Bei bester Gesundheit haben Oskar und Waltraud Lewandowski in Kappel, Wolfacker 4, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert. 60 Jahre sind sie miteinander verheiratet.

Eigentlich war zum Jubiläumstermin im April eine große Sause mit 70 Verwandten, Bekannten und Freunden geplant gewesen. Nun hat die Corona-Pandemie dem allem einen Strich durch die Rechnung gemacht, die Jubiläumsfeier muss im ganz kleinen Familienkreis stattfinden. Die beiden rüstigen Rentner möchten das Fest aber auf jeden Fall nachholen.

Der Fußball hat sie zusammengeführt und ein Leben lang begleitet. Seine große Leidenschaft, das Fußballspielen, sei auf die Dauer allerdings nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen: In den Knöchelgelenken zwicke es inzwischen schon mal ganz ordentlich, sagt Oskar Lewandowski.

Kennen gelernt hatten sich die beiden auf dem Weilersbacher Sportplatz. Er war im ganzen Gäu als Lewan bekannt. Es folgten die erste Annäherung und der erste Abendspaziergang. Vor dem Hintergrund, das Leben gemeinsam zu verbringen, hatte sie ihn dann gefragt, wie er eigentlich richtig heiße. Auf die Antwort „Lewandowski“ habe sie prompt damit reagiert, dass sie so nie heißen möchte. Mittlerweile seien es jedoch bereits 60 Jahre geworden, berichten die beiden.

Für seinen Vornamen Oskar habe er sich ebenfalls immer wieder geschämt. In Schleswig-Holstein und Hamburg, den ersten Stationen auf der Flucht nach dem Krieg, habe es diesen Namen überhaupt nicht gegeben. Erst in Kappel und Niedereschach habe er sich damit wieder richtig heimisch gefühlt, denn fünf Oskars gab es allein in Kappel.

Das Paar verbindet auch ein gemeinsames Schicksal. Aus Ost- und Westpreußen im Jahr 1945 mit ihren Eltern geflüchtet, sind sie über verschiedene Zwischenstationen beide in Kappel gelandet. Oskar Lewandowski wurde 1954 bei der Uhrenfabrik Jerger angestellt, 1968 hat er den Meister gemacht und bis zur Auflösung der Firma im Jahr 1996 war er dort beschäftigt.

Seine Frau Waltraud verdiente ihr Geld bei Kienzle Uhren in Schwenningen, danach in Heimarbeit ebenfalls bei der Firma Jerger und danach 20 Jahre lang in Villingen als Verkäuferin in einer Reinigungsfirma.

Zwei Töchter sind aus der Ehe von Oskar und Waltraud hervorgegangen. Mit fünf Enkeln und inzwischen bereits schon sechs Urenkeln wird es ihnen auch nicht langweilig. Sie leben bei Tochter Heidrun und deren Mann Heinrich im Kappeler Wolfacker. Der Zwei-Generationen-Haushalt harmoniert bestens.

Besonders gefreut haben sich die Jubilare über die Glückwünsche zu ihrem Jubiläum von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landrat Sven Hinterseh und Bürgermeister Martin Ragg. Der Bekanntheitsgrad des ehemaligen Fußballers ist immer noch hoch. „Wenn wir irgendwo unterwegs sind, ist von wildfremden Menschen immer wieder zu hören: „Das ist doch der Lewan.“

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