Energiekrise macht auch vor den Kirchen nicht halt. Deshalb hat der Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit An der Eschach beschlossen, die Kirchen in diesem Winter nur zu den Sonntagsgottesdiensten und für Veranstaltungen wie etwa Konzerte zu heizen. Doch auch dann wird es in den Kirchen nicht gemütlich warm: Zwölf Grad warm wird es höchstens.

Der Wille zum Energiesparen

„Es gibt eine Richtlinie der Erzdiözese“, sagt Pfarrer Frederick Reith. Diese müsse man umsetzen. Darüber hinaus sei aber auch der Pfarrgemeinderat natürlich auch gewillt, den Energieverbrauch zu reduzieren. „Das entspricht dem Solidaritätsgedenken und unserem Willen zum Energiesparen“, betont Frederick Reith.

Das Problem: Zu groß und schlecht isoliert

Weiter betont er: „Grundsätzlich sind Kirchen von ihrer Bauart her nahezu unheizbar. Sie sind zu groß und meistens auch schlecht isoliert.“ Dennoch habe man in der Vergangenheit mit viel Energieaufwand und langer Vorlaufzeit für wenige Stunden in der Woche versucht, die Raumtemperatur zumindest ein wenig anzuheben.

Nach der Richtlinie der Erzdiözese soll der Fokus jetzt im Wesentlichen noch auf dem Frostschutz liegen.

Zehn Grad unter der Woche

Unter der Woche werden die Kirchen der Seelsorgeeinheit nach dem Beschluss des Pfarrgemeinderates jetzt nicht mehr über zehn Grad geheizt. Zum Wochenende und bei Konzerten sollen die Heizungen etwas hochgefahren werden. Mehr als zwölf Grad wird es aber auch dann nicht geben.

Für ein wenig Wärme soll aber dennoch gesorgt werden: Für die Besucher der Gotteshäuser werden Decken zur Benutzung ausgelegt. Ein Ausweichen auf Gemeindesääle soll nicht erfolgen, so Reith. In Fischbach wird es Gottesdienste in der Sinkinger Kapelle statt in der Kirche geben.

„Jetzt ist Pragmatismus gefragt. Äußerlichkeiten sind dabei zweitrangig.“
Frederick Reith, Pfarrer

Am Ende des Winters werde man in der Seelsorgeeinheit An der Eschach so wie auch in den anderen Seelsorgeeinheiten der Diözese Bilanz ziehen und schauen, wie viel Energie gespart wurde, kündigt der Pfarrer an.

„Jetzt hoffen wir auf Verständnis und Solidarität der Gottesdienstbesucher“, sagt Frederick Reith zum Schluss des Gesprächs. An diese gerichtet fügt er an: „Liebe Leute, packt Euch warm ein. Jetzt ist Pragmatismus gefragt. Äußerlichkeiten sind dabei zweitrangig.“