„La dolce vita“ – das süße Leben – hatten sich Ottavio und Daniela-Carmen Barba sicherlich etwas anders vorgestellt, als sie 2019 die Vereinsgaststätte des SV Niedereschach übernahmen, um sie als Pizzeria „La Dolce Vita“ weiterzuführen. Sonntags der Sportbetrieb auf dem Fußballplatz mit Gästen und Zuschauern, Trainingsabende die ganze Woche über, dazu die vielen Stammgäste in der Vereinsgaststätte – es war ein Gastronomiebetrieb, wie man ihn sich nur wünschen kann. Doch dann kam Corona und mit dem Virus Anfang 2020 der erste Lockdown, später folgte der bis heute andauernde. Für das Wirtepaar bedeutet dies wiederum, den Gastraum aufzustuhlen, die Gaststätte zu schließen und sich voll und ganz auf ihr zweites Standbein, den Pizza-Hauslieferservice, zu konzentrieren.

Nicht die Bewirtung ihrer Gäste im Sportheim-Restaurant, sondern die Koordination der Zubereitung und Auslieferung der bestellten Gerichte an der Magnettafel ist es, was in Corona-Zeiten den Alltag der Wirtsleute Ottavio und Daniela-Carmen Barba bestimmt.
Nicht die Bewirtung ihrer Gäste im Sportheim-Restaurant, sondern die Koordination der Zubereitung und Auslieferung der bestellten Gerichte an der Magnettafel ist es, was in Corona-Zeiten den Alltag der Wirtsleute Ottavio und Daniela-Carmen Barba bestimmt. | Bild: Gerd Jerger
  • Wie überlebt eine Pizzeria in Corona-Zeiten? Ottavio und Daniela-Carmen Barba kommen ihre langjährige Erfahrungen und auch Kontakte aus ihrem gastronomischen Werdegang zugute. Denn seit bereits seit 30 Jahren ist die Familie Barba im Gastronomiebereich tätig. Begonnen hatte alles mit der Übernahme des Tennisclub Schwenningen im Jahr 1991, den sie fünf Jahre lang als Wirtepaar betrieben. Danach eröffneten sie die Pizzeria „Dal Giottone“ in Dauchingen, mit der sie sich über den Zeitraum von 18 Jahren einen Namen machten. Doch noch besser als das kleine Restaurant lief der Pizza-Service. So gut, dass die Nachfrage wegen der kleinen Küche in Dauchingen nicht mehr befriedigt werden konnte. Ein nächster Schritt war somit die Anmietung einer Küche in der Schwenninger Engelstraße, in der die Waren für den Pizza-Express zubereitet werden konnten. Beides, Restaurant und Liefer-Service, seien ihm dann doch zu viel geworden, erzählt Ottavio Barba. So habe man sich entschieden, ganz auf den Pizza-Express zu setzen und das Restaurant, inzwischen in Dauchingen als „La Trattoria“ bekannt, zu verpachten.
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  • Das Erfolgsrezept heißt Familie: Vor zwei Jahren hätten er und seine Frau dann entschieden, das Sportheim des SVN zu übernehmen, erzählt der Gastronom. Ihm selbst und der Familie hätten das dortige Ambiente und die vorhandenen Möglichkeiten zugesagt. Die Küche war groß genug, um den Expressdienst weiterzuführen und gleichzeitig das Lokal zu versorgen. Auch sei man mit dem Vorstand des SVN schnell einig geworden, so dass man diese Chance wahrgenommen habe. „Was uns jetzt zugute kommt, sind die vielen Stammkunden, die unsere Qualität aus früherer Zeit kennen. Wir beliefern auch weiterhin von hier aus unsere Kunden“, so Ottavio Barba. Ein weiterer Vorteil des in St. Georgen geborenen Sohnes italienischer Gastarbeiter: Er, seine Frau Daniela und die Kinder funktionieren als echter Familienbetrieb und werden lediglich bei Bedarf unterstützt von einem Pizzabäcker.
Nicht die Bewirtung ihrer Gäste im Sportheim-Restaurant, sondern die Koordination der Zubereitung und Auslieferung der bestellten Gerichte an der Magnettafel ist es, was in Corona-Zeiten den Alltag der Wirtsleute Ottavio und Daniela-Carmen Barba bestimmt.
Nicht die Bewirtung ihrer Gäste im Sportheim-Restaurant, sondern die Koordination der Zubereitung und Auslieferung der bestellten Gerichte an der Magnettafel ist es, was in Corona-Zeiten den Alltag der Wirtsleute Ottavio und Daniela-Carmen Barba bestimmt. | Bild: Gerd Jerger
  • Die liebe Not mit den Nothilfen: Wegen der momentanen, auch finanziell schwierige Situation durch den neuerlichen Lockdown habe man die Soforthilfen bei Bund und Land beantragt. Das reiche aber bei weitem nicht aus, stellt Ottavio Barba klar. Denn die Berechnung der Hilfsgelder beruht auf den Einnahmen des vergangenen Novembers. Da das „La Dolce Vita“ erst im Oktober 2019 eröffnet hat, habe man im November natürlich noch nicht viel Umsatz gehabt. Dazu sei die Winterzeit ohne Trainings- und Spielbetrieb gekommen: Wenn keine Spieler da sind, laufe da natürlich auch nicht viel, so Barba.
  • Italienische Köstlichkeiten als Kochbuch: Dass Ottavio Barba mit seinen Kochkünsten punkten kann, zeigt schon die Tatsache, dass er zum fünfjährigen Bestehen seiner Pizzeria „Dal Giottone“ in Dauchingen in eigenes Kochbuch aufgelegt hat. Nachdem er von seinen Gästen immer wieder nach seinen Rezepten gefragt worden sei, habe er hier die einfache italienische Küche vorgestellt, wie sie in seiner Heimat Kalabrien täglich gekocht wird. 21 italienische Gerichte ganz einfach zum Nachkochen enthält sein Buch. „Sie können zuhause genauso gelingen, wie sie bei mir im Restaurant schmecken“. Schließlich komme es vor allem darauf an, dass man frische und qualitativ hochwertige Zutaten nimmt.
  • Die Hoffnung auf bessere Zeiten: Als Fazit aus der momentanen Situation halten Ottavio und Daniela-Carmen Barba fest: Man könne sich mit dem Lieferdienst noch über Wasser halten. Die Rechnungen für Pacht, private Hausmiete und so weiter habe man bisher noch bezahlen können. Jetzt hegt das Wirtepaar die Hoffnung, dass das Sportheim im Frühjahr wieder öffnen kann.