Die Räume des in Fischbach stehenden Heimatmuseums der Gesamtgemeinde Niedereschach sind für Museumsleiter Hans Otto Wagner seit vielen Jahren so etwas wie die zweite Heimat. Es vergeht kaum eine Woche, in der Wagner nicht im Museum ist und etwas „werkelt“ und umstellt. Ihn faszinieren dabei die vielen „Lebensspuren“ vergangener Generationen, erklärt er dazu. Vor diesem Hintergrund nennt er das Heimatmuseum auch „LebensSpurenMuseum“.

Fund von 1910 auf dem Dachboden

Nun hat er im hintersten Winkel des Museumsdachbodens ein aus dem Jahr 1910 stammendes „Ofenschild“ entdeckt, das im damals als Schule dienenden Museumsgebäude wohl dazu gedient hatte, zu verhindern, dass Kinder sich an dem mit Holz und Kohle befeuerten Schulofen Verbrennungen zuziehen könnten.

Fachmännisch hat Wagner das teils verrostete, verkrustete und verdreckte Schild gereinigt und restauriert. Dabei hat er einige Teile sogar neu gegossen und somit insgesamt das Ofenschild „museumsfähig“ gemacht. Besonders begeistert ist Wagner von den auf das Ofenschild in Handarbeit aufgemalten, im frühen Jugendstil gehaltenen Blumen. Die Kenntnisse, um solche Dinge zu restaurieren, hat der Niedereschacher Museumsleiter während seiner Zeit beim Landesdenkmalamt in der dortigen Werkstatt erworben.

Zu jedem Stück die Geschichte

Das von Wagner wieder auf Vordermann gebrachte Ofenschild ziert nun als eine weitere von unzähligen „Lebensspuren“, eine Ecke im Bereich der früheren Lehrerwohnung im ersten Obergeschoss. Es sind gerade diese vielen kleinen Details und Lebensspuren aus früheren Zeiten, die vielen Museumsbesuchern beim Rundgang durch das Museum das Herz erwärmen, zumal Hans Otto Wagner zu fast jedem Ausstellungsstück auch noch die dazu passende Geschichte kennt. Wer sich auf die auf diese Lebensspuren aufgebaute pädagogische Didaktik des Museums einlässt, dem reicht ein Öffnungssonntag nicht, um alles zu erfassen, ist Wagner überzeugt.