Das Baugebiet „Sommerberg“ hat der Gemeinderat Schönwald weiter vorangebracht. Im September 2017 hatte der Gemeinderat den Kauf einer landwirtschaftlichen Grünfläche oberhalb der Richard-Dorer-Grundschule beschlossen, um das Baugebiet auszuweisen. In der Gemeinde bestehe eine anhaltend große Nachfrage nach Bauland aus dem Kreisen junger Familien aus den Ort, so die Begründung von Bürgermeister Christian Wörpel. Um Abwanderungsgedanken entgegen zu wirken, solle deshalb zeitnah ein neues Wohngebiet entwickelt werden.

Am Ortsrand und dennoch nahe des Zentrums liegt das neue Baugebiet „Sommerberg“, das noch im Dezember 2017 konzeptioniert wurde. Aufgrund der Nähe zu Kindergarten und Schule und der Südhanglage sei das künftige Wohngebiet mit zunächst 14 vorgesehenen Bauplätzen für Einfamilien- oder Doppelhäuser für eine wohnbauliche Entwicklung geeignet, befand man.

Am 6. März wurde der Offenlagebeschluss gefasst. Es bestand Einigkeit, dass der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung, ohne Eingriffsbilanzierung und ohne frühzeitige Beteiligung aufgestellt wird.

Die Umweltbelange wurden durch das Büro Faktorgrün in Form eines Umweltbeitrags behandelt. Das 1,1 Hektar große Baugebiet liegt im unbeplanten Außenbereich. Auf die Überplanung einer vorhandenen Entwicklungsfläche von 1,2 Hektar am südlichen Ortsrand wird verzichtet, der Flächentausch soll als punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans wegen des dringlichen Bedarfs später vollzogen werden.

Vom 23. März bis zum 27. April stand die Bürger- und Behördenbeteiligung an. Es gab zahlreiche Stellungnahmen. Unter anderem wollte die Abfallbehörde des Landkreises einen Wendehammer mit einem Durchmesser von 21 Metern – was die Städteplaner ablehnten, da dies aufgrund der Topografie nicht machbar sei – mit dem Amt wurde ein Kompromiss geschlossen.

Eigentlich ebenfalls abgelehnt wurde die Dachbegrünung, die von diversen Naturschutzvereinigungen gewünscht wurde. Doch dazu hatte Gemeinderat Johannes Göppert (FWV) eine eigene Meinung, in der er von seinem Kollegen Clemens Herrmann (CDU) vehement unterstützt wurde: Aufgrund der Lage unterhalb des Franzosenheims sehe er es kritisch, wenn man von oben auf nackte Flächen schaue. Daher plädiere er dafür, dass Flachdächer mit einer Neigung von bis zu 15 Grad begrünt werden sollten. Normalerweise seien zwar relativ steile Satteldächer vorgeschrieben, dennoch könne die ein oder andere Fertiggarage kommen.

In die Diskussion griff Stefan Läufer von der FSP Stadtplanung ein. Er sagte, dass eine Dachbegrünung durchaus sinnvoll sei. Letztlich einigte sich das Gremium darauf, dass eine Begrünung der Flachdächer bis 15 Grad Neigung bis zu einer Fläche von 18 Quadratmetern wünschenswert, darüber aber vorgeschrieben ist. Mit dieser Änderung wurde nach Abwägung der öffentlichen und privaten Belange der Satzungsbeschluss gefasst bei einer Enthaltung.

Der Gemeinderat beschloss den Bebauungsplan sowie die für den Bebauungsplan aufgestellten örtlichen Bauvorschriften jeweils als Satzung.

Unübersichtlich wurde es für die Zuhörer im Anschluss. Da laut Bürgermeister Christian Wörpel sowohl das Honorarangebot der Greiner Architekten Donaueschingen, die die Planung der Erschließung übernehmen sollen, als auch die Ausschreibung der Erschließung und deren externe Finanzierung sensible Daten enthalte, könne darüber nur ohne Nennung irgendwelcher genauer Daten gesprochen werden. Beide Punkte wurden einstimmig beschlossen.

Ein Bauinteressent fragte an, wann die Grundstücke erhältlich seien. Um das sagen zu können, müssten alle Kosten auf dem Tisch liegen, sagte der Bürgermeister. Auf die Frage, ob neben Nahwärme auch Gas als Energieträger verlegt werde, gab es ein „Nein“. Dies treibe die Preise unnötig in die Höhe.