Im Rückblick wird das Jahr 2020 mit seinen Herausforderungen auch bei vielen hart getroffenen Vereinen in die Geschichte eingehen. Noch vor einem Jahr hätte sich niemand vorstellen können, wie das Vereinsleben auf den Kopf gestellt werden sollte. Das ist beim Musikverein Fischbach (MVF) nicht anders. Den Musikerinnen und Musikern fehlen nicht nur das gemeinsame Musizieren und die Geselligkeit, sondern auch finanziell muss sich der Verein – wie viele andere Vereine auch – als Folge ausgefallener Festveranstaltungen, die der Finanzierung des laufenden Betriebes dienen, mächtig zur Decke strecken. Die Einnahmen fehlen und die laufenden Kosten müssen aufgebracht werden. Klar ist, dass auch eventuell vorhandene finanzielle Polster schnell aufgebraucht sind, wenn keine Einnahmen zu verzeichnen sind.

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Vereine werden kreativ

Vor diesem Hintergrund entwickeln viele Vereine ungewöhnliche Ideen, um wenigstens ein paar Einnahmen zu generieren. So auch der Musikverein Fischbach mit seiner am Sonntag durchgeführten „Weihnachtsbaumverkaufsaktion“. Dabei konnten Weihnachtsbaumkäufer vom Schmiedesteighaus aus zu Fuß zu einer rund 600 Meter entfernten und mit Fahrzeugen schwer erreichbaren Weihnachtsbaumkultur am Fischbacher Sommerberg laufen, dort Nordmannstannen auswählen, direkt ab Feld beziehen und sogar selbst fällen. Den Transport vom Weihnachtsbaumfeld zum Schmiedesteighaus übernahm für einen kleinen Obolus der MVF. Innerhalb von Fischbach wurden die Weihnachtsbäume sogar frei Haus geliefert. Auswärtige Weihnachtsbaumkäufer konnten die zuvor von ihnen auf dem Weihnachtsbaumfeld ausgesuchten und gefällten Bäume nach dem Transport durch die Musiker Schmiedesteighaus abholen. Die Aktion des MVF fand großen Anklang.

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Durchhalten immer schwieriger

Eines ist klar und das wurde bei Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern des MVF auch deutlich gesagt: Lange wird man das alles, auch finanziell gesehen, nicht mehr durchhalten können. Die einmalige Corona-Hilfe, die auch der MVF erhalten habe, sei zwar schön, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Umso dankbarer ist man beim MVF darüber, dass viele treue Mitglieder den Verein durch großzügige Spenden unterstützen.

Musizieren an Heilig Abend ungewiss

Mit Sorge blickt die Kassenchefin des MVF, Gabriele Teiss, auf den Heiligabend, an dem der Musikverein Fischbach seit Jahrzehnten bei seinem „Weihnachtsspielen“ an verschiedenen Stellen im Ort musiziert, für weihnachtliche Stimmung sorgt und ganz nebenbei meist auch viele Spenden entgegennehmen darf. In diesem Jahr ist angesichts der aktuellen Corona-Pandemie und der sich weiter abzeichnenden Verschärfungen noch nicht sicher, ob und falls ja, mit wie vielen Musikerinnen und Musikern dieses traditionelle weihnachtliche Muszieren stattfinden kann. Der Nachmittag an Heiligabend war an den verschiedenen Spielorten des MVF in Fischbach für viele Menschen ein absoluter Jahreshöhepunkt. Man traf viele alte Fischbacher, Freunde und Bekannte und genoss die Wiedersehensfreude.

Das alles wird in diesem Jahr anders, denn eines dürfte schon jetzt klar sein: Selbst wenn die Musikerinnen und Musiker muszieren dürfen, wird es keine Zuschauer geben dürfen und die herzliche Atmosphäre früherer Jahre wird zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Der Vorstand des MVF wartet nun gespannt darauf, welche Richtlinien beim „Weinnachtspielen“ einzuhalten sind und versucht alles, um die Situation „coronagerecht“ zu lösen. Letztlich werde sich aber erst kurz vor Heiligabend entscheiden, ob und wie das Weihnachtsspielen durchgeführt werden kann.