Wenige Wochen vor Vollendung ihres 89. Geburtstags starb nun Elfriede Rist, geborene Riedlinger. Neben der Familie trauert man insbesondere auch bei der katholischen Kirchengemeinde der Pfarrei St. Mauritius und Katharina um die Verstorbene, die ganz im Stillen und der ihr eigenen Bescheidenheit über 65 Jahre lang, bis in das Jahr 2017 hinein, die Bruder-Konrad-Kapelle ehrenamtlich gepflegt hat.

Humorvoll und bescheiden

Sie hatte für diesen Ort Verantwortung übernommen und so dazu beigetragen, dass dieser Platz, über Konfessions- und Gemeindegrenzen hinaus, zu einem Ort wurde, an dem Menschen zur Ruhe kamen und Kraft schöpfen konnten für ihren Alltag. Alle, die ihr einmal an der Bruder-Konrad-Kapelle begegnet sind, werden sich erinnern, mit welcher Hingabe sie dort den Blumenschmuck arrangierte. Bei all ihrem Sagen und Tun war sie gradlinig, von tiefsinnigem Humor, stets bescheiden und wollte nie viel Aufhebens um ihre Person gemacht haben.

Viele Anliegen im Herzen bewegt

Mit Elfriede Rist starb auch eine große Beterin in der Gemeinde. Viele Menschen und deren Anliegen hat sie in ihrem unaufhörlichen Gebet im Herzen bewegt. "In dieser schweren Zeit des Abschiednehmens gilt unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl besonders ihrer Familie", heißt es hierzu in einem Nachruf im Namen der Kirchengemeinde seitens des Niedereschacher Gemeindeteams. Mit der Bruder-Konrad-Kapelle gebe es in Niedereschach einen Ort, der stets mit der Erinnerung an Elfriede Rist verbunden sein werde. Man werde ihr Tun und Wirken in dankbarer Erinnerung an sie bewahren.

Wunderheilung

Elfriede Rist erlebte 1946 als junges Mädchen mit 16 Jahren die Erbauung der Kapelle unter Leitung des damaligen Pfarrers Heinrich Krieg. Künstlerisch ausgestaltet wurde die Kapelle durch den Beuroner Pater Tutilo Josef Gröner. Ein Jahr später wurde die Kapelle Schauplatz einer auf natürlichem Wege nicht zu erklärenden Wunderheilung, an die bis heute eine Tafel im Innern der Kapelle erinnert. All dies erlebte Elfriede Rist mit.

Blumen im Hausgarten gezogen

Als Pfarrer Heinrich Krieg jemanden für die Betreuung der Kapelle suchte und Elfriede Rist von zwei Frauen auf dem Heimweg von einem Gottesdienst in der Kapelle gezielt darauf angesprochen wurde, sagte sie zu. Anfangs waren es Feldblumen, mit denen sie für Blumenschmuck sorgte, später zog sie die Blumen in ihrem Hausgarten heran. Die Besucher der Kapelle hatten stets ihre Freude an der Blumenpracht.

Persönliche Bedeutung

Für die jetzt verstorbene Niedereschacherin hat die Kapelle auch eine persönliche Bedeutung. Ihr späterer Schwiegervater, Johann Rist, suchte seit Kriegsende über viele Jahre hinweg jeden Sonntag die Kapelle auf, um dort für die Heimkehr seines vermissten Sohnes Rupert zu beten, der mit 16 Jahren in den Krieg gezogen war. 13 Jahre lang durchlitt Rupert Rist in Russland Krieg und Gefangenschaft. Die Gebete des Vaters wurden erhört, und 1955, mit 29 Jahren, kehrte Rupert Rist zurück und heiratete später Elfriede Rist.