Zu einem Treffen mit den Kandidaten hatte die Freie Liste Schönwald eingeladen, ins Hofcafé „Näbbe Duss“ zu Judith und Dieter Dold. Der Erfolg dürfte auch die Kandidaten überrascht haben. Klein, aber durchaus fein, so präsentiert sich die Liste mit nur sechs Bewerbern, die sich zunächst im restlos gefüllten Hofcafé vorstellten.

Gegenwind für die Kandidaten

Bei der Gesprächsrunde blies den Kandidaten allerdings Gegenwind ins Gesicht. Schuld daran war zunächst eine Entscheidung im letzten Drittel der Wahlperiode, als man dafür stimmte, aus dem ehemaligen Wehrle-Areal einen schmucken Dorfplatz zu machen – ohne Parkplätze.

Fußweg von 200 Metern

Schon anlässlich der Entscheidung, das gemeindeeigene Parkdeck auf der (privaten) Tiefgarage zu den wichtigen Parkplätzen zu erheben, war es seinerzeit zu Debatten gekommen. Keiner habe letztlich erwartet, dass es so wenige Plätze würden, waren sich einige der Anwesenden einig. Dabei geht es um einen Fußweg von rund 200 Metern.

„Mensch ist ein Gewohnheitstier“

Kandidat Bernd Gehring sah das etwas anders: Da das Tempo auf der Hauptstraße auf 30 Stundenkilometer gedrosselt sei, dürfe man für kurze Erledigungen auf der Straße parken. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagte das aktuelle Ratsmitglied Dirk Fehrenbach, „nicht bereit, ein wenig von diesen Gewohnheiten abzuweichen. Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, um aus dem Areal eine attraktive Dorfmitte zu gestalten“, klärte er auf.

Parkdeck wird im Winter kaum geräumt

Marianne Kätsch-Jung wusste, dass die von außen kommenden Besucher immer wieder auf die vielen vorhandenen Parkmöglichkeiten verweisen. „Vielleicht sieht man die Situation anders, wenn man von außen in den Ort kommt“, meinte sie. Einer der Besucher wies allerdings darauf hin, dass das Parkdeck im Winter entweder gar nicht oder nur wenig geräumt werde. Das notierten sich nicht nur die Bewerber, sondern auch Bürgermeister Christian Wörpel, der sich ansonsten völlig aus der Diskussion heraushielt.

„Dorf ohne Fenster“?

Auf das früher „Dorf ohne Fenster“ genannte Phänomen der heruntergelassenen Rollläden an den einstigen Ferienwohnungen wies ein anderer Besucher hin. Was man dagegen unternehmen wolle? „Enteignung kommt nicht infrage“, wurde ihm auf entsprechende Ideen hin beschieden. Hans Göppert, ehemaliges Ratsmitglied und Ehrenbürger, erklärte, dass in dieser Hinsicht schon einiges geschehen sei und dass leider bei einer Fragebogenaktion nur wenig Rücklauf gekommen sei.

Ortskern-Sanierungsprogramm lockt mit Zuschüssen

Sein Sohn, Ratsmitglied und Kandidat Johannes Göppert, zeigte auf, dass im Zuge des Ortskern-Sanierungsprogramms Mittel in Aussicht stünden, allerdings werde praktisch nichts getan. Dennoch hätte sich wohl der eine oder andere entschlossen, Mini-Wohnungen zu einer vernünftigen Wohnung zusammenzuschließen.

Bessere Nahverkehrsanbindung nötig

Allerdings seien auch etliche Studenten aus Furtwangen glücklich darüber, bezahlbare Wohnungen in erreichbarer Nähe zu bekommen. In diesem Zusammenhang wurde auch für eine Verbesserung in Sachen Nahverkehrsanbindung plädiert. Viele junge Familien suchten Bauplätze im Dorf, daher habe der Gemeinderat Bauplätze am Sommerberg beschlossen.

Visionen für die Gemeinde sind rar

Heiko Ganter stellte in diesem Zusammenhang fest, dass ihm ein wenig „die Visionen“ fehlen. „Wohin soll die Reise für Schönwald gehen?“, fragte er provokant. Von den Kindern ging es zur Jugend, „was tut Ihr, um die jungen Menschen nach der Ausbildung wieder zurück zu holen?“, fragte eine Besucherin. Auch die Beziehungen zur Partnerstadt wurden kurz thematisiert. Hier geschehe zu wenig, so ein Mitglied des Partnerschaftskomitees.

Auch junge Leute wissen Schönwald zu schätzen

Als gutes Schlusswort sah Göppert die Antwort von Dieter Dold: „Das liegt vor allem an den Eltern und der Erziehung, wenn es durch den Beruf möglich ist“, betonte dieser. Er selbst habe drei Kinder, wohne nun wirklich nicht im Ortskern, dennoch seien seine Kinder nach der Ausbildung wieder daheim. „Meine Frau wollte einst auch nach London und in die weite Welt, heute lebt sie näbbe duss“, erklärte er.

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