Sorgen machen sich Fischbacher Eltern um die Grundschule Fischbach angesichts sinkender Schülerzahlen. Im jüngsten Elternabend sollen Äußerungen zum Fortbestand der Grundschule in Fischbach gefallen sein. Zahlreiche Eltern trugen ihre Befürchtungen am Montagabend in die Sitzung des Ortschaftsrates. Bürgermeister Martin Ragg machte deutlich: „Eine Schulschließung steht nicht im Raum.“ Er selbst, der Ortschaftsrat und Rektor Peter Singer seien am Erhalt der Fischbacher Schule interessiert.

Eltern sorgen sich

Die anwesenden Eltern äußerten Bedenken, ob Rektor Singer tatsächlich die Fischbacher Außenstelle erhalten möchte. Ein Vater sagte, dass er den Eindruck habe, dass der Rektor darauf hinarbeite, dass die Schule in Fischbach zugemacht werde. „Lippenbekenntnisse sind das eine und das tatsächliche Handeln das andere“, sagte ein weiterer Vater.

Bürgermeister verteidigt Rektor

Martin Ragg, der noch am Sitzungstag mit Singer telefoniert habe, verteidigte den Rektor, der angesichts vorhandener Vorgaben der Politik und des Schulamtes mitunter selbst „Getriebener“ sei. Singer stehe zum Schulstandort in Fischbach, so Ragg. Für Nachfragen des SÜDKURIER war der Schulleiter am Mittwoch nicht zu erreichen.

Offizielle Sitzung soll folgen

Bürgermeister Ragg schlug vor, das Thema in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrates offiziell auf die Tagesordnung zu nehmen und hierzu Rektor Peter Singer einzuladen. Dann soll das Thema mit den Eltern, dem Rektor und den Ortschafträten noch einmal ausgiebig diskutiert und beraten werden.

Schülerzahlen nehmen ab

Was die Schule anbetreffe, so der Bürgermeister, gebe es zwei wichtige Akteure: einmal die Gemeinde, die für die Gebäude und Schulraumausstattung zuständig sei und einmal das Land Baden-Württemberg und das Schulamt. Fakt sei, dass es zu wenige Grundschullehrer gebe. Doch nach wie vor gelte auch bei der Koalition in Stuttgart die Devise „Kurze Beine – kurze Wege“. Damit sei seitens der Politik klar, dass man auch kleine Grundschulen erhalten wolle. Fakt sei auch, dass die Schülerzahl in Fischbach stark abgenommen habe.

26 Kinder insgesamt im Moment

Aktuell seien es 26 Kinder. Vor diesem Hintergrund seien die Ausführungen von Rektor Singer zu sehen, der bei dem Elternabend darauf hingewiesen hatte, dass 26 Kinder die absolute Untergrenze sei, um jahrgangsgemischte Klassen bilden zu können. Ab 25 Kindern müssten den Vorgaben entsprechend sogenannte „Familienklassen„ gebildet werden. Das hieße, dass die Klassen 1 bis 4 in Fischbach gemeinsam unterrichtet werden müssten. Lehrer für Familienklassen habe er jedoch nicht zur Verfügung, soll Rektor Singer bei dem Elternabend gesagt haben.

Eltern wollen keine Familienklasse

Gleich mehrfach wurde aus den Reihen der Eltern betont, dass sie ihre Kinder nicht mehr an die Fischbacher Schule schicken werden, wenn dort Familienklassen eingeführt werden sollen. Hinterfragt wurde auch was passiert, wenn während des laufenden Schuljahres die Schülerzahl auf unter 26 fällt. „Wird dann noch während des Schuljahres die Familienklasse eingeführt?“, wollte eine Mutter wissen. Der Bürgermeister will die Fragen bis zur nächsten Sitzung klären. Er wird diesbezüglich mit dem Schulamt Kontakt aufnehmen.

Kooperation mit dem Kindergarten

Um den Kindern an der Grundschule in Fischbach künftig einen Mittagtisch zu ermöglichen, haben sich die Eltern intensive Gedanken gemacht. Mit der Fischbacher Kindergartenleiterin Iris Müller und deren Team, habe man hierfür bereits Partner gewinnen können.