Dierk Momper aus Schabenhausen ist neuer Kommandant der Gesamtfeuerwehr Niedereschach, bestehend aus den Abteilungen Niedereschach und Fischbach mit Löschgruppe Kappel. Mit großer Mehrheit wurde er bei der Generalversammlung der Gesamtwehr unter strengen Corona-Hygieneregeln in der Eschachhalle in geheimer Wahl zum Nachfolger gewählt.

Dierk Momper ist der neue Gesamtkommandant der Feuerwehr Niedereschach.
Dierk Momper ist der neue Gesamtkommandant der Feuerwehr Niedereschach.

Der bisherige Gesamtkommandant Jürgen Seemann kandidierte nach fünfjähriger Amtszeit nicht mehr. Er bleibt jedoch weiterhin Abteilungskommandant der Fischbacher Wehr mit Löschgruppe Kappel.

Gründe für Kommandantenwechsel

Mit der Grund, warum sich Jürgen Seemann nicht mehr zur Wahl stellte, war die Generalversammlung der Jugendfeuerwehr Niedereschach vom März vergangenen Jahres, als der bereits zurückgetretene Jugendleiter Thomas Tuchel sich entgegen aller Absprachen gegen den von Seemann vorgeschlagenen Kandidaten erneut zur Wiederwahl stellen ließ und gewählt wurde. In der Folge drohten alle Jugendgruppenleiter an, zurückzutreten – das Chaos in der Jugendfeuerwehr war perfekt. Er habe sich damals von dieser Entwicklung überrascht, quasi hinters Licht geführt gefühlt, begründete er in der Versammlung seine Beweggründe. Da er auch in den anschließenden Diskussionen wenig Unterstützung auch seitens der Verantwortlichen von der Gemeinde erhielt, hatte er schon damals angekündigt, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Jürgen Seemann tritt als Gesamtkommandant ab.
Jürgen Seemann tritt als Gesamtkommandant ab. | Bild: Gerd Jerger

Veränderungen bei der Wehr

Mit Michael Storz, Georg Leiprecht und Jürgen Stehle gab es bislang drei stellvertretende Gesamtkommandanten. Künftig wird es nur noch einen Stellvertreter geben. Dieses Amt wird Jürgen Stehle ausüben. Wiedergewählt wurde Michael Storz als Kommandant der Abteilung Niedereschach. Da sein bisheriger Stellvertreter Georg Leiprecht nicht mehr kandidierte, wurde das bisherige Feuerwehrausschussmitglied Pascal Rockenschuh zum neuen stellvertretenden Kommandanten der Abteilung Niedereschach bestimmt. In offener Wahl wurde Maik Schiebeck als Nachfolger von Rockenschuh neu in den Feuerwehrausschuss gewählt. Von der Abteilung Fischbach wurde Thomas Haas als Ausschussmitglied wiedergewählt und für Michael Fleig rückte Sven Patzwald neu in den Ausschuss.

Fast wie in alten Zeiten, als in der Kirche noch der Klingelbeutel an einer langen Stange durch die Bankreihen gereicht wurde: Wahlen bei der Feuerwehr unter Corona-Bedingungen.
Fast wie in alten Zeiten, als in der Kirche noch der Klingelbeutel an einer langen Stange durch die Bankreihen gereicht wurde: Wahlen bei der Feuerwehr unter Corona-Bedingungen. | Bild: Gerd Jerger

Finanzlage

In seinem Kassenbericht gab für die Abteilung Niedereschach Kassierer Ralf Dreier einen Verlust in Höhe von 1 981 Euro bekannt. Für die Abteilung Fischbach informierte Kassier Kurt Bregenzer über einen Verlust von 1 619 Euro, hauptsächlich verursacht durch die Beschaffung neuer Feuerwehrjacken.

Worte des Bürgermeisters

Martin Ragg verwies darauf, dass es die Feuerwehren in der Coronakrise besonders erwischt habe: „Die Feuerwehren waren die Ersten, die eingesperrt wurden und sind die Letzten, die wieder rauskommen.“ Eine Belastung für alle Feuerwehrkameraden und ihre Familien. Umso größer sollte die Wertschätzung sein, die man den Feuerwehrkameraden für den Dienst, den sie für die Allgemeinheit und die Gesellschaft leisten, entgegenbringen sollte. Raggs besonderer Dank ging an Jürgen Seemann, der diese sicherlich nicht einfache Aufgabe seit fünf Jahren ausgeübt habe neben einer ohnehin aufwendigen Tätigkeit als Abteilungskommandant Fischbach. Seine offizielle Verabschiedung und Würdigung findet am 14. September in der Gemeinderatssitzung statt.

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Rückblick auf Vereinsjahr

Schriftführer Elmar Roth ließ das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren. Unter den Einsätzen waren immer mehr technische Hilfeleistungen wie das Entfernen umgestürzter Bäume, Befreiung von eingeklemmten Personen und Kleineinsätze wie das Ablöschen brennender Kochtöpfe und Pfannen. Herauszuhören war, dass die Einsatzspektren für die Feuerwehr immer breiter werden. So musste auch ein aus dem Nest gefallener Vogel mittels Schiebeleiter wieder hoch in seine Unterkunft verfrachtet und eine seit drei Tagen im Baum sitzende Katze wieder auf sicheren Boden gebracht werden. In seinem Jahresbericht betonte Jürgen Seemann, dass Corona die Welt und auch das Leben der Feuerwehren gehörig verändert habe. Unter diesen Vorgaben sei es umso wichtiger, dem Gesundheitsschutz der Feuerwehrangehörigen höchste Priorität einzuräumen, die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit der Wehren aufrecht zu erhalten und Personalausfälle durch Erkrankungen oder den Ausfall ganzer Einheiten durch Quarantänemaßnahmen zu vermeiden.

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Personelle Situation

Kommandant Michael Storz berichtete, dass die Personalsituation im Wesentlichen unverändert geblieben sei, mit leicht steigender Tendenz. Beide Abteilungen konnten Quereinsteiger dazu gewinnen. Der Stand bei der Gesamtwehr belaufe sich auf 83 Kameraden gegenüber 76 im Vorjahr, 34 in der Abteilung Niedereschach, 37 in Fischbach und 12 in der Löschgruppe Kappel. Sorge bereite die Anzahl der Atemschutzgeräteträger, hier habe man es nicht geschafft, die vorgegebene Anzahl auszubilden. Auch die Freistellung der Einsatzkräfte während der Arbeitszeiten durch ihre Arbeitgeber bereite Probleme. Sehr gut nannte er die Zusammenarbeit mit der Dauchinger Feuerwehr seit bereits vielen Jahren.

Appell an Gemeinde

Abschließend ging ein dringlicher Appell des scheidenden Kommandanten an die Gemeinde. Sollten die Freiwilligen Feuerwehren als kommunale Pflichtaufgabe Bestand haben, müsse sich im Selbstverständnis für die Wehren in der Gemeinde einiges ändern – trotz coronabedingt schwieriger Haushaltslage. Eine Organisation, die von ihren Mitgliedern in Konkurrenz zu einer freizeitorientierten Gesellschaft immer mehr abverlange, erfordere eine vorbildliche finanzielle Förderung, von der Ausbildung bis hin zur Förderung des Ehrenamtes. Dazu sei ein vom Gesamtausschuss beschlossener Investitionsplan der Gemeinde vorgelegt worden, was in den kommenden drei Jahren auf sie zukomme.

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