Schussmeister Dietmar Kuner und der junge Vorsitzende des Schützenvereins, Oberschützenmeister Tobias Moser, klärten die Besucher darüber auf, dass damals nur eine Tradition wieder auflebte. Vor den Weltkriegen sei auf der Ochsenhöhe mit einer Kanone das neue Jahr begrüßt worden. Wo diese Kanone letztlich abgeblieben sei, wisse keiner so ganz genau.

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Doch seit nunmehr 26 Jahren laden die Böllerschützen alle, die sich von einer oftmals sehr kurzen Nacht erholt haben, ans Wirtehäusle in Schönwald ein. Bei herrlichem Sonnenschein, moderaten Temperaturen und wenig Wind herrschten zwar beste Bedingungen, doch es fehlte dem einen oder anderen ein bisschen der Schnee. Gut 300 Besucher versammelten sich um Jagertee, Glühwein, Hefe- und Nusszopf sowie weiteren Leckereien, die die Frauen der Schützen anboten. Neben dem Vorsitzenden des Schützenvereins und dem Schussmeister begrüßte auch Bürgermeister Christian Wörpel die vielen Zuschauer und wünschte ihnen ein gesegnetes Jahr 2020.

Die Alphornbläser heißen das Jahr mit mehreren Stücken willkommen.
Die Alphornbläser heißen das Jahr mit mehreren Stücken willkommen. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Ehe es richtig laut wurde, lösten sich fünf gestandene Männer aus den Reihen der Schützen und holten ihre Alphörner hervor. Bruno Baier, der auch für große Teile der Schaftböller zuständig zeichnet, führt die Gruppe der Alphornbläser, die zum Auftakt ein paar Stücke spielten.

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Anschließend ging es mit den Handböllern und den Pranger-Stutzen oder Schaftböllern, die von einem Kaliber von 14 bis 30 Millimeter reichen, in den Landschaftspark. Die Böller werden alle manuell hergestellt und der Schaft ist reich verziert. „Jeder Schaftböller ist ein Einzelstück, das Gewicht beträgt zwischen 25 und 30 Kilogramm“, hatte der Schussmeister dem Publikum erzählt. Selbstverständlich besitzen alle ein Unbedenklichkeitszertifikat und jeder der Schützen besitzt einen Sprengschein – es wird schließlich Schwarzpulver geladen.

Sieben Salven und eine Zugabe in verschiedenen Taktungen lässt Schussmeister Dietmar Kuner abfeuern.
Sieben Salven und eine Zugabe in verschiedenen Taktungen lässt Schussmeister Dietmar Kuner abfeuern. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Mit zehn Schaft- und Handböllern sowie drei Kanonen ging es in den Landschaftsgarten – die Böllerkameraden voraus, die Zuschauer begeistert hinterher. Auf der Wiese angekommen, wurde das neue Jahr zünftig begrüßt. Ob nun langsames Einzelböllern oder der Salut zu Ehren des neuen Jahres – alle Gäste waren schwer begeistert, auch wenn mal ein Schuss nicht fallen wollte. Die Gäste konnten das Spektakel aus sicherer Entfernung erleben und erfreuten sich an den unglaublich lauten Donnerschlägen, die den Ort und die Umgebung erbeben ließen. In unterschiedlicher Reihenfolge der Schussabgabe und variablen Geschwindigkeiten begrüßten die Schützen in immer neuen Varianten das neue Jahr.