Im Kreis fahren, stundenlang, auf einem Mofa – 17 3/4 Stunden am Stück. Das Mofarennen in Fischbach ist etwas besonderes und seit vielen Jahren ein verrücktes Spektakel. Genau diese Szenerie soll im kommenden Jahr die Grundlage eines Spielfilms werden. Daran arbeitet gerade der Filmemacher Alexander Bauknecht.

"Es war schon immer ein Traum, mal einen Spielfilm zu machen", sagt der Profi, der seit vielen Jahren in der Filmbranche tätig ist und Beiträge für diverse Formate produziert. Eine Geschichte erzählen, auf einer Spiellänge von 60 bis 80 Minuten, das gehört jedoch nicht zum Alltagsgeschäft von Alexander Bauknecht und seiner Ein-Mann-Firma Bildwerker. Nun wolle er dieses Projekt mit einem Film zum Mofarennen angehen. Nur ob es klappt, wie er sich das vorstelle, das müsse man abwarten.

Denn zur bloßen Idee kommen logischerweise die Herausforderungen, die es bis zu einer Umsetzung zu bewältigen gibt. Das Budget, es ist mit Kosten von rund 150 000 Euro zu rechnen, müsse beschafft werden. Dazu soll es unter anderem ein Crowdfunding geben und Sponsoren sowie Investoren werden bereits jetzt gesucht. Ebenso gilt es weiterhin, das Drehbuch auszuarbeiten und ganz praktische Fragen, wie die Unterbringung und Verpflegung der Filmcrew, zu klären. Der genaue Plan soll bis spätestens Juni 2018 stehen. Für die Handlung des Films hat Alexander Bauknecht schon jede Menge Ideen, aber während der Dreharbeiten werde es auch viel auf Improvisation ankommen. Denn der Trubel des Rennablaufs lasse gar nichts anderes zu. Sicher ist für den Regisseur: "Der Film soll mit der Startflagge anfangen und mit der Zielflagge aufhören."

In dem Film kommen professionelle Schauspieler zum Einsatz. Vor der Herausforderung Mofarennen scheuen die sich aber nicht. "Die werden natürlich mitfahren", erklärt der Regisseur. Denn mindestens 50 Prozent des Films wird das Rennfieber ausmachen – das sei der Clou an der Sache, sagt Alexander Bauknecht. Den Rest bilden die Handlungen, die die Geschichte unter den fünf beteiligten Rennfahrern ausmacht.

In Summe werden rund 100 Leute bei den Dreharbeiten in Fischbach vor Ort sein, schätzt Bauknecht. Einen Teil der Arbeiten, die das Budget entlasten sollen, kann beispielsweise mit vorhandener Technik abgedeckt werden. Zudem wird auch die Arbeit von Alexander Bauknecht zum kalkulierten Budget hinzukommen. Auch der persönliche Kontakt zu Schauspielern, Kameraleuten und einem Drohenpiloten sollen helfen.

Für den Fischbacher Daniel Lipp, seit vielen Jahren Rennleiter des Mofarennens, eine gute Gelegenheit, die Veranstaltung noch bekannter zu machen. "Dass das Mofarennen nun in einem Film dargestellt wird, ist einfach witzig. Vor allem, wenn man überlegt, was wir hier machen", sagt Daniel Lipp über das Rennen, das seinen Teilnehmern exakt 17 Stunden und 45 Minuten alles abverlangt.

Er sei beim vergangenen Rennen im Jahr 2016 angesprochen worden. Auch dort hatte Alexander Bauknecht schon einige Szenen aufgenommen, die nun bereits zu einem Kurzfilm verarbeitet wurden. Die gesammelten Inspirationen will der Filmemacher nächstes Jahr in dem Spielfilm zusammenkommen lassen.

Mofarennen

Das Fischbacher Mofarennen findet alle zwei Jahre statt. Es dauert exakt 17 3/4 Stunden. Ein Team besteht aus mehreren Fahrern, viele kommen seit vielen Jahren immer wieder zu dem verrückten Rennspektakel. Die Veranstaltung habe sich in der Szene, so sagt Daniel Lipp, bereits einen guten Ruf erarbeitet. Hinter der Organisation steckt ein großes Team. Auch Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Feuerwehr sind unter den Helfern. Immer wieder gebe es auch Anfragen von anderen interessierten Veranstaltern. (pga)