Ganz im Zeichen der Jugend stand der Musikerball des Musikvereins "Harmonie" in der Eschachhalle mit dem vielversprechenden Motto "Helden der Kindheit". Und die boten nach der Schlüsselübergabe vom närrischen Xangverein an die Musiker dann wirklich ein beeindruckendes Schauspiel auf der Bühne.

Wer kennt es nicht aus seiner Jugendzeit, das "Holladioh" als Melodie zur beliebten Kindergeschichte "Heidi", die mit ihrem Peter und dem Almöhi eine glückliche Jugend in den Bergen verbringt. Bei "Heidis Geschichte", gespielt von der Jugendkapelle, ging es allerdings weniger um duftendes Heu und tapsige Kälbchen auf der Alm, sonder schon eher, passend zur Fasnetzeit, ums "Holz vor'm Haus", das dann auch in rauen Mengen bearbeitet wurde, sodass die Fetzen flogen.

Eine tolle Show für Auge und Ohr bot mit ihrem Tanz die Fischbacher Garde, eine junge Truppe, die zu modernem Rock- und Pop akrobatische Seiltanzaktionen auf die Bühne zauberte. Da die berühmte Schriftstellerin Joanne K. Rowling bekanntlich keine weiteren Bücher ihres Romanhelden Harry Potter mehr schreibt, hatten sich die Jugendlichen um Marcs Team eine neue Auflage, speziell auf Niedereschach zugeschnitten, einfallen lassen. In ihrer Erstaufführung erzählten sie die Geschichte junger Talente, die an jenem Ort in das Musikgeschäft einsteigen möchten, an dem Gott die Erde geküsst hat. Und da gebe es nur einen: Niedereschach, selbstverständlich. In einen der Musikvereine einzutreten, gestaltete sich aber etwas schwierig, da bekanntlich mehrere zur Auswahl stehen. Der sprechende Hut entschied dann, welches Probelokal am besten zu ihnen passen könnte.

Die Frauengemeinschaft, deren Mitglieder auch gleich die Gratulationen zu ihrem 100-jährigen Jubiläum entgegennahmen, begeisterte mit einer "Tour de Dance" mit dem Besten aus ihren 100 Jahren Vereinsgeschichte. Dabei zeigten sie Charleston über Swing, Boogie-Woogie bis hin zum fetzigen Rock'n Roll. Und wenn das Publikum schon bei flotter Musik angelangt war, so durfte natürlich auch die legendäre Guggemusik der Fischbacher Ohrwürmer nicht fehlen, die wie immer in farbenprächtiger Aufmachung mit ohrenbetäubenden Fanfaren- und Trommelklängen den Saal ordentlich aufmischten.

Fast ebenbürtig danach die närrischen Trommler des Xangvereins, die als "Stomp" auf ihren Eimern und mit fluoreszierenden Schlegeln ein farbenprächtiges Bild abgaben, bevor das Männerballett um Michaels Team vor dem großen Finale aller Beteiligten nochmals ordentlich einen auf die Bühne legten. Musikalisch mitgestaltet von der kleinen Besetzung des Musikvereins, war ein ansprechendes närrisches Programm geboten, das sicherlich etwas mehr Publikum verdient hätte. Denn wenn bei einer ohnehin nur zur Hälfte aufgestuhlten Halle auch noch etliche Stuhlreihen leer bleiben, trägt das sicherlich nicht gerade zu einer ausgelassenen närrischen Stimmung bei.