Betroffen und erschüttert reagiert die Bevölkerung Schönwalds auf das Unglück am Samstag. Ausgelöst durch Tauwetter hatte sich an einem Wohngebäude eine Dachlawine gelöst. Ein achtjähriges Mädchen wurde verschüttet und lebensgefährlich verletzt.

Gesundheitszustand ist unklar

Die Familie stamme zwar aus Frankreich, lebe jedoch zeitweise hier und sei Eigentümer einer der Doppelhaushälften, wie Bürgermeisterstellvertreter Adalbert Oehler im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. Schönwald nehme an dem tragischen Unglücksfall Anteil, wünsche der betroffenen Familie alles Gute, schließlich sei sie ein Teil der Dorfgemeinschaft.

Wie es dem Mädchen derzeit geht, kann die Polizei nicht sagen. Sie wird vom Krankenhaus nur informiert, wenn es stirbt. Daher ist es laut Popp ein gutes Zeichen, dass es derzeit nichts Neues gibt.

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Passanten waren nicht gefährdet

Nicht automatisch jeder vorbeieilende Bürger sei am Samstag im Übrigen gefährdet gewesen, fährt Oheler fort. Er vertritt den sich derzeit im Skiurlaub befindlichen Bürgermeister Christian Wörpel.

Das Haus stehe einige Meter zurückgesetzt im „Bachwinkel“, wie diese Ecke im Volksmund genannt wird. Der Weg vor dem Haus wurde vom Besitzer vom Schnee wohl befreit.

Die meisten Gebäude haben Schneestopper

Oehler hofft, dass der eine oder andere Hausbesitzer nach diesem Ereignis sicher etwas besorgter in Richtung seines Daches schauen wird, schließlich seien auf den Dächern des ganzen Ortes dicke Schneehauben zu sehen, auch Eiszapfen könnten bei Tauwetter herunterfallen und Personen zum Verhängnis werden.

Bei einem Rundgang durch den Ort habe er am Montagmorgen zwar festgestellt, dass etwa 90 Prozent der Gebäude im Ort mit Schneefanggittern oder Schneestoppern versehen seien. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es jedoch nie.

Schneelast nicht unterschätzen

Wie Hauptamtsleiter Andreas Herdner auf Nachfrage einräumte, sei in der Streusatzung der Gemeinde auch nicht vorgeschrieben, dass man Schneefanggitter auf den Dächern anbringen muss. Das werde seitens der Gemeinde auch nicht kontrolliert.

Herdner wies jedoch ebenfalls darauf hin, dass man die Schneelast, schon gar nicht, wenn es reingeregnet hat, unterschätzen dürfe. Man könne nicht immer verhindern, dass sich der Schnee unkontrolliert in Bewegung setzt.

Polizei prüft Schuldfrage

Im konkreten Fall will die Polizei nun durch Ermittlungen herausfinden, ob es einen Verantwortlichen für das Unglück gibt. Wie Dieter Popp vom Polizeipräsidium Tuttlingen mitteilt, werde geprüft, ob man dem Hausbesitzer oder einem Vermieter, der für das Gebäude verantwortlich zeichnet, einen Vorwurf machen könne, dass er die Sicherungspflichten nicht eingehalten hat.

Der Zuständige müsse nämlich dafür Sorge tragen, dass niemandem etwas passieren kann. Einem möglichen Schuldigen drohe ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, im Ernstfall, sofern das Kind stirbt, wegen fahrlässiger Tötung.

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