Einen seltenen Gast hatten die Mitglieder des Schönwälder Gemeinderats in ihrer Sitzung: Am Ratstisch hatte sich Landrat Sven Hinterseh eingefunden. Zuvor war er mit dem Bürgermeister und einigen Mitgliedern des Gemeinderats im Ort unterwegs gewesen. Er sei bereits seit 15 Uhr im Ort und von Bürgermeister Christian Wörpel sowie den Gemeinderatsmitgliedern Marianne Kätsch-Jung (FLS), Sebastian Duffner (SPD) und Adalbert Oehler (CDU) begleitet worden.

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Dabei habe er auch den Loipenzentrum mit dem erweiterten Schießstand angeschaut. Zu diesem Leuchtturmprojekt habe auch der Landkreis 100 000 Euro beigesteuert. Altbürgermeister und Skiclub-Vorsitzender Hans-Georg Schmidt, der Skiclub-Ehrenvorsitzende Hans Göppert und Günter Faller hatten dem Landrat die Besonderheiten der erweiterten Schießanlage erläutert.

Rege Zusammenarbeit

Anschließend habe man in einem weiteren tollen Projekt Kaffee getrunken, im Hofcafé „Näbbe Duss“. Er sei immer wieder mal in Schönwald, erklärte der Landrat, mit der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister verbinde ihn eine rege und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Immer wieder suche er die Städte und Gemeinden des Landkreises auf, um den Austausch zu aktuellen Themen zu sichern.

Die Elektrifizierung der Höllentalbahn sei vordringlich gewesen. Sie geht demnächst in Betrieb.
Die Elektrifizierung der Höllentalbahn sei vordringlich gewesen. Sie geht demnächst in Betrieb. | Bild: Kremenkow

Noch, so Hinterseh, herrschten im Schwarzwald-Baar-Kreis gute Zeiten, in denen positive Entwicklungen das Geld für nötige Investitionen erbrächten.

  • Zweckverband: Sven Hinterseh verwies explizit auf den Zweckverband Breitband: „In einem Landkreis mit mehr als 1000 Quadratkilometern Fläche ist es nicht einfach, eine Breitbandversorgung bis zum letzten Hof zu schultern. Deshalb haben wir 2014 nach reiflicher Überlegung den Zweckverband gegründet, an dem alle Gemeinden des Kreises beteiligt sind. Die Finanzen dafür unterliegen enormer Regulierung seitens Land und Bund, dennoch haben wir bereits einiges geschafft, bereits rund 20 Millionen Euro haben wir verbaut. Allerdings werden wir noch mindestens fünf Jahr brauchen, bis wirklich alles angeschlossen ist“, räumte der Landrat ein.
  • Komplizierte Förderung: Etwas ausgebremst wurde der Zweckverband durch den Einstieg des Bundes in die Förderung, da es galt, die Systematik zu verstehen, wann Bundes- und Landesförderung möglich sei.
  • Anschluss drängt: Im kommenden Frühjahr werde der Lückenschluss des kreiseigenen Backbone-Netzes nach Schönwald erfolgen, versprach er – danach könnten die „weißen Flecken“ geschlossen werden mit einer sehr hohen Förderquote. Das werde sehr dringlich, erklärte im Hans-Peter Schwer, da die Telekom dabei sei, die Außenbereiche komplett abzuhängen. Als echtes Problem sehe er dabei die Baufirmen und die Planungsbüros, die derzeit an absoluten Kapazitätsgrenzen angelangt seien, sagte der Landrat.
  • Schulen: Ein weiteres Ziel sei die Modernisierung der kreiseigenen Schulen, zu denen auch die Kleinschule auf der Katharinenhöhe gehöre. „Ich denke, wir haben das Gros unserer kreiseigenen Schulen auf einen sehr guten Stand gebracht“, so der Landrat.
  • Tourismus: Dazu unterstütze der Kreis auch den Tourismus, zuletzt habe man gemeinsam mit den Kommunen die Gästekarte „Drei-Welten-Card“ und die Hüttenkonzeption auf den Weg gebracht und sich beim Fernwanderweg „WasserWeltenSteig“ engagiert. Auch die Gemeinden würden unterstützt – dabei sprach Hinterseh die interkommunale Wasserversorgung an.
  • Höllentalbahn: Des Weiteren sei ihm die Weiterentwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) wichtig. Das neue Konzept sei keine „unverbindliche Absichtserklärung“, vielmehr solle es in den nächsten Jahren konsequent umgesetzt werden. Vordringlich sei derzeit die Elektrifizierung der Höllentalbahn gewesen – „originär eigentlich eine Sache des Bundes“. Demnächst gehe diese in Betrieb.
  • Busse: Zusätzlich werde es bald durchgehende Verbindungen auch im Busverkehr geben, beispielsweise zum Anschluss an den Ringzug nach St. Georgen, aber auch kreisübergreifend. So sei der Panoramabus seinerzeit eine Idee von ihm gewesen, die zunächst leider am Thurner geendet habe, nun aber weiter nach Titisee-Neustadt führe. Mit Einführung des neuen Nahverkehrsplanes werde sich vieles verbessern.
  • Ortenau-Anschluss: Adalbert Oehler (CDU) sah die Förderung des ÖPNV als dringend nötig an – bisher werde der Westkreis da immer etwas stiefmütterlich behandelt. Man dringe dabei auch zu einem Anschluss an den Ortenaukreis – das könne keine Rieseninvestition sein, da die Infrastruktur vorliege.
  • Motorrad-Blitzer: Am Herzen liege ihm auch der Motorrad-Lärm, sagte Oehler. Dass diese nicht über Radar erfasst werden, werde reichlich ausgenutzt. „Der Gesetzgeber hätte das in der Hand“, erklärte ihm der Landrat. Allerdings gebe es Bestrebungen, neue Radargeräte zu installieren, die ein Foto auch von hinten machten, was zumindest die Erfassung ermögliche.
  • Radwege: Auch die Radwegeplanung in Richtung St. Georgen müsse voran getrieben werden, betont Oehler. Er sei ein großer Fan der Lückenschlüsse und es existiere bereits ein Radwegeplan. „Allerdings ist der Landkreis nur zuständig für die Kreisstraßen. Zudem muss man sich wohl von der Vorstellung lösen, dass Radwege direkt neben der Straße liegen“, sagte Hinterseh.
  • Schulbusse: Markus Fehrenbach (CDU) sah das Problem völlig überfüllter Schulbusse. Das ist laut Landrat Hinterseh kaum in den Griff zu bekommen. Wenn man kurz hintereinander mehrere Busse fahren ließe, sei nur der letzte sehr voll, merkte der Landrat an.