Nach dem Erfolg des Münzerfestes am vergangenen Wochenende zog Cheforganisator Hans Otto Wagner ein insgesamt positives Fazit der Veranstaltung. Allerdings habe er sich über manche Dinge intensive Gedanken gemacht und sich deshalb entschlossen, ab sofort vom Amt des Chefplaners zurückzutreten, kündigte Wagner jetzt an.

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Dies bedeute aber nicht, dass er sich völlig zurückzieht. „Wenn Hilfe in manchen Bereichen benötigt, bin ich weiterhin bereit, mich nach besten Kräften einzusetzen“, so Wagner. Nicht tangiert von dieser Entscheidung seien seine Ämter als Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins sowie als Museumsleiter.

Viel Lob vom Publikum

„Das vergangene Fest möchte ich wieder als erfolgreich bezeichnen, trotz des unerfreulichen Wetters am Sonntag“, lautete Wagner Fazit. Besonders der Samstagabend habe wieder die Qualität des kleinen Festplatzes gezeigt, der durch unzählige Feuer und seine familiäre Atmosphäre ein Ambiente bot, das zum Markenzeichen des Münzerfests gehört. „Vom Publikum kam allerhöchstes Lob für die Veranstaltung und man sah den Menschen, an, dass sie diese friedliche und gesellige Stimmung genossen haben. Dazu trugen natürlich sehr die Teilnehmer bei“, lobte Wagner.

Als „höchst erfreulich“ bezeichnete Wagner den Einsatz der Narrenzunft Fischbach zusammen mit Mitgliedern des Kirchenchors, die es verstanden hätten, doch eine große Anzahl von Helfern zu motivieren, vor und hinter den Kulissen ihr Bestes zu geben. Mit Blick auf das Engagement dieser beiden Vereine hegt Wagner die Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung dieses für die Gemeinde einmaligen Festes. Dass sich auch die Eschach-Deifel mutig auf neues Terrain gewagt und vielen Kindern mit der Kegelbahn eine Freude bereitet haben, lasse ihn hoffen, dass auch weitere Vereine dazustoßen könnten.

Münzerzug abgesagt

Bei der sechsten Auflage des Münzerfestes sei ihm schon in der Vorbereitungsphase einiges aufgefallen. Während bei früheren Festen sein Kleiderschrank mit historischen Gewändern schon Wochen zuvor geleert war, hätte sich diesmal außer den wenigen Mitwirkenden aus dem Ort niemand mehr gemeldet. „Davon möchte ich ableiten, dass der ursprüngliche Schwung abhanden gekommen ist“, so Wagners Eindruck. Anstatt mitzumachen, scheinen es viele Besucher vorzuziehen, das Fest als Gast zu genießen.

Anstieg zu steil

Es sei auch bemerkenswert, dass der traditionelle Münzerzug vom ehemaligen Stammhaus zum Festplatz nicht mehr stattfinden konnte, da es einfach nicht möglich war, genügend Teilnehmer zu finden. Einige Gruppen hätten abgesagt, da ihnen der Anstieg nach Sinkingen zu steil und die Strecke zu leer gewesen sei. So sei das Verständnis für die ursprünglich angedachte Symbolik leider verloren gegangen. Die Vorstellung der Münzerfamilie am Sonntag im Zelt, als Ersatz gedacht und dem Regen geschuldet, sei sehr reduziert gewesen. Trotzdem sei die Vorstellung gut angekommen.

Ziel wird nicht erreicht

„Von der ursprünglichen Idee, das Münzerfest als ein soziales Bürgerfest zu gestalten, ist leider nicht sehr viel übrig geblieben“, bedauert Wagner. Zudem habe er festgestellt, dass die kommerziellen Zwänge immer mehr zunehmen. Auch werde die Suche im Vorfeld nach Sponsoren und Unterstützern immer schwieriger. So konnte das Ziel, mit dem Festerlös eine soziale Einrichtungen zu unterstützen, nicht mehr erreicht werden. „Wie mir die Leute an der Kasse erzählten, gibt es sogar bei einem Eintrittspreis von zwei Euro bei manchen Zeitgenossen Diskussionsbedarf“, bedauert Wagner.

Viele Ideen und Vorschläge

Im Vorfeld, aber auch während der Veranstaltung, hat Wagner sehr viele Vorschläge und neue Ideen bekommen. Trotz positiven Aspekte sei aber ein solches Fest auf Dauer nicht mehr mit so wenigen Helfern zu machen. Manchmal sorge ein Wechsel und die Weitergabe an frische Kräfte für neuen Schwung. Ideen und Vorschläge habe er genügend gehört und auch schon hoffnungsvolle Ansätze gesehen. Er hoffe nun, dass es letztendlich nicht mehr Häuptlinge als Indianer geben werde, sondern sich eine neue engagierte und belastbare Generation herausbilde, die „aus innerer Überzeugung das Werk fortführt“.