Oberhalb des Neubaugebietes „Vorderer Herrenberg„ soll jenseits der Verbindungsstraße zur L 181 hinunter nach Fischbach ein neues Wohngebiet in der Größe von 0,49 ha mit 19 Reihenhäusern entstehen. Bei einer Gegenstimme von Markus Dietrich stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend dem Bauvorhaben mehrheitlich zu.

Niedereschach seit jeher beliebter Wohnort

Zuvor hatte Bürgermeister Martin Ragg die Dringlichkeit des Vorhabens damit begründet, dass die Gemeinde Niedereschach durch ihre Lage im Schwarzwald und die gute Anbindung an das Oberzentrum Villingen-Schwenningen seit jeher ein beliebter Wohnort sei, weshalb die Nachfrage nach Wohnraum stetig wachse, und die Gemeinde dieser Nachfrage mit dem neuen Baugebiet nachkommen wolle.

19 dieser Haustypen sollen im Wohngebiet Steigstraße entstehen. Im Bild eine Visualisierung zu den geplanten Haustypen.
19 dieser Haustypen sollen im Wohngebiet Steigstraße entstehen. Im Bild eine Visualisierung zu den geplanten Haustypen.

„Viel Wohnraum auf wenig Fläche“

„Wir suchen ja händeringend nach Wohnraummöglichkeiten und müssen bauwillige Bürgerinnen und Bürger immer wieder vertrösten“, begründete Ragg die Notwendigkeit des Bauvorhabens. Dieses werde außerordentlich begrüßt, zumal damit auch den Forderungen der übergeordneten Baubehörden nachkommen werde: „Viel Wohnraum auf wenig Fläche“. Des Weiteren würden bei diesem Wohnprojekt bevorzugt Flächen entwickelt, welche bereits bebaut seien, und dadurch der Eingriff in die Außenbereichsflächen minimiert. Daher stehe die Gemeinde dem Vorhaben einer Wohnanlage auf einem zum Teil bereits bebauten Grundstück positiv gegenüber und befürworte das Vorhaben des Investors.

Durchgrünte Wohnanlage geplant

Im Detail ging anschließend Laura Müller vom planenden Büro Gfrörer auf die Konzeption des neuen Baugebietes ein: Demnach sei eine durchgrünte Wohnanlage mit 19 Reihenhäusern geplant. Dadurch werde eine private Gartenfläche in eine verdichtete Wohnbaufläche umgewandelt mit den Nutzungsbereichen Wohnbauflächen, private Gärten und Straßenverkehrsflächen. Durch die bestehende Bebauung östlich des Plangebiets füge sich das Bauvorhaben in die Umgebungsbebauung ein mit ausreichend Wohnraum bei geringer Flächeninanspruchnahme.

Ein Blick ins Innere der geplanten Haustypen in Form einer Computervisualisierung.
Ein Blick ins Innere der geplanten Haustypen in Form einer Computervisualisierung. | Bild: Wohnbau Werner

Kritik aus Gründen des Umweltschutzes

Ganz anders sah dies in der darauffolgenden Diskussionsrunde des Gemeinderats Markus Dietrich. Er selbst werde dem Bauvorhaben nicht zustimmen können, und dies schon aus Gründen des Umweltschutzes, da die Klimaerwärmung immer weiter voranschreite. Dies auch mit verursacht dadurch, dass durch weitere Baumaßnahmen Flächen immer weiter versiegelt werden und Versickerungsfläche für Grundwasser verschwindet. Dazu komme eine weitere Zunahme der Verkehrsdichte in der Steigstraße.

Lieber bestehende Baulücken füllen

Dies alles gehe aus seiner Sicht in die falsche Richtung: „Wir müssen den Hebel rumreißen, ansonsten werden wir die Folgen nicht mehr steuern können“. Wenn Bebauung, dann sollten sich die Planungen mehr auf die Flächenverdichtung und bestehende Baulücken innerorts konzentrieren. Aber neue Bebauungspläne auf freien Flächen aufzustellen, von dem müsse man sich verabschieden.

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Gemeinde braucht mehr Wohnraum

Diesen Argumenten könne er sich zwar teilweise anschließen, so Rüdiger Krachenfels. Im vorliegenden Fall sei es jedoch so, dass die Fläche ohnehin bereits teilweise bebaut sei und die Gemeinde dringend zusätzlichen Wohnraum benötige. Und wenn eine Fläche zusätzlich bebaut werden solle, dann wäre das geplante Areal seines Erachtens geeignet dafür, schon aufgrund der verdichteten Bauweise.

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Optimal für junge Familien

Auch Michael Asal verwies darauf, dass etwas getan werden müsse, wenn Wohnraum fehle. Jedoch sei es, wie von Dietrich vorgeschlagen, mit Innenraumverdichtung nicht getan, und vorhandene Baulücken zu bebauen, dazu könne nun mal niemand gezwungen werden. Peter Engesser sah in der geplanten verdichteten Bauweise für Niedereschach ebenfalls eine optimale Möglichkeit, gerade für junge Familien endlich wieder mal Wohnraum anbieten zu können.

Regina Rist befürchtete zusätzlich mit der Umsetzung des Bauvorhabens ein erheblich verstärktes Verkehrsaufkommen bei ohnehin schon recht steilen und engen Zufahrtsmöglichkeiten über die Steigstraße. Dazu verwies Hauptamtsleiter Jürgen Lauer auf die Möglichkeit, die Verbindungsstraße in Richtung L 181 nach Fischbach mit in die Verkehrskonzeption einzubeziehen.