Traditionen, die von manchen belächelt oder als „alte Zöpfe“ abgetan werden, die man schnellstens „abschneiden“ sollte, werden beim FC 1920 Fischbach (FCF) ganz bewusst in Ehren gehalten. Dazu zählt beispielsweise das alljährliche „Weihnachtstheater“, das als großes gesellschaftliches Ereignis in Fischbach erstmals im Jahr 1921 von Akteuren des FCF dargeboten wurde.

Und auch, dass nach jeder Jahreshauptversammlung, einmal abgesehen von den beiden zurückliegenden „Corona-Hauptversammlungen“ das einst im Vereinslokal „Zum Mohren“ getextete Vereinslied mit dem Titel „Wenn alles grünt und blüht“ gemeinsam von allen Mitgliedern gesungen wird, zählt zu diesen Traditionen.

Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen.
Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen. | Bild: Albert Bantle

Analog aus Tradition

Was viele jedoch nicht wissen ist, dass seit Bestehen des Vereins, also seit bereits 101 Jahren, der jeweilige Schriftführer oder die Schriftführerin die Berichte auch im Zeitalter der Computer handschriftlich in ein Protokollbuch einträgt. Fünf erinnerungs- und geschichtsträchtige Bände mit vielen hundert Seiten sind so bereits zusammengekommen und werden im Archiv des FCF sorgsam verwahrt. Und das in einer Zeit, in der die Digitalisierung unaufhaltsam voranschreitet und in der auch Vereine ohne Computer und moderne Kommunikationsmittel kaum noch auskommen, um den Verein und alle Ereignisse zu organisieren.

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So gesehen kann man den FC Fischbach, was die Schriftführerberichte anbetrifft, durchaus als Ausnahme bezeichnen. Natürlich nutzt man beim FCF auch die modernen Kommunikationsmittel, um den Verein zu organisieren, doch wenn es um das Protokollbuch geht, legt man größten Wert auf umfangreiche, handschriftliche Eintragungen.

Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen.
Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen. | Bild: Albert Bantle

Maßgeblicher Verfechter dieser handschriftlichen Aufzeichnungen im Protokollbuch, ist kein geringerer als der verdienstvolle Ehrenvorsitzende des Vereins, Klaus Storz, der selbst von 1978 bis 2002 das Amt des Schriftführers ausgeübt hat und insgesamt 36 Jahre in verschiedenen Funktionen in der FCF-Vorstandschaft, davon acht Jahre als erster Vorsitzender, tätig war.

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Persönlicher und lebendiger

Die Familie Storz ist seit der Gründung des FCF eng mit dem Verein verbunden und schon der Opa von Klaus Storz, der längst verstorbene aber unvergessene Otto Storz, war ein großer Förderer des Clubs und jagte in jungen Jahren, genau wie Klaus Storz, dem runden Leder nach.

„Handschriftliche Eintragungen sind einfach persönlicher sowie lebendiger und sagen auch etwas über die Persönlichkeit des jeweiligen Schriftführers und den Zeitgeist aus“, so die Meinung von Klaus Storz.

Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen.
Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen. | Bild: Albert Bantle

Tradition wird vererbt

Nachdem dieser das Schriftführeramt im Jahr 2002 an Brigitte Bantle übergeben hatte und diese wiederum im Jahr 2014 ihr Amt an Kim Bajwa, die eine geborene Storz und Nichte von Klaus Storz ist, weitergab, überzeugte er beide Frauen in persönlichen Gesprächen davon, die „Handschrifttradition“ fortzuführen.

Beide ließen sich darauf ein und opferten beziehungsweise opfern noch immer, so manchen Abend für die Eintragungen in das FC-Protokollbuch. „Und es macht sogar Spaß und tut der Handschrift richtig gut, die sonst verkümmert“, betont Kim Bajwa.

Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen.
Interessant sind nicht nur die unterschiedlichen Handschriften sondern die verschiedenen persönlichen Schreibstile der jeweiligen Schriftführer und Schriftführerinnen. | Bild: Albert Bantle