Auf den Wunsch zahlreicher Bürger hin hat die Gemeinde einen wirklich ansprechenden, von Grund auf sanierten Friedhof mit allen nur denkbaren Bestattungsmöglichkeiten geschaffen. Dies werfe allerdings auch die Frage auf, ob eine Bestattung für den Normalbürger überhaupt noch bezahlbar bleibt.

Die Änderung der Friedhofssatzung und der Bestattungsgebührensatzung, verbunden mit stattlichen Erhöhungen bei den Gebühren nahm in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Eschachhalle einen breiten Raum ein, fand aber bei der Abstimmung eine Mehrheit. Nachdem die stellvertretende Hauptamtsleiterin Monika Rieble die Satzung und Rechnungsamtsleiterin Melanie Cziep die Gebührenkalkulation vorgestellt hatte, entwickelte sich im Gremium eine rege Diskussion, bei der die Meinungen teils weit auseinander gingen.

Kontroverse Meinungen

Gemeinderätin Manuela Fauler setzte sich vehement dafür ein, dass für Hinterbliebenen eine Bestattung auch noch bezahlbar bleiben müsse und so plädierte sie dafür, über die Gebühren für die neu geschaffenen Bestattungsformen den im Friedhofswesen anvisierten Gesamtkostendeckungsgrad von rund 60 Prozent zu erreichen. Ihr Ratskollege Rüdiger Krachenfels vertrat die Meinung, dass man, nachdem die Gemeinde 1,3 Millionen Euro an Steuergeldern auf dem Friedhof „vergraben“ habe, diese Investition über angemessene Gebühren wieder zurückzuholen müsse.

Unterstützt wurde Krachenfels von Michael Asal. „Ich muss Herrn Krachenfels Recht geben. Der Deckungsgrad muss einigermaßen stimmen“, so Asal. Im Moment werde alles um einiges teurer, das bleibe dann aber auch wieder viele Jahre so und die getätigte Investition rechtfertige dies.

Bei einer Besichtigungsrunde erläutert Iris Grimm vom Landschaftsarchitekturbüro Arbol das neue Friedhofskonzept und die neuen Bestattungsformen. Bild: Gerhard Jerger
Bei einer Besichtigungsrunde erläutert Iris Grimm vom Landschaftsarchitekturbüro Arbol das neue Friedhofskonzept und die neuen Bestattungsformen. Bild: Gerhard Jerger

Peter Engesser schlug vor, statt alle fünf oder noch mehr Jahre, die Gebühren jedes Jahr um eine moderate Summe zu erhöhen. „Die Gemeinde ist kein Wohlfahrtsinstitut“, so Engesser. Zum völligen Unverständnis von Fauler stellte Krachenfels sogar den Antrag, den Kostendeckungsgrad beim Erdgrab von 35 auf 50 Prozent zu erhöhen. Im Klartext würde dies bedeuten, dass statt der von der Verwaltung vorgeschlagenen 1550 Euro Grabbenutzungsgebühr 2210 Euro zu bezahlen wären. Manuela Fauler rechnete ihrem Ratskollegen Krachenfels vor, was dann ein künftig ein Erdgrab kosten würde. Bisher, so Fauler, seien es 920 Euro Grabnutzungsgebühr gewesen.

Satte Erhöhung

Der Vorschlag der Verwaltung bei einem Kostendeckungsgrad von 35 Prozent bei den Erdgräbern liege bei 1550 Euro, was schon so eine satte Erhöhung bedeute. Eine Teuerungsrate von 70 Prozent, das sei natürlich schon heftig. Beim Vorschlag von Krachenfels würde man von 920 Euro auf 2210 Euro erhöhen. Rechne man dann noch die Kosten für die Grabherstellung, die stets zu 100 Prozent in Rechnung gestellt werden, in Höhe von 1397 Euro hin, dann käme man auf über 3600 Euro insgesamt. Zudem erinnerte Fauler daran, dass auch die auf dem Friedhof investierten 1,3 Millionen Euro aus Steuergeldern stammen.

Bei drei Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurde der Antrag von Krachenfels letztlich abgelehnt, so dass es beim Vorschlag der Verwaltung blieb. Die angesichts der vielen Bestattungsformen in ihrer Gesamtheit sehr umfangreichen Gebührenkalkulation sieht unterm Strich zusammengefasst einen Kostendeckungsgrad von 58 Prozent vor. Bei drei Nein-Stimmen, neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat am Ende der Diskussion den von der Verwaltung vorgeschlagenen Satzungen und Gebührenerhöhungen zu.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.