Was ist es wohl, was die Faszination bei den Reisevorträgen des Niedereschacher Weltenbummlers André Schuler immer wieder ausmacht? Nach dem Besucheransturm bei seinem Reisevortrag über Vietnam im vergangenen Jahr hatte das Forum Niedereschach als Veranstalter jetzt zu seinem neuen Reisebericht zum Thema „3000 Kilometer durch Thailand und Laos auf dem Fahrrad„ schon zwei Abende hintereinander eingeplant.

Katharinensaal berstend voll

Und man glaubte, seinen Augen nicht zu trauen: Nach einem berstend vollen Katharinensaal am Freitagabend hatte sich auch am Samstagabend der Saal bis zum Veranstaltungsbeginn so gefüllt, dass auf die Schnelle erst noch nachgestuhlt und Getränke nachgeordert werden mussten.

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Ein Auge für urige Typen und skurrile Situationen

Hochkarätige wissenschaftliche Abhandlungen über Flora und Fauna der von Schuler bereisten Länder sind es sicherlich weniger, was die Zuhörer so fesselt. Dafür eher schon seine unkomplizierte und humorige Betrachtungsweise, mit denen er mit seiner Kamera an die fremden und exotischen Motive herangeht, an die Menschen und vor allem an urige Typen in Situationen, die er sich oftmals selbst nicht erklären kann.

1157 Fotos in zwei Monaten geschossen

Und Motive gab es auch diesmal wieder genügend. Genau 1157 Bilder hatte auf seiner zweimonatigen Reise geschossen. Die Route führte durch Chiang Rai und von dort in das berühmte goldene Dreieck, den Mekong entlang nach Vientiane in Laos und wieder über die Grenze nach Thailand, mit dem Zug von Ubon Ratschantani weiter zur alten Königsstadt Ayutthaya, von dort dann mit Rad weiter nach Kanchanaburi mit der berühmten „Brücke am Kwai“. Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent führte die letzte Etappe an Bangkok vorbei durch den islamisch geprägten Süden bis zum Endziel Phuket.

Der Blick für ausgefallene Details macht Schulers Reisevorträge so interessant – wie hier die huhngerechte Designertasche.
Der Blick für ausgefallene Details macht Schulers Reisevorträge so interessant – wie hier die huhngerechte Designertasche. | Bild: Gerd Jerger

Zahlen und Fakten über Land und Leute

Eindrücke von den mit brachialer Gewalt durch die idyllischen Dschungellandschaften geschlagenen Trassen für die neue chinesische Seidenstraße gehörten ebenso zu seinem Vortrag wie auch Zahlen und Fakten über Land und Leute.

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Viele humorige Vergleiche

Doch in erster Linie überwogen humorigen Vergleiche, die er auf seinen Reisen auf originelle Weise mit seinem Heimatort Niedereschach verbindet und die sich in seinen Bildern wiederfinden. Gerade die älteren Niedereschacher Bürger verstehen Schulers Anspielungen auf die örtlichen Urgesteine, die es noch gibt oder gegeben hat. Sei es der „Zehnder-Karle“, den Schuler in einer gut beleibten Buddhafigur wiederfindet mitsamt einem Harem spärlich bekleideter Tempeltänzerinnen, oder der „Akziser“ beim Anblick eines mit ewig langen Bambusstangen beladenen Gefährtes. 

Dieser Laster mit ewig langen Bambusstangen erinnern Schuler an ähnliche Transporte durch das Niedereschacher Original, den Akziser.
Dieser Laster mit ewig langen Bambusstangen erinnern Schuler an ähnliche Transporte durch das Niedereschacher Original, den Akziser. | Bild: Gerd Jerger

Benzin-Verkauf in Plastikflaschen

Die ausgelegten Schweinsköpfe auf einem Thai-Markt erinnern ihn an die Auslagen in der ehemaligen Metzgerei seiner Tante, der „Metzger-Bertel“. Kurz darauf präsentiert er eine thailändische Variante der Modler-Tankstelle beim Anblick der Plastikflaschen, in denen dort das Benzin angeboten wird.

In dieser Schonbereifung sieht Schuler das neueste Baggermodell des Fischbacher Bauunternehmens Müller-Teambau.
In dieser Schonbereifung sieht Schuler das neueste Baggermodell des Fischbacher Bauunternehmens Müller-Teambau. | Bild: Gerd Jerger

Mit einem Bagger, dessen Ketten mit alten Motorradreifen bemantelt waren, hätte auch das Fischbacher Müller-Bauteam endlich eine asphaltschonende Alternative für den Bau des nächsten Radweges in Richtung Erdmannsweiler gefunden.

Stürmischer Applaus

Aber auch er selbst findet sich zusammen mit seinem ehemaligen Lehrmeister, dem Schlossermeister Egon Podolski, wieder beim Anblick zweier originellen Gesellen in einer thailändischen Schmiedewerkstatt. Am stürmischen Applaus war es deutlich zu merken: Niedereschach freut sich bereits schon wieder darauf, wenn André Schuler in zwei Jahren seine Eindrücke von seinem nächsten Reiseziel Mexiko mit nach Hause bringt.