Ruhig und tatsächlich recht versteckt liegt an der Landstraße zwischen Obereschach und Kappel die Lourdes-Grotte Elsenau. Viele Jahre erfuhr sie vornehmlich von Marienverehrern Aufmerksamkeit. Ansonsten fristet sie eher ein unbeachtetes Dasein. In Folge der Zerstörung der Marienstatue vor wenigen Wochen, rückt die Elsenau nun aber wieder mehr in den Fokus.

Von der Landstraße aus deutet nur ein Wegweiser auf die Elsenau hin. Was sich nur wenige Meter weiter in einer Senke verbirgt, kann man von hier aus kaum erahnen.
Von der Landstraße aus deutet nur ein Wegweiser auf die Elsenau hin. Was sich nur wenige Meter weiter in einer Senke verbirgt, kann man von hier aus kaum erahnen. | Bild: Cornelia Putschbach

Im Rahmen einer Pfarrgemeinderatssitzung der katholischen Seelsorgeeinheit „An der Eschach“, zu der die Elsenau gehört, berichtete Gemeindereferent Michael Käfer, er habe sich während der vergangenen Wochen gemeinsam mit einem kleinen Team, unter anderem bestehend aus den Diakonen Stefan Fornal und Christian Müller-Heidt sowie dem Gemeindeteam Kappel, der Elsenau angenommen. Gerne würde man dieser Wallfahrtsstätte wieder etwas mehr Gewicht verleihen.

Der Zugang zur Elsenau führt ein kurzes Stück steil hinab. Die Wallfahrtsstätte ist für Besucher geöffnet.
Der Zugang zur Elsenau führt ein kurzes Stück steil hinab. Die Wallfahrtsstätte ist für Besucher geöffnet. | Bild: Cornelia Putschbach

Baulich gäbe es einiges zu tun, so Michael Käfer. Abgesehen von der zerstörten Marienstatue hätte es im vergangenen Jahr zweimal in der Elsenau gebrannt. Auch der Zahn der Zeit nagt am Gemäuer und der Kapelle. Außerdem sei die Seelsorgeeinheit auch für die Verkehrssicherungspflicht auf dem Gelände verantwortlich. Pastoral müsste die Elsenau nicht nur in der jetzigen Seelsorgeeinheit, sondern später auch in der Großpfarrei Villingen einen Stellenwert haben. Es müsse also „ein Gesamtkonzept statt nur einem Klein-Klein geben“.

Vor dem Marienbildnis stehen an diesem ersten Tag des Marienmonats Mai viele Blumen. Die Statue selbst wurde vor Kurzem zerstört und ist nun vorerst durch ein Bild ersetzt.
Vor dem Marienbildnis stehen an diesem ersten Tag des Marienmonats Mai viele Blumen. Die Statue selbst wurde vor Kurzem zerstört und ist nun vorerst durch ein Bild ersetzt. | Bild: Cornelia Putschbach

Finanziell möglich könnte die Sanierung der Elsenau unter Einbeziehung der Fundraising-Fachstelle der Erzdiözese Freiburg sein, erläuterte Michael Käfer. Doch davor müsse erst genau untersucht werden, was an baulichen Maßnahmen notwendig ist und was dies kostet. Auch ein pastorales Konzept müsse erarbeitet sein.

Oberhalb der Grotte wacht ein Christuskreuz über die Wallfahrtsstätte. Auch hier legen immer wieder Besucher Blumen ab.
Oberhalb der Grotte wacht ein Christuskreuz über die Wallfahrtsstätte. Auch hier legen immer wieder Besucher Blumen ab. | Bild: Cornelia Putschbach

Diakon Stefan Fornal fordert dafür ein klares „Jawoll, wir machen das!“ vom Pfarrgemeinderat. Wenn nicht alle komplett hinter der Aktion stünden, mache das keinen Sinn. Gleichzeitig, so ergänzt Christian Müller-Heidt, dürfe der Rahmen „des schon jetzt sehr gut angenommenen Ortes und die vielfältig gelebte Gläubigkeit der Menschen nicht genommen werden.“ Man müsse sich also gut überlegen, welches Konzept umgesetzt werden soll.

Im rückwärtigen Teil der Elsenau können die Besucher überdacht sitzen. Wie an manch anderen Stellen der Wallfahrtsstätte besteht auch hier Sanierungsbedarf.
Im rückwärtigen Teil der Elsenau können die Besucher überdacht sitzen. Wie an manch anderen Stellen der Wallfahrtsstätte besteht auch hier Sanierungsbedarf. | Bild: Cornelia Putschbach

Im Pfarrgemeinderat bestand schließlich Einigkeit, die bestehenden Optionen zu untersuchen. Gleichzeitig sollen auf jeden Fall der die Elsenau umgebende Zaun repariert und notwendige Baumarbeiten erledigt werden. Dies sei unabhängig von künftigen Konzepten notwendig.

Neben der Elsenau blickte der Pfarrgemeinderat in seiner Sitzung auf die Ostergottesdienste zurück. Die Entscheidungen, die meisten Gottesdienste zu feiern, sei richtig und organisatorisch gut zu handhaben gewesen, so der Tenor aus den Pfarreien. In den kommenden Wochen möchten die neun Pfarreien der Seelsorgeeinheit außerdem mit je einer Kollekte in einem zusätzlichen Klingelkörbchen Spenden für die Opfer der Schwenninger Brandkatastrophe sammeln.