Als Mitte März bei der Trachtenapelle Kappel der Probenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt wurde, konnte man sich nicht vorstellen, dass diese Zwangspause mehr als drei Monate dauern werde. Nur wenige Tage zuvor, am 8. März hatte die Kapelle bei der Einweihung der neu renovierten Schlossberghalle ihren vorerst letzten gemeinsamen Auftritt. Schon bald fehlten das gemeinsame Musizieren und das gesellige Miteinander im Verein sehr.

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Nachdem vorletzte Woche die Nachricht des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) an die Mitgliedsverbände und Vereine rausgegangen war, in welcher die Muster-Hygieneverordnung zur Einhaltung der Corona-Richtlinien für den Probenbetrieb bei den Musikvereinen enthalten war, hat man sich bei der Trachtenkapelle Kappel sofort daran gemacht, diese Konzept auf die örtlichen Gegebenheiten zu prüfen und dessen Umsetzung zu planen. Schnell wurde klar, dass ein Proben im bisherigen Probenlokal aufgrund der Abstandsverordnungen nicht stattfinden kann. Deshalb wurde umgehend bei der Gemeinde der Bedarf zur Nutzung der gesamten Schlossberghalle für die Proben angemeldet.

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Da dies jedoch aufgrund der allgemeinen Schließung der öffentlichen Gebäude innerhalb der Gemeinde frühestens erst im Juli stattfinden darf und auch gewisse Absprachen mit anderen Nutzern der Halle getroffen werden müssen, hat man sich für den Königsweg und für eine erste gemeinsame Musikprobe unter freiem Himmel entschieden und die guten Beziehungen zum FC Kappel genutzt, welcher den Musikern den Parkplatz zwischen den beiden Sportplätzen für die Proben zu Verfügung gestellte hat.

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Es waren surreale Situationen bei der ersten Probe. Der Dirigent Florian Billerbeck und die Vorsitzende Petra Heini trafen sich mit einen kleinen Helferteam bereits eine Stunde vor Probenbeginn, um den Platz vorzubereiten. Ausgerüstet mit Maßband und Zollstock wurden die Stellplätze für die Stühle entsprechend der Vorschriften markiert. Am Eingang zum Probenplatz wurde ein Tisch aufgestellt auf welchem nochmals das gesamte Hygienekonzept zusammen mit einer Unterschriftenliste ausgelegt war.

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Auch wurde Desinfektionsmittel für alle bereitgestellt. Um den Aufwand klein zu halten, brachte jeder Musiker seine eigene Sitzgelegenheit mit. Nachdem alle ihren Platz eingenommen hatten, kam die Vorsitzende ihrer Pflicht nach, das Hygienekonzept nochmals für alle zu erläutern, aber auch die Mitglieder nach dieser langen Pause herzlich begrüßen zu dürfen. Dies wurde mit einem wohlwollenden Applaus bedacht, bevor endlich die ersten gemeinsamen Klänge aus den Instrumenten durch den nahegelegenen Wald schallten. Im Anschluss an die Probe schmeckte dann auch ein Feierabendbier in einem der Gruppenkreise auf dem Gelände oder in der Mailänderstube.

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Resümee aus dieser Runde: Es hat allen großen Spaß bereitet, wieder ein kleines Stück Normalität zurückerhalten zu haben. Der FC und die Trachtenkapelle sind sich einig, dass es sicher noch mehrere Aktionen geben sollte. Mit dieser Probenregelung im Freien will man nun bei der Trachtenkapelle weitermachen, um sich musikalisch auf den eigentlich noch vor den Ferien anstehenden Sommerhock vorzubereiten.

Die Vorsitzende der Trachtenkapelle Kappel, Petra Heini (rechts), geht mit dem Probenbetrieb auf dem Sportplatzgelände gänzlich neue Wege.
Die Vorsitzende der Trachtenkapelle Kappel, Petra Heini (rechts), geht mit dem Probenbetrieb auf dem Sportplatzgelände gänzlich neue Wege.

Jedoch muss auch für diesen noch genauestens die Konformität mit den bestehenden und kommenden Richtlinien und Vorgaben geprüft werden. Parallel zur Aufnahme des Probenbetriebs für die gesamte Kapelle werden auch die Richtlinien für den Einzelunterricht der Musikschüler im Verein nach und nach umgesetzt, so dass der Wechsel von der kompletten Zwangspause oder vielfach doch immerhin aus dem Online-Unterricht zum Präsenz-Unterricht nun endlich auch wieder vollzogen werden kann und darf. Zwischenzeitlich hat schon die zweite Open-Air-Probe, bei herrlichem Sommerwetter und großer Spielfreude, stattgefunden.

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