zufriedenstellend verlaufen. Im Frühjahr sei ein erster Schnitt erfolgt, der zwar nicht allzu viel Ertrag brachte, aber eine sehr gute Qualität aufwies. Des Weiteren habe man in der Folge eine tolle Qualität und ein tolles Heu ernten können, wenn man ein wenig Glück mit dem Wetter hatte, so Weiß. Der zweite Schnitt sei gut gewesen und der dritte Aufwuchs habe ein „Wahnsinns-Wachstum“ gebracht und man habe ihn auch noch gut einbringen können. Selbst die Weideverhältnisse seien ordentlich gewesen. Die Niederschläge im Herbst und der Schnee hätten zusammen mit den Stürmen für Schneebruch und Sturmholz gesorgt. Doch die Vermarktungspreise seien sehr ordentlich. Zudem seien die Grundwasserreserven recht ordentlich.

Wieder einmal mahnte er die Impfung der Kälber gegen die Blauzungenkrankheit an. Diese sei aus Richtung Frankreich auf dem Vormarsch. Ob man impfe, sei natürlich jedem Betrieb selbst überlassen, wer allerdings Kälber auch Richtung Norden verkaufen wolle, komme nicht darum herum.

Eine schlechte und eine gute Nachricht legte er ebenfalls vor: Edgar Schwer gebe seine Tätigkeit als Schriftführer ab, doch mit Andreas Kuner habe man einen Nachfolger gefunden, der das Amt kommissarisch belegen werde.

Ludwig Dieterle konnte in diesem Jahr eine schwarze Null für die Kasse vermelden. Geführt sei diese aber bestens, zeigte Prüfer Anton Kienzler auf. Bürgermeister Christian Wörpel betonte bei der Entlastung des Vorstands, wie wichtig ihm und dem Gemeinderat ein guter Draht zur Landwirtschaft sei, denn diese seien es, die die schöne Landschaft erhalten.

Mit diesem Gerät wird der Gehalt von eingefrorenem und wieder aufgetautem Kolostrum gemessen, erklärt Tierarzt Ingo Schulte den Rinderzüchtern.
Mit diesem Gerät wird der Gehalt von eingefrorenem und wieder aufgetautem Kolostrum gemessen, erklärt Tierarzt Ingo Schulte den Rinderzüchtern.

Zwei Referate standen auf der Tagesordnung: Zum einen war da der Tierarzt Ingo Schulte im Walde aus Königsfeld, der das Thema Kälberaufzucht behandelte und darüber aufklärte, weshalb es so wichtig ist, dem neugeborenen Kalb so schnell als möglich mindestens drei Liter Kolostral- oder Biestmilch zu verabreichen. Innerhalb der ersten ein bis sechs Stunden nach der Geburt könne die im Kolostrum enthaltenen Antikörper am besten die Darm-Blut-Schranke passieren. Nach der Geburt weise das Kalb keinerlei Antikörper auf, weil diese nicht durch das mütterliche Blut in die Plazenta vordringen könnten. Bereits nach zwölf Stunden seien es nur mehr 50 Prozent Aufnahmefähigkeit des „flüssigen Goldes“ und nach 24 Stunden sei diese erloschen. Sollte das Kalb einen schwachen Saugreflex haben, könne man auch Drenchen, indem man das Kolostrum mit einer entsprechenden Vorrichtung direkt in den Labmagen einbringt. Weitere Tipps bezogen sich auf die Hauptkrankheiten Durchfall und Kälbergrippe.

BLHV-Vizepräsident Bernhad Bolkart rechtfertigte die Neuberechnung des Mitgliederbeitrags, die nur in den allerwenigsten Fällen zu einem Mehrbeitrag führe. Wichtig war ihm, dass die Landwirte möglichst zahlreich zu den Infoveranstaltungen zum Thema FFH-Ausweisung gehen. Die in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst ausgewiesenen FFH-Flächen (Fauna-Flora-Habitate) und Vogelschutzgebiete unterlägen diesen Plänen. Er erinnerte daran, dass bei der erstmaligen Ausweisung der FFH-Gebiete deutlich gesagt worden war, jeder Landwirt könne so weiterwirtschaften wie bisher. Heute sehe das anders aus. Mehr oder weniger heimlich habe ein Erst-Monitoring um das Jahr 2004 stattgefunden, ohne dass die Betroffenen informiert worden seien, mit teils haarsträubenden Folgen. Ein erneutes Monitoring sei in den letzten Jahren erfolgt. Die Wiesen lebten davon, dass sie gemäht und bewirtschaftet werden.

Das Erhaltungsgebot oder gar das Wiederherstellungsgebot stehe als Obrigkeitsdiktat berechtigt in der Kritik. Dies Ganze sei nicht nachvollziehbar, daher freue er sich über Diskussionen, in denen die Landwirte den Umweltschützern sachlich Paroli böten.