Hugo Stern ist tot. Der gebürtige Fischbacher verstarb vergangenen Mittwoch nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren. Bis zuletzt wurde er von seiner Frau Rita und der katholischen Sozialstation gepflegt. Sein enormes ehrenamtliches Engagement für seinen Heimatort machte Stern zu einer bekannten Größe in Fischbach. Er gilt als Vater des Fischbacher Heimatmuseums.

Vielfach ausgezeichnet und geehrt

Für sein außerordentliches Engagement für den Ort Fischbach und die dort ansässigen Vereinen wurde Hugo Stern vielfach geehrt und ausgezeichnet. Unter anderem ist er Träger der Verdienst- und Bürgermedaille der Gemeinde Niedereschach, wo er als Rentner viele Jahre lang die Hausmeistermeistertätigkeit im Schlacht- und Schmiedesteighaus ausübte.

Als gelernter Fliesenleger und Schreiner war Stern keine Arbeit zu viel. Wo es galt mit anzupacken, war er zur Stelle: beim Auf- und Abbau unzähliger Feste sowie bei der Herstellung von Theken oder Theaterkulissen. Beim Ausbau des Fischbacher Heimatmuseum war Stern maßgeblich beteiligt und für den Dachausbau verantwortlich. In Form eines Porträts, das 2009 von Harald Schwaiger angefertigt wurde, wird er dort für die Nachwelt immer in Erinnerung bleiben.

Mehr als 70 Jahre im Fußballverein

Beim Geschichts- und Heimatverein wird man das Wirken und den Einsatz von Stern ebenso wenig vergessen und in dankbarer Erinnerung behalten, wie bei den anderen Fischbacher Vereinen: Beim Musikverein Fischbach war Stern sowohl als Musiker, als auch im Vorstand eine feste Größe. Im Fußballverein war er über 70 Jahre lang Mitglied und wurde dort zum Ehrenmitglied ernannt.

So lange es seine Gesundheit erlaubte, war Stern überaus aktiv, interessierte sich stets rege für das Fischbacher Ortsgeschehen und die Weltpolitik. Ein ganz besonderes Jahr war für ihn das Jahr 2016: Sein Enkel Thomas Stricker feierte die Primiz, die erste in der Heimatgemeinde vollzogene Messe eines Priesters. Diese stellte nicht nur für Hugo Stern, sondern für ganz Fischbach ein großes Ereignis dar, denn es ist die bislang einzige Primiz eines Fischbacher Bürgers.

Kriegsgedenken war ihm wichtig

Geprägt durch den Zweiten Weltkrieg, den er mit all seinen furchtbaren Facetten als junger Mensch erlebte, engagierte sich Stern jahrzehntelang ehrenamtlich für den Dienst des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, organisierte in Fischbach Jahr für Jahr Gedenkfeiern und sammelte Spenden.

Dem Verstorbenen war es ein Anliegen, den Blick auf die Weltkriege zu lenken und vor den Schrecken des Krieges warnen. Ihm war es wichtig, das Andenken an die gefallenen Soldaten lebendig zu halten. Das Schlimmste was passieren könnte wäre laut Stern, wenn die Schrecken der beiden Weltkriege in Vergessenheit geraten würden. „Das Leid der Soldaten wird an ihren Grabstätten in ganz Europa deutlich und jede Grabstelle auf diesen Grabstätten sollte Warnung und Mahnung sein, keine neuen Kriege zuzulassen“, sagte Stern. Eine Aussage des Verstorbenen, die heute aktueller scheint denn je.

Das Totengedenken für Hugo Stern findet am heutigen Freitag, 14. Juni, um 18.30 Uhr in der Sinkinger Wallfahrtskapelle statt. Die Trauerfeier für Hugo Stern findet dann am kommenden Montag, 17. Juni, um 14.30 Uhr in der katholischen St. Mauritiuskirche in Fischbach statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im Familienkreis.