Jeden Morgen fahren die Mitarbeiter der Raum-Designfirma Feyer.Art auf dem Weg zur Arbeit an der kleinen Hofkapelle Vogelsanghof in Niedereschach vorbei. Schon im Jahr 2011 sanierten sie die Fassade, die durch einen Autounfall beschädigt worden war – und entdeckten dabei, dass auch der Innenraum aufgrund mehrerer Wasserschäden dringend renoviert werden sollte. Also beschloss Gerhard Feyer, sich auch darum zu kümmern, sobald die Zeit es hergäbe.

Ideales Projekt für Azubis

Diese Zeit kam dann im April 2020, als sich aufgrund der Corona-Krise ein paar Aufträge verschoben hatten. Um seine fünf Azubis weiter zu beschäftigen, sei das gemeinnützige Kapellen-Projekt ideal. Feyer möchte sie nämlich nicht in Kurzarbeit schicken, sondern ihnen die Chance geben, eigenständig ein historisches Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu sanieren.

Junge Männer und Frauen auf sich allein gestellt

Nach einer Einweisung waren die jungen Männer und Frauen auf sich allein gestellt, was, so Feyer, „einen hohen Lerneffekt garantiert“. Der kommt auch dadurch zustande, dass die Azubis das Projekt von Anfang bis Ende betreuen – anders als bei der Arbeit im Betrieb, die regelmäßig durch Schulbesuche unterbrochen wird. Bei Fragen steht Gerhard Feyer den Azubis immer wieder zur Seite.

Lehrlinge begeistert

Das eigenständige Arbeiten kam bei den Lehrlingen gut an: „Ich bin ganz begeistert, dass unser Chef uns so viel Verantwortung zutraut“, freute sich Timo Tauser, Stuckateur-Azubi im zweiten Lehrjahr. Und Alexandra Ganter, Maler- und Lackierer-Azubi im ersten Lehrjahr, fügt hinzu: „Wir arbeiten gemeinsam an unserem Projekt, als wäre es ein normaler Kundenauftrag, das heißt, wir führen Kundengespräche, berechnen und bestellen Ware, schreiben unsere Protokolle. Alles, was sonst die Gesellen für uns übernehmen, machen wir hier selbst.“

Raphael Burger (links) und Timo Tauser säubern den Eingang der Kapelle nach getaner Arbeit.
Raphael Burger (links) und Timo Tauser säubern den Eingang der Kapelle nach getaner Arbeit. | Bild:  Albert Bantle

Kein Wunder also, dass Gerhard Feyer auch in Zukunft solche Projekte für seine Azubis möglich machen will. Die halten ihre Erfolge übrigens nicht nur in der für Restaurierungssarbeiten vorgeschriebenen Dokumentation fest, sondern zeigen den Fortschritt auch über ihren eigenen Instagram-Account feyer-art_azubi-team.