Extreme Hitze und die anhaltende Trockenheit machen derzeit Menschen, Tieren und Pflanzen ordentlich zu schaffen. Ein Grund mehr, einmal dort nachzufragen, wo diese drei Komponenten auf engem Raum zusammentreffe, nämlich beim Floraparadies Weißer in Schabenhausen.

Des Rätsels Lösung: Riesige Regenwasserbecken

Wie kann denn das Floraparadies mit seiner schier unüberschaubaren Pflanzenvielfalt und den vielen Tieren diese Hitze- und Dürreperiode verkraften? Nur mit viel, viel Wasser, ist die eindeutige Antwort von Firmenchef Uli Weisser.

Er ist der Herr über abertausende Pflanzen auf dem riesigen Areal. Vorausschauend seien für die Gärtnerei riesige Regenwasserbecken angelegt worden, in denen mehr wie 2000 Kubikmeter Wasser gepuffert seien – und das reiche auch über eine solche Trockenperiode hinweg.

Tiere haben Pflanzen gegenüber einen großen Vorteil: Wenn ihnen die sengende Hitze zu viel wird, können sie in den Schatten flüchten.
Tiere haben Pflanzen gegenüber einen großen Vorteil: Wenn ihnen die sengende Hitze zu viel wird, können sie in den Schatten flüchten. | Bild: Gerhard Jerger

Zwar sei in Sachen Bewässerung viel automatisiert, wird jedoch gezielt gegossen, könne man einfach Wasser sparen, erklärt Weisser. Zusätzlich stehe auch noch eine Quelle zur Verfügung, diese werde jedoch momentan noch nicht benötigt.

Kritisch sei die momentane Situation aber trotzdem, sagt Firmenchef Weisser. Pflanzen wie etwa Hortensien kommen aus einer Kultur und seien bisher im Halbschatten aufgezogen worden. „Die stehen jetzt bei uns draußen in der prallen Sonne und haben somit viel zu viel Verdunstung und können soviel von unten gar nicht nachsaugen, obwohl an der Wurzel genügend Wasser im Topf vorhanden wäre“, erläutert der Experte das Problem.

Viel Wasser ist das Erfolgsrezept in der derzeitigen Hitze- und Dürreperiode.
Viel Wasser ist das Erfolgsrezept in der derzeitigen Hitze- und Dürreperiode. | Bild: Gerhard Jerger

Dasselbe Problem haben auch viele Stauden, die woanders kultiviert wurden: Denen wird es dann mit Temperaturen bis 34 Grad deutlich zu heiß. Dazu komme das Problem, dass sehr viele Pflanzen meist in schwarzen Töpfen stehen. Bei den knalligen Temperaturen erhitze sich somit auch das Wurzelwerk am Topfrand extrem und nehme Schaden, so dass die Pflanze auch aus diesem Grund nicht mehr genügend Wasser aufnehmen kann.

Nasse Wege bringen ein bisschen Abkühlung

Als einzige Lösungsmöglichkeit bleibe, bei solchen Temperaturen durch die gesamte Anlage zu gehen und nicht nur zu gießen, sondern alles nass zu spritzen, erklärt Uli Weisser. Nicht nur die Pflanzen selbst brauchen das Wasser, sondern auch die Wege, damit durch die Verdunstungskälte „ein wenig Kühle reinkommt“.

Nicht nur Blumen und Pflanzen, auch jede Menge Tiere gibt es im Floraparadies.
Nicht nur Blumen und Pflanzen, auch jede Menge Tiere gibt es im Floraparadies. | Bild: Gerhard Jerger

Doch hier kommt ein weiteres Problemfeld ins Spiel: Durch etliche Krankheitsausfälle stehe für die aufwändige Gieß-Arbeit inzwischen zu wenig Personal zur Verfügung. Und irgendwo bleibe die Arbeit dann liegen, und momentan könne man das personell fast nicht mehr auffangen, klagt der Herr über die Blumen.

Tiere verziehen sich in den Schatten

Und wie schaffen es die vielen Tiere, die im Floraparadies leben, denn durch die heißen Wochen? Sie seien anspruchsloser als die Pflanzen, erläutert Uli Weisser. „Sie können sich bewegen und in den Schatten verziehen.“ Trotzdem müssen täglich gerade bei den Papageien die Volieren mehrfach am Tage nass gespritzt werden. Die bunten Vögel sitzen danach dann oftmals am Boden, weil es dort kühler ist – und dann wisse man wiederum nicht, ob es ihnen vielleicht nicht gut geht.

Bei 34 Grad wird jedes Schattenplätzchen ausgenutzt
Bei 34 Grad wird jedes Schattenplätzchen ausgenutzt | Bild: Gerhard Jerger

Auch die Zwergziegen, Alpakas, Lamas, Kühe, Schwäne, Gänse, Enten und Tauben verlangen bei der Hitze und Trockenheit besondere Aufmerksamkeit. So müsse darauf geachtet werden, dass in den Tränken überall Wasser ist, denn oftmals wollen die Tiere jetzt darin baden und verschütten das kühle Nass. Da muss natürlich stetig kontrolliert werden.

Nächstes Regenbecken ist schon in Planung

„Mit gewissen Hilfsmaßnahmen, mit Spritzen und Kühlen aus den eigenen Zisternen kommen wir somit ganz über die Runden“, ist das Fazit von Uli Weisser mitten in der heißen Phase. „Wichtig ist dabei, dass eigenes Wasser vorhanden ist, deshalb ist momentan auch noch ein zusätzliches geschlossenes Regenauffangbecken mit nochmals rund 2000 Kubikmetern in Planung.“