An karitativen Einrichtungen mangelt es Niedereschach nicht: Betreutes Wohnen, das Pflegehaus, die Bürger für Bürger-Genossenschaft und das jüngste Projekt „Alt werden in Niedereschach„. In der Gemeinderatssitzung wurde nun mit einem „Mehrgenerationentreff für Niedereschach„ von Bürgermeister Martin Ragg ein weiteres Projekt vorgestellt. Die Pläne sorgten für einigen Unmut im Rat.

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Für das Projekt werde, so Ragg, eine Fördersumme von 100.000 Euro in Aussicht gestellt, an Eigenmitteln müsste die Gemeinde 11.974 Euro beitragen und zur Weiterfinanzierung nach Projektablauf jährlich 50.000 Euro beisteuern. „Mit einem relativ überschaubaren finanziellen Engagement der Gemeinde kann hiermit ein Projekt auf den Weg gebracht werden, das das Miteinander der Generationen wesentlich bereichern würde“, sagte Ragg. Der Antrag sei in Anbetracht der Kürze der Zeit schon einmal gestellt worden. Bis Ende November müsse ein Gemeinderatsbeschluss gefällt werden.

Einen Treffpunkt schaffen

Joachim Bucher, Vorsitzender der Genossenschaft Bürger für Bürger, stellte dem Gemeinderat das Projekt Mehrgenerationentreff vor. Laut Bucher würde mit diesem Projekt ein Treffpunkt geschaffen, der für verschiedene Generationen die Möglichkeit zur Aktivität und Begegnung biete. Dazu soll eine Stelle eingerichtet werden, die die verschiedenen Angebote in den vier Teilgemeinden vernetze und als Anlaufstelle diene. Zielgruppen seien Angehörige verschiedenener Generationen, die ein Interesse an einem generationenübergreifenden Miteinander haben.

  • Projektbeschreibung: In einer Art offenem Treff soll der Mehrgenerationentreff die Qualitätskriterien für Mehrgenerationenhäuser erfüllen mit vielfältigen Angeboten, die generationenübergreifend wahrgenommen werden. Beispiele sind Kreativ- und Bewegungsangebote oder auch solche aus dem Bereich der Betreuung und des Lernens. Als Standort für den Mehrgenerationentreff biete sich der Kernort Niedereschach an, mit unmittelbarer Nähe zu Rathaus, Bäckerei und weiteren Geschäften. Die Angebote der Seniorenclubs und weiterer Vereine und Initiativen in den anderen Ortsteilen sollen mit denen des Mehrgenerationentreffs vernetzt werden. Als „Wohnzimmer für alle“ bilden die Räumlichkeiten des Mehrgenerationentreffs die Möglichkeit der zwanglosen Begegnung. Der Mehrgenerationentreff biete drüber hinaus ein vielfältiges Programm wie Sonntagsbrunch, Hochbeetprojekt in Kooperation mit einer Schul-AG oder Motto-Wochen in Kooperation mit den Kinderbetreuungseinrichtungen. Auch die Schule und die Kinderbetreuungseinrichtungen sollen mit einbezogen werden.
  • Reaktionen: Die Begeisterung des Bürgermeisters und des Vorsitzenden der Bürgergenossenschaft wurde von vielen Gemeinderäten nicht geteilt. Alles realisieren zu wollen, wofür es gerade Zuschüsse gibt, empfindet Rüdiger Krachenfels als „den total falschen Weg“. Zuschüsse seien letztlich Steuergelder, die der Steuerzahler aufbringen müsse. Kaum sei ein Projekt angestoßen, komme schon wieder das nächste, wobei die Gemeinde ja auch ordentlich dazuzahlen müsse. Irgendwann sei das alles nicht mehr finanzierbar. Zudem seien die Senioren heutzutage doch noch so agil und rüstig, da sie doch dies ganzen Aktivitäten ohne viel Geld aufzubringen selbst organisieren können. Zudem befürchte er, mit den vielen geplanten Angeboten wie Sonntagsbrunch oder Kaffeenachmittagen der Gastronomie irgendwann den Todesstoß zu versetzen. Die 50.000 Euro an Personalkosten, die für dieses Projekt in der Folge aufzubringen sind, störten insbesondere Michael Asal. Irgendwann sei da doch mal Ende der Fahnenstange, kritisierte er.
  • Beschluss: Bei sechs Ja- und zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, dass sich die Gemeinde zum Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft Mehrgenerationenhäuser bekennt und der Mehrgenerationentreff im Kernort ein Bestandteil der kommunalen Planungen zum demografischen Wandel und zur Sozialraumentwicklung ist. Mit der Realisierung dieses Projekts wird die Bürger für Bürger eG beauftragt sowie die für das Projekt erforderlichen Eigenmittel von 12.000 Euro Euro bereitgestellt. Zudem, so der Beschluss, wird die Weiterfinanzierung nach dem Projektablauf am 30. Juni 2021 in Höhe von maximal 50.000 Euro jährlich übernommen.

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