Lange und kontrovers wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung über das Investitionsprogramm für das Jahr 2019 diskutiert. Grundlage hierfür war eine von der Verwaltung vorgelegte Priorisierungsliste, die aber auch den Vorschlag beinhaltete, aufgrund der Vielzahl und der Summe der Investitionswünsche einige Maßnahmen statt im Jahr 2019 erst im Jahr 2020 durchzuführen. Und nachdem Kämmerer Alfred Haberstroh erläutert hatte, dass der Investitionsbedarf für das Jahr 2019 bei 9,1 Millionen Euro liege, nahm die Diskussion ihren Lauf.

Ganz und gar nicht damit einverstanden zeigte sich Kappels Ortschaftsrat Manfred Ketterer bei den Haushaltsberatungen mit dem Vorschlag der Verwaltung, für den Bereich "Neue Bestattungsformen" auf dem Friedhof in Kappel die veranschlagten 50 000 Euro erst für das Jahr 2020 einzuplanen. "Das verstehe ich nicht", so Ketterer mit Blick darauf, dass diese Maßnahme schon seit Jahren verschoben werde und im Grunde mit der bereits erfolgten Sanierung der kleinen Friedhofshalle bereits begonnen wurde. Hier widersprach Ortsbaumeister Leopold Jerger vehement. Es seien 30 000 Euro für neue Bestattungsformen auf dem Friedhof in Kappel bereitgestanden, und es sei der Wunsch des Ortschaftsrates gewesen, dieses Geld "umzupolen" für die Ertüchtigung der Friedhofshalle.

Konkret geht es um einen freien Platz im hinteren Bereich der Friedhofseinfahrt, wo unter Einbeziehung des Kappeler Steinemeisters Lars Vogt, etwas in Richtung "Alternativer Bestattungsform" geplant sei, wofür Vogt zugesagt habe, einen entsprechenden Gestaltungsvorschlag zu machen. Diese Maßnahme könnte dann beraten und beschlossen und 2019 umgesetzt werden, wenn das Geld im Haushalt bereitgestellt wäre. Unterstützt wurde Ketterer mit seinem Wunsch auch vom Kappels Ortsvorsteher und Gemeinderat, Werner Reich. Am Ende lehnte es der Gemeinderat bei sechs Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen und einer Enthaltung ab, die 50 000 Euro für die neuen Bestattungsformen auf dem Friedhof in Kappel statt im Jahr 2020 bereits im Jahr 2019 zur Verfügung zu stellen.

Genau umgekehrt lief es bei der auf dem Vereinsschuppen hinter dem Schmiedesteighaus in Fischbach geplanten Dachsanierung. Hier hatte die Verwaltung vorgeschlagen, im kommenden Jahr 50 000 Euro im Haushalt bereit zu stellen. Auf Antrag von Gemeinderat Edgar Lamparter das Geld erst 2020 bereit zu stellen, beschloss das Gremium mehrheitlich, diese Maßnahme auf das Jahr 2020 zu verschieben.

Der Fischbacher Ortschaftsrat Andy Ettwein hatte sich bei dieser Diskussion stark dafür eingesetzt, die Maßnahme wie von der Verwaltung vorgeschlagen, bereits 2019 durchzuführen. "Manchmal fehlt den Gemeinderäten einfach das Hintergrundwissen", sagte Ettwein. Der Ortschaftsrat sei in den Ortsteilen näher dran und mache sich durchaus intensive Gedanken. So sei die Sanierung des Daches des Vereinsschuppens hinter dem Schmiedesteighaus schon lange ein Thema. Dort sei auch das Schlauchlager der Feuerwehr untergebracht. Dieses Dach sei nicht nur undicht, sondern auch asbesthaltig und direkt daneben sei beispielsweise der DRK-Raum. Der Ortschaftsrat Fischbach habe die Maßnahme in seiner Priorisierungsliste nicht umsonst auf Position zwei gesetzt.

Gelohnt hat sich hingegen der Einsatz der Schabenhausener Ortschaftsräte Joachim Schieke und Wilfried Greinus, eine mit 10 000 Euro veranschlagte Renovierungsmaßnahme im Kindergarten Schabenhausen statt wie geplant im Jahr 2020 auf das Jahr 2019 vorzuziehen. Bei dieser Maßnahme seien Eigenleistungen von handwerklich begabten Vätern zugesagt, deren Kinder allerdings im Jahr 2020 nicht mehr im Kindergarten seien, was deren ehrenamtlichem Engagement dann abträglich sein könnte. Von diesem Argument und auch mit Blick auf das in Aussicht gestellte ehrenamtliche Engagement stimmte der Gemeinderat einstimmig zu, die hierfür benötigten Mittel bereits 2019 im Haushalt bereit zu stellen.