Ins Tenn, also in die Scheune des nach dem verheerenden Brand im Januar 2006 wieder aufgebauten Reinertonishofs, hatte der Heimatverein Schönwald zum Heimatabend eingeladen. Moderiert durch den Vorsitzenden Alexander Zimmermann, zeigten die Mitglieder ihre Trachten, dazu Tänze und Handwerkskünste vergangener Zeiten.

Sabrina Haberstroh glättet die geflochtenen Strohbänder.
Sabrina Haberstroh glättet die geflochtenen Strohbänder. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Das Strohflechten, vormals eine Besonderheit der Raumschaft Triberg, die dereinst durch Obervogt Huber, den Vertreter der vorderösterreichischen Obrigkeit, per Dekret eingeführt wurde, wurde den Besuchern im Rahmen eines Z’Liechtgang durch Michelle Rütschle, Lisa Hettich und Sabrina Haberstroh nahe gebracht. Beim Z’Liechtgang handelte es sich um ein Zusammentreffen mit Nachbarn auf jeweils wechselnden Höfen in der Winterzeit. Heizen und Licht waren teuer – und so musste jeweils nur eine Stube beheizt werden und man konnte sich austauschen und daneben werkeln.

Karl-Heinz Wintermantel am Schindelbock – Geschick im Umgang mit dem Werkzeug ist hier Grundvoraussetzung.
Karl-Heinz Wintermantel am Schindelbock – Geschick im Umgang mit dem Werkzeug ist hier Grundvoraussetzung. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Auch das anstrengende Schindelmachen am Schindelbock wurde von Karl-Heinz Wintermantel demonstriert. Eine wichtige Tätigkeit der früheren Hausfrau war auch das Buttermachen, das von Monika Junghanns vorgeführt wurde – zur Freude der Besucher, die am Ende der Veranstaltung ein Butterbrot mit dieser frischen Butter verkosten durften.

„Der Strohzylinder wie auch der Rest der Tracht zeigt viele Dinge an“, klärte Christine Zimmermann auf. Zum einen den mehr oder weniger großen Wohlstand des Ehemannes, aber auch die Religionszugehörigkeit – die katholische Tracht ist farbenfroher als die evangelische, oder den Familienstand als solchen. Was die Tracht nicht anzeige, sei eine Schwangerschaft. „Der Rock ist sehr weit und wird durch eine Schleife gehalten, kann also wachsendem Leibesumfang angepasst werden“, schmunzelte Christine Zimmermann.

Monika Junghanns hat sich die schwerste Aufgabe aufgebürdet – Buttermachen ist harte Arbeit.
Monika Junghanns hat sich die schwerste Aufgabe aufgebürdet – Buttermachen ist harte Arbeit. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Auch wie der Kopfschmuck Schäppel – abgeleitet vom französischen Chapeau – der jungen Mädchen entsteht, erklärte sie, dazu auch, dass das eine schwierige und langwierige Arbeit ist. „Man braucht rund 150 Stunden für einen Schäppel“, so Zimmermann. Der katholische Schäppel sei der Brautkrone Mariens nachempfunden und wurde von den jungen Mädchen an Sonn- und Feiertagen getragen bis zur Hochzeit. Bei den evangelischen Trachten war der teils riesige Schäppel lediglich Brautkrone.

Es wurde auch gesungen und getanzt im Reinertonishof. Verschiedenste Tänze wie die Lange Reihe oder die Sternpolka führten die Tänzer vor, die von Ursula Haberstroh in der Tanzkunst unterrichtet werden. Dazu spielte Andreas Reiner die passende Melodie auf dem Akkordeon. Am Ende des Abends bot Marianne Duffner den Besuchern Gelegenheit, das museal eingerichtete Haus zu besichtigen.