Niedereschach – Eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität hat der Hilferuf der Leitung des Pflegehauses in Niedereschach und von Bürgermeister Martin Ragg nach Desinfekionsmitteln, Mundschutzmasken und Schutzbrillen für das dortige Personal und auch der Bewohner ausgelöst.

Freiwillige Näherinnen helfen

Für Maike Papst – ihr Hobby ist ohnehin das Nähen von Patchwork-Decken und -utensilien – war es keine große Umstellung, nun serienmäßig selbstgenähte Mundschutzmasken anzufertigen. Und Petra Heini aus Kappel hat gleich ihre weibliche Verwandtschaft eingespannt und eine regelrechte Serienfertigung aufgebaut.

Fleißig werkelt auch Maike Papst an der Nähmaschine für den guten Zweck.
Fleißig werkelt auch Maike Papst an der Nähmaschine für den guten Zweck. | Bild: Gerd Jerger

Schon 100 Schutzmasken fertig – und es geht weiter

Mehr als 100 Schutzmasken haben sie inzwischen bereits produziert, und die Fertigung geht weiter. Schnell hat sie weitere Unterstützung im Ort gefunden: Auch andere Frauen wie Marlies Jerger, die gerne helfen wollten, ölten ihre eingestaubten Nähmaschinen und machten sich an die Arbeit.

Arbeitsteilung in Heimarbeit

Eine regelrechte Arbeitsteilung ist dabei entstanden. Die einen schneiden die Stoffteile aus, die nächste näht, die dritte zieht die Schlaufen in die Masken ein. Natürlich nicht alle zusammen, sondern, wie es sich momentan gehört, jede separat für sich in Heimarbeit.

Ein Lichtblick für das Pflegehaus: Claudia Brugger empfängt soeben ein Karton mit von engagierten Bürgerinnen genähten Mundschutzmasken. Bilder: Gerd Jerger
Ein Lichtblick für das Pflegehaus: Claudia Brugger empfängt soeben ein Karton mit von engagierten Bürgerinnen genähten Mundschutzmasken. Bilder: Gerd Jerger | Bild: Gerd Jerger

Schutzfunktion für die Mitmenschen

Wenngleich den eifrigen Näherinnen klar ist, dass ihr selbst gefertigter Mund-Nasen-Schutz keine professionelle FFP-Schutzmaske ersetzt, so können einfache Stoffmasken dennoch Tröpfchen auffangen, beispielsweise beim Sprechen, Husten oder Niesen, und so andere vor einer Infektion schützen. Auch ein minimaler Schutz ist besser als gar keiner, darin sind sich die Näherinnen einig. Und auch darin, dass es einem ein gutes Gefühl gibt, nicht untätig herumsitzen zu müssen, sondern sich in der momentanen Situation für die Allgemeinheit nützlich machen zu können.

Firmen unterstützen

Auch weitere Schutzmasken und Schutzbrillen von Firmen, Handwerkern und Privatleuten sind bereits kurz nach dem Aufruf im Rathaus eingetroffen. Beispielsweise stellte die Firma Touratech 50 Schutzmasken und zwölf Schutzbrillen zur Verfügung.

Der Niedereschacher Baustoffhändler Klaus Jäckle (links) hat über Beziehungen zwölf Liter Desinfektionsmittel für das Pflegehaus am Eschachpark besorgt und diese an Christian Fett übergeben
Der Niedereschacher Baustoffhändler Klaus Jäckle (links) hat über Beziehungen zwölf Liter Desinfektionsmittel für das Pflegehaus am Eschachpark besorgt und diese an Christian Fett übergeben | Bild: Gerd Jerger

Bürgermeister sehr dankbar

„Ich bin allen sehr dankbar und finde die breite Unterstützung für das Pflegehaus einfach großartig“, freut sich Bürgermeister Martin Ragg über wirklich jede Schutzmaske, jede Schutzbrille, jeden Schutzanzug und Desinfektionsmittel. Ebenso großartig findet er die vielen privaten Aktivitäten zum Wohle der älteren Bürgerinnen und Bürger.

Einkaufshilfen für ältere Bürger

Dass sich auch viele jüngeren Bürgerinnen und Bürger, wie beispielsweise die KJG, die beim Einkaufsdienst mit dabei ist, engagieren, freut Bürgermeister Ragg besonders. Denn gerade ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen werden von vielen Seiten, in aller Stille und Selbstverständlichkeit, großartig unterstützt.

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Familien stehen zusammen

In den meisten Fällen sind es Familienmitglieder, die aktiv helfen, beispielsweise durch Einkäufe, damit zur Risikogruppe gehörende oder unter Quarantäne stehende Menschen in ihren Wohnungen bleiben können.

Unterstützung durch die Coronahilfe

Dort, wo keine Familie und keine Freunde, Verwandten oder Bekannten dahinterstehen und sich kümmern, greift die von der Sozialgenossenschaft „Bürger für Bürger“ in Kooperation mit der Gemeinde, den DRK-Ortsvereinen aus Niedereschach und Fischbach, der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) und der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde initiierte Coronahilfe.

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