Mit einer weiteren kleinen Attraktion wartet das Heimatmuseum der Gesamtgemeinde Niedereschach in Fischbach auf. Als Schenkung hat man nun einen Hausaltar aus Zinn mit Eichenholzsockel der Firma Welty Augsburg erhalten. „Man mag dazu stehen, wie man will, aber die Religiosität gehört zur Heimatgeschichte und Tradition“, sagte hierzu Museumsleiter Hans Otto Wagner. Je nach Region sei sie anders ausgeprägt und habe ihre typischen Erscheinungsformen. So hätten Religionsgemeinschaften dafür immer beispielsweise Ikonen und Statuen geschaffen.

Devotionalien schon bei den alten Ägyptern weit verbreitet

Ein ganz besonderer Zweig, der als Glaubenshilfe dienen solle, seien die Devotionalien. Meist in Massen hergestellt, seien sie schon in den frühen Religionen wie bei den Ägyptern oder Römern, vermutlich aber auch schon der mittleren Steinzeit vorgekommen (etwa als Idole, Erdmutterdarstellungen, Tierfiguren) – auch mitunter als rituelle Vehikel, um die Kraft des Idols oder Gottes übermittelt zu bekommen. Im europäischen Christentum seien als Devotionalien beispielsweise Wallfahrtsandenken, Kommunionbildchen und vieles mehr bekannt. Auch zu besonderes Anlässen habe die Kirche spezielle Glaubensartikel herausgegeben.

Gestaltet wie ein gotischer Kirchenaltar

Ein sehr dekoratives und schwergewichtiges Element bekam nun das Heimatmuseum als Schenkung. Es handelt sich um den eingangs erwähnten Hausaltar aus Zinn mit Eichenholzsockel der Firma Welty Augsburg, der 1953 zur Ausrufung des Marianischen Jahrs hergestellt wurde. Neben der gefälligen Gestaltung in Form eines getrennten dreiflügeligen gotischen Kirchenaltars wurde zusätzlich noch eine Spieluhr mit Aufziehwerk eingebaut.

"Ave Maria" erklingt dank der Spieluhr

Bei dem nun dem Museum vorliegenden Exemplar ist das "Ave Maria" (nach Gounod) zu hören. Es gab aber auch noch andere Melodien, wie Wagner betont. Die Firma Welty Augsburg war bis in 60er Jahre ein bekannter Devotionalien- und Spieluhrenhersteller. „Leider ist im Internet, aber auch von der Stadt Augsburg nichts weiter über sie zu erfahren“, bedauert Wagner. Der Hausaltar wird künftig im Flur eins des Obergeschosses des Museums bei den religiösen Zeugnissen auf einem Wandregal stehen, so dass man das Spielwerk einschalten kann.

Vorfreude auf Fenstersanierung im Museum

Riesengroß ist die Freude beim Museumsteam nicht nur über die Schenkung des kleinen Altares. Man freut sich ebenso auch darüber, dass im Laufe dieser Woche – wenn die ausführende Firma ihre Zusage einhält – die restlichen Fenster im Museumsgebäude ersetzt werden, so dass dann alle Fenster komplett saniert sind.

Wie berichtet übernimmt der Geschichts- und Heimatverein als Betreiber des Museums die Hälfte der Kosten. „Wir kommen damit unserer Verpflichtung als gemeinnütziger Verein nach, das erwirtschaftete Geld wieder der Allgemeinheit zufließen zu lassen“, sagt Wagner. Vielleicht sei dies auch ein Anreiz, wieder einmal das Museum zu besuchen. Immer wieder sagten Besucher: „Das hätten wir nicht gedacht, dass Niedereschach ein solch großes und liebevoll eingerichtetes Museum hat“.

Anmeldung zum Lumpenliedle-Singen

Trotz des Lumpenliedle-Singens ist das Museum übrigens am Sonntag, 3. Februar, geöffnet. Eine Anmeldung zum Lumpenliedle-Singen mit Werner Reich und Wolfgang Hauser ist von 28. Januar bis 1. Februar telefonisch unter der Rufnummer 0152 / 3424 8230 möglich. Die Reservierung erfolgt nach Eingang der Anmeldung. Das Museum kann maximal 50 Plätze bieten.

Museum bittet um weitere Ausstellungsbeiträge

Auch ruft das Museumsteam aktuell noch einmal dazu auf, dem Museum Sammlungen, Hobbyarbeiten, Handwerkliches oder Künstlerisches für Sonderausstellungen zur Verfügung zu stellen. Man sei für alle Vorschläge dankbar und es sei sicher für die Allgemeinheit drei Monate lang interessant, zu sehen, welche Talente, Sammler und Künstler es oft unerkannt in der Gemeinde und der näheren Umgebung gebe.

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