Eine Vorschau auf das künftige Rottweiler Großgefängnis mitten im Grünen ist jetzt möglich – zumindest, wenn dieser vom Finanzministerium jetzt vorgestellte Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs auch umgesetzt wird. Eine Jury hatte sich einstimmig für das Konzept der Obermeyer Planen + Beraten GmbH und der el:ch Landschaftsarchitekten GbR, beide aus München, entschieden, so das Finanzministerium am Mittwoch.

Eine Computergrafik zeigt aus der Perspektive des Rottweiler Aufzugtestturms, wie sich das Gefängnis auf einer Hochfläche über dem Neckartal einbetten würde. "Das Preisgericht würdigte insbesondere die überzeugende städtebauliche-landschaftliche Einbindung durch die Entwicklung des Gebäudekomplexes entlang der Höhenlinien sowie die Positionierung und Gliederung der Baukörper durch eingestellte Höfe, die eine im Inneren und Äußeren wahrnehmbare Differenzierung und Maßstäblichkeit der Gesamtanlage erzeugen", erläutert das Ministerium. "Darüber hinaus wurde herausgestellt, dass der ausgewählte Entwurf eine wirtschaftliche Umsetzung der Maßnahme erwarten lässt. Zudem wurden zwei zweite Preise, ein dritter Preis sowie drei Anerkennungen vergeben."

„In Rottweil soll eine multifunktionale Justizvollzugsanstalt mit insgesamt 500 Haftplätzen entstehen, davon 470 Haftplätze im geschlossenen Bereich und 30 Haftplätze in einem Freigängerheim“, heißt es in einer Projektbeschreibung des Landes. Die Plätze würden benötigt, denn die aktuelle Belegungssituation im geschlossenen Vollzug sei angespannt. "Neben Unterkunftsgebäuden werden auch Gebäude für die Verwaltung und die Bereiche Bildung, Sport und Freizeit sowie für Ver- und Entsorgungseinrichtungen entstehen. Die Sporthalle kann durch benachbarte Kommunen und Vereine genutzt werden", so die Beschreibung weiter.

Die Anstalt werde vor allem für Gefangene aus den Landgerichtsbezirken Rottweil, Hechingen, Konstanz und Waldshut zuständig sein. Für den Bau würden rund zwölf Hektar benötigt.

Nun soll es dank konkreter Planungen auch belastbare Kostenberechnungen geben, nachdem eine erste Kostenschätzung von 120 Millionen Euro 2017 schon auf 182 Millionen Euro erhöht werden musste. Am 14. Juni wird der Entwurf bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in der Stadthalle Rottweil erläutert.