Bürgermeister Martin Ragg hatte eine Überraschung in die jüngste Sitzung des Ortschaftsrats Kappel mitgebracht: Ein Fußgängerüberweg wird im Bereich der Einmündung der Schulstraße in den Schloßberg eingerichtet. Das sei das Ergebnis der jüngst stattgefundenen Verkehrsschau, so der Bürgermeister – und das, obwohl das Thema Querungshilfe den vorausgegangenen Verkehrsschauen bisher immer abgelehnt worden sei.

Hohe Verkehrsbelastung

Zum Hintergrund der Entscheidung sagte Ragg, dass eine Verkehrszählung im Bereich der Einmündung der Schulstraße in den Schloßberg eine tägliche Belastung im Schloßberg von 3504 Fahrzeugen ergeben habe mit einem Schwerverkehrsanteil von 2,6 Prozent. Bei einer ergänzenden Zählung der querenden Fußgänger, die die Gemeinde organisiert habe, seien dort in Spitzenzeiten morgens von 7 bis 8 Uhr 52 Fußgänger registriert worden, welche die Straße ohne Querungshilfe passieren mussten.

Die Ankündigung passte zur zuvor geäußerten Beschwerde eines Kappeler Bürgers in der letzten Ortschaftsratssitzung, dass in der Durchgangsstraße am Schloßberg immer mehr gerast werde, dass die Schüler und Kindergartenkinder dort auf gerade lebensgefährliche Art und Weise die Straße überqueren müssten – und dass es ein Wunder sei, dass dort noch nichts passiert sei.

Ragg verwies auch auf den kürzlich vom Verkehrsministerium neu herausgegebenen Leitfaden für Fußgängerüberwege (siehe Infokasten): Nach dieser Richtlinie sei jetzt von den Teilnehmern der Verkehrsschau der Beschluss gefasst worden, im Bereich der Einmündung der Schulstraße einen Fußgängerüberweg anzulegen.

Halteverbot wird verlängert

Zudem wird laut Ragg das im Einmündungsbereich der Schulstraße geltende Halteverbot bis zur Grundstückseinfahrt des Anwesens Nummer 8 verlängert, da dort davor immer wieder sichtbehindernd Fahrzeuge an der Straße abgestellt werden. Durch Anwohner seien die schwierigen Sichtverhältnisse im Bereich der Einfahrt in die Schulstraße durch am Fahrbahnrand abgestellte Fahrzeuge angesprochen worden.

Problematisches Parken vor Gasthaus Säge

Ein weiterer Entschluss ist dem Bürgermeister zufolge auch zur Parksituation vor dem neu eröffneten Gasthaus Säge gefasst worden. Denn beiderseits der Landstraße vor dem Gasthaus werden oft Autos abgestellt. Dem soll jetzt durch bauliche Maßnahmen an den Straßenrändern ein Ende gemacht werden – beispielsweise durch Randsteine oder Aufstellen von Findlingen. Zudem soll der Betreiber die Hinweise auf die Parkmöglichkeiten verbessern. Sollte sich die Situation nicht verbessern, könnte es weitere Maßnahmen geben.

Es habe mehrfache Anregung bei der Gemeinde gegeben, die dort parkenden Autos vom Fahr-bandrand der L 178 zu verbannen, hieß es in der Sitzung. Und es habe Einigkeit darüber bestanden, dass für die Gäste im rückwärtigen Bereich des Gasthauses am Mühlenweg mit dem überdachten Parkhaus ausreichend Parkfläche geschaffen worden sei.

Wenn Gäste entlang der Eschachstraße am Fahrbahnrand parkten und damit insbesondere den Einmündungsbereich zum Dobel verengten, dann geschehe dies einfach aus Bequemlichkeit, da der fußläufige Weg von dort zur Gaststätte erheblich kürzer sei.

Die Verkehrsschau habe ergeben, dass die vor der Säge an den Fahrbahnrändern abgestellten Fahrzeuge eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellten, da die Sichtbedingungen durch sie erheblich eingeschränkt werden. Entweder ein großes Aufgebot an Verkehrsschildern mit durchgängigen Halteverboten – oder aber bauliche Maßnahmen, die ein Abstellen der Autos an den Fahrbahnrändern verhindern: Diese Möglichkeiten seien aufgezeigt worden.