Frau Grieb, wie geht es dem Gemeindewald in Niedereschach?

Anna-Lena Grieb: Der Gemeindewald in Niedereschach ist trotz des trockenen Sommers in einem relativ guten Zustand. Vereinzelt kam es durch Nassschnee vergangenes Wochenende zu Kronenbrüchen in der Fichte und zum Teil wurden gerade jüngere Bäume, die noch Laub tragen, stark gebogen bis gebrochen.

Aufgrund der Dürre ist oft von einem extremen Borkenkäferbefall die Rede. Trifft dies auch für unsere Wälder zu?

Der Sommer 2018 war einer der wärmsten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies führte zu optimalen Rahmenbedingungen für biotische Waldschädlinge wie Borkenkäfer. Im Vergleich zu anderen Landesteilen kam es in der Umgebung rund um Niedereschach zu weniger Borkenkäferbefall an der Fichte. 2018 lag der Anfall an Käferholz in Niedereschach auf ähnlichem Niveau, wie in den vorangegangen Jahren. Auch wenn der Wald in Niedereschach vergleichsweise gut dasteht, ist die Gesamtsituation, bedingt durch Trockenheit, Borkenkäfer und Kronenbrüche durch Nassschnee, angespannt. Aus diesem Grund werden die Wälder in Niedereschach auch diesen Winter auf befallene Käferbäume kontrolliert, aufgearbeitet und abgefahren, sodass die Ausgangspopulation an Borkenkäfern für 2019 auf einem Minimum gehalten wird.

Von weitem schon erkennbar sind die dürren Wipfel der befallenen Käferbäume.
Von weitem schon erkennbar sind die dürren Wipfel der befallenen Käferbäume. | Bild: Gerd Jerger

Und wie kann dem Käferbefall in Zukunft begegnet werden?

Um auch in Zukunft einen stabilen Wald zu bewirtschaften, wird mit einer Kombination aus unterschiedlichen Maßnahmen der Wald vor Schäden geschützt. Diese Maßnahmen reichen von waldbaulichen Maßnahmen wie standortgerechte Baumartenwahl, Förderung von Mischbeständen und Nutzungen wie Ameisen und Vögel und technische Maßnahmen wie Entrinden von befallenem Stammholz und Hacken von Resthölzern bis hin zu organisatorischen Maßnahmen: Schnelle Abfuhr der befallenen Baumstämme und Nasslager. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Schutz befallenen Holzes auf einem Polter stellt immer das letzte Mittel dar.

Der Borkenkäfer befällt in erster Linie die Fichtenbestände. War die deshalb bereits von ihrem Vorgänger Wolfgang Storz betriebene Abkehr von der Fichten-Monokultur hin zu Mischwaldbeständen die richtige Alternative?

Die Forstrevierleiterin Anna-Lena Grieb.
Die Forstrevierleiterin Anna-Lena Grieb. | Bild: Gerd Jerger

Der Waldumbau weg von Fichten-Monokulturen hin zu Mischbeständen ist ein sehr wichtiger Aspekt, um die Wälder widerstandfähiger und stabiler zu machen.

Das Villinger Forstamt rät derzeit von Spaziergängen im Wald ab. Gilt dies auch für Niedereschach?

Unter den momentanen Umständen steht Spaziergängen im Wald nichts entgegen. Dennoch muss, wie zu jederzeit, im Wald mit waldtypischen Gefahren gerechnet werden.

Fragen: Gerd Jerger