Der Zunftabend der Schönwälder Hirtebue ist längst ein Abend aller Narren des Dorfes – aber eben organisiert von der örtlichen Narrenzunft. Neben allen Gruppen im Ort samt Musikverein konnte Christof Kammerer auch Abordnungen der Nußbacher Narren, der Burghex Tryberg sowie der Stabhalterei Triberg begrüßen. Sogar ein Sulgemer hatte sich im Häs in die Uhrmacher-Ketterer-Halle verirrt.

Einen sehr engagierten Tanz zeigen einmal mehr die Junghexen. Bilder: Hans-Jürgen Kommert
Einen sehr engagierten Tanz zeigen einmal mehr die Junghexen. Bilder: Hans-Jürgen Kommert | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Das starke Programm begann mit dem Brauchtum – den Tänzen der jungen Hirtebuebe und der Weihermänner. Danach zeigten die Junghexen einen echten Kracher zu einer rockigen Version von „Under my Umbrella“. Schon vorab hatten die „Los Amigos“ für Stimmung in der sehr gut gefüllten Uhrmacher-Ketterer-Halle gesorgt. Die Stimmung sollte sich den Abend über sogar noch steigern. Die Band nutzte vor allem die Umbau-Pausen. Gemeinderäte samt Partnern und der Bürgermeister mussten immer wieder herhalten, natürlich freiwillig.

Für einen Lacher nach dem anderen sorgt die Katholische Frauengemeinschaft bei Dr. Bold im Scheewald.
Für einen Lacher nach dem anderen sorgt die Katholische Frauengemeinschaft bei Dr. Bold im Scheewald. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Einmal mehr musste man erkennen, dass die Närrinnen der Katholischen Frauengemeinschaft ein wirklich herber Verlust bei der Schönwälder Fasnet wären. Sie legten mit ihrer maßlos übertriebenen Darstellung von der Sprechstunde beim „Schönwälder Mediziner Dienstleistungen, Tiermedizin, Nikolausservice und weitere Dienste“ einen umjubelten Auftritt hin, bei dem sie wieder einmal für unglaubliche Komik sorgten – das Publikum tobte, als die Fachangestellte Anja Maier einer Patientin erklärte, warum der verschluckte Euro in zwei 50-Cent-Stücken den natürlichen Weg gefunden hatte – die Wechseljahre seien schuld. Danach sorgten die „Schnee-Schieber-Boys“ der Zunft tänzerisch für „Schneechaos“ auf der Bühne – und anschließend davor.

Die Narrenzunft beschäftigt sich mit Baustellen im Ort und zum Schluss findet sie sogar die mumifizierte Ur-Kuckucksuhr.
Die Narrenzunft beschäftigt sich mit Baustellen im Ort und zum Schluss findet sie sogar die mumifizierte Ur-Kuckucksuhr. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Wohnungen im Belle Flair verkauften die Weihermänner an Promis – so wollte „Frau Merkel“ eine für ihren Ruhestand, weil sie sich die Mieten in Berlin nicht leisten kann, Horst Seehofer wollte praktisch Asyl. Die Narrenzunft selbst zeigte, dass der Bauleiter des Berliner Flughafens, Bolle Bringtnichtszustand, der geeignete Mann auch für Schönwald ist. Der Kapo des Bauhofs sorgte dafür, dass die Baustellen nicht zu schnell voran kämen, das gäbe doch sonst nur Pfusch.

Narren finden Ur-Kuckucksuhr

Und dann plötzlich der absolute Fund an der Kirche – die Ur-Kuckucksuhr. Da war natürlich klar, was als Anziehungspunkt auf den künftigen Dorfplatz muss: Ein Mausoleum für die mumifizierte Uhr. Die arg dezimierte Garde zeigte im Anschluss einen engagierten Tanz mit einer tollen Choreografie.

De „kleine Martin“ (Moser) legt den Finger in viele Wunden des Kurorts. Anschließend schlüpft er in seine Paraderolle: Als Helene Fischer sorgt er immer wieder für Begeisterung.
De „kleine Martin“ (Moser) legt den Finger in viele Wunden des Kurorts. Anschließend schlüpft er in seine Paraderolle: Als Helene Fischer sorgt er immer wieder für Begeisterung. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Martin Moser, anfangs nicht als Helene Fischer, sondern als der kleine Martin Moser sorgte für viele Lacher, nahm er sich unter anderem doch auch Gemeinderat und Bürgermeister vor. Und – die Handwerker. Er habe immer gedacht, dass Elektromeister Rudi Schwer den Blitz auf dem Auto hat, weil er besonders schnell sei. Über die neue Schreibweise „Googlehupf“ machte er sich lustig – und auch die Parkplatznot an der Kirche – müsse man doch künftig volle 300 Meter laufen – zweimal im Monat. Doch ganz ohne eine musikalische Einlage ging es dann doch nicht: Einer der neueren Fischer-Songs, „Nur mit Dir“, musste es sein.

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Von "Scheewald" nach Bollywood

Den Schlusspunkt des Programms setzte die Narrenzunft mit einem tollen Showtanz: „Bollywood“ lässt erahnen, dass es sie nach Indien zog – im „Scheewald“ versorgten sie sich mit „Buddha-Brot“, wie Stefanie Hummel mitteilte. Am Ende kam gegen Mitternacht das große Finale – doch unbestätigten Berichten zufolge soll der Narrenabend noch Stunden gedauert haben, unter anderem sollen die Bars Mittelpunkt gewesen sein.