Der Niedereschacher VDK-Vorsitzende Walter Kubas informierte dabei in einer für die Besucher sehr verständlichen Art über das komplexe Thema: Übernahme der anfallenden Kosten für die Pflege.

Kubas stellte zudem die in Niedereschach neu gegründete Sozialgenossenschaft Bürger für Bürger vor. Bürgermeister Martin Ragg bezeichnete die Gründung der Sozialgenossenschaft als historisch für Niedereschach.

Bürger für Bürger füllt eine Lücke

Ziel von Bürger für Bürger sei es, den Menschen ihrem Wunsch entsprechend zu helfen, damit diese möglichst lange im eigenen Heim wohnen können. Das sei als Ergänzung zu den bereits vorhandenen Angeboten gedacht, um im niederschwelligen Bereich eine Lücke zu füllen. Das Thema beschäftige die Gemeinde schon lange, und mit der Gründung der Genossenschaft sei man dem Ziel, eine professionelle Nachbarschaftshilfe aufzubauen, einen entscheidenden Schritt nähergekommen.

In den Ausführungen von Walter Kubas wurde deutlich, dass Pflege teuer sein kann. Und zwar nicht nur im Pflegeheim, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Wenn Menschen fremde Hilfe bei der Betreuung und Pflege in Anspruch nehmen müssen, stelle sich schnell die Frage nach der Finanzierung.

Konkrete Zahlen

Kubas erläuterte, untermauert mit konkreten Zahlen, unter welchen Umständen und Voraussetzungen sowie in welcher Höhe die Pflegeversicherung oder das Sozialamt Leistungen übernehmen. Er erläuterte dazu das Sozialhilferecht.

Kubas machte deutlich, in welchen Fällen und in welcher Höhe Angehörige unterhaltspflichtig sind, wie lange und in welcher Höhe Ersparnisse und das eigene Haus geschützt sind, welche Alternativen es zur Pflegeheimaufnahme gibt und wo man sich beraten lassen kann. Auch auf die verschieden Leistungsarten, die Pflegesachleistung und das Pflegegeld und deren Kombinierbarkeit ging Kubas ein.

Experte erläutert Pflegegrade

Ebenso ausführlich erläuterte er die einzelnen Pflegegrade von eins bis fünf und das vom medizinischen Dienst bei der Einstufung angewandte Punktesystem, das aus sechs Modulen besteht und bis zu 100 Punkten reicht. Auch auf die einzelnen Module wie die Mobilität, bis hin zur Selbstversorgung und die Gestaltung des Alltages ging Kubas ein.

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Weitere von Kubas erläuterte wichtige Themen waren die von ihm aufgezeigten Möglichkeiten bei der Verhinderungspflege, den Pflegehilfsmitteln und technischen Hilfen, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und der vollstationären Pflege.

Ausführlich ging der Referent auch auf die Pflegeperson im häuslichen Bereich und die dieser Person zustehenden Entlastungsmöglichkeiten ein. Danach stellte Kubas die neu gegründete Sozialgenossenschaft Bürger für Bürger vor, die er als „sehr, sehr gute Sache“ bezeichnete.