Als vorzügliche Gastgeberinnen präsentierten sich am Wochenende in der sehr gut besuchten Bodenackerhalle in Fischbach beim Bezirkslandfrauentag die gastgebenden Landfrauen der Gesamtgemeinde Niedereschach. Sie hatten ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das so ganz nach dem Geschmack der Besucherinnen aus dem ganzen Bezirk Villingen war. Begrüßt wurden die Landfrauen von der Niedereschacher Vorsitzenden Mechthild Ketterer. Sie stellte dabei in kurzen Worten die Landfrauen der Gesamtgemeinde, bestehend aus den Ortsteilen Niedereschach, Schabenhausen, Kappel und Fischbach, vor.

Angelika Thoma sparte nicht mit kritischen Worten.
Angelika Thoma sparte nicht mit kritischen Worten.
  • Grußworte: Grußworte kamen von Niedereschachs Bürgermeister Martin Ragg, Fischbachs Ortsvorsteher Peter Engesser und Monika Schneiter vom Präsidium des Landfrauenverbandes Südbaden, die auch die Grüße der Präsidentin Rosa Karcher übermittelte. Ragg stellte die Gesamtgemeinde vor, Engesser den Ortsteil Fischbach. Stolz sei man in der Gemeinde, dass man nun preisgekröntes Bioenergie- und Gründerdorf sei. Besonders genau hörten die Landfrauen hin, als Ragg das neueste Gemeindeprojekt aus dem Bereich der Nachbarschaftshilfe, verbunden mit der Gründung einer Sozialgenossenschaft mit dem Namen "Bürger für Bürger", vorstellte. Engesser attestierte den Niedereschacher Landfrauen ein überdurchschnittliches Engagement in der Gemeinde.
Sehr gut besucht war die Bodenackerhalle.
Sehr gut besucht war die Bodenackerhalle.
  • Kritik: Kritische Worte prägten die Ansprache der Bezirksvorsitzenden Angelika Thoma. Mit Blick auf die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe plädierte sie für den Erhalt kleinstrukturierter Betriebe, die Garanten für die Offenhaltung der Schwarzwaldlandschaft und somit auch für einen florierenden Fremdenverkehr und Tourismus seien. Viele Verbraucher fordern immer höhere Standards beim Tierwohl sowie der Arten- und Insektenvielfalt. Beim Tierwohl sei das Problem, dass dieses laut Umfragen zwar ständig verbessert werden soll, die Kosten hierfür den Landwirten aber nicht vergütet werden. Spätestens an der Kasse in den Märkten entscheide sehr oft nicht das Tierwohl, sondern der Preis eines Produktes. Mit Blick auf den Insektenschutz und die Artenvielfalt stellte Thoma klar, dass man nicht alles, was in diesem Bereich schief läuft, der Landwirtschaft in die Schuhe schieben könne. "Auch ein Eigenheim darf mit Blumenkübeln und heimischen Pflanzen verschönert werden und nicht nur in Form eines Steingartens", so Thoma. Unmissverständlich machte die Bezirksvorsitzende auch klar, dass die immer mehr überbordende Bürokratie und der Dschungel an Vorschriften und Regulierungen vielen Betrieben zu schaffen machen. Obwohl der Landwirtschaft immer wieder ein Bürokratieabbau versprochen werde, sei das Gegenteil der Fall. Der Landfrauenverband versuche durch ein breites Bildungsangebot, die Landfrauen fit zu machen für die immer größer werdenden Herausforderungen im Bereich der Landwirtschaft.
Klasse: diese jugendliche Damen-Tanz-Gruppe aus Niedereschach.
Klasse: diese jugendliche Damen-Tanz-Gruppe aus Niedereschach.
  • Das Programm: Der Chor der Landfrauen der Raumschaft Triberg sang sich gleich bei der Eröffnung in die Herzen der Besucherinnen. Sie erhielten ebenso viel Beifall wie später Bürgermeister Martin Ragg, der den Landfrauen der Gesamtgemeinde Niedereschach, die mit dem Bezirkslandfrauentag auch ihr 25-jähriges Jubiläumsjahr krönten, ein flottes Ständchen auf seiner Trompete bot. Auch eine flotte Damentanzgruppe aus Niedereschach kam gut an. Absoluter Höhepunkt beim Unterhaltungsprogramm war der Auftritt der Kabarettistin Marianne Schätzle mit ihrem Programm "Früher war nix zu go". Auch ihre Parodien auf Kanzlerin Angela Merkel sorgten für Lachsalven.
Die Kabarettistin Marianne Schätzle sorgte nicht nur wegen ihre Angela Merkel-Parodien für Lachsalven.
Die Kabarettistin Marianne Schätzle sorgte nicht nur wegen ihre Angela Merkel-Parodien für Lachsalven.
  • Spenden für Kinderhospiz: Sehr gefreut hat sich Maria Noce vom Kinder- und Jugendhospiz Sternschnuppe, dass von den Landfrauen in der Bodenackerhalle 1511,33 Euro an Spenden eingesammelt wurden. Diese Summe wurde vom Bezirk und von den Landfrauen der Gesamtgemeinde Niedereschach auf 1700 Euro aufgestockt und an Noce übergeben. Noce erreichte bei der Vorstellung ihrer Arbeit ganz offensichtlich die Herzen der Landfrauen.
Bürgermeister Martin Ragg gratuliert den Niedereschacher Landfrauen zum 25-jährigen Bestehen mit einem Trompetensolo.
Bürgermeister Martin Ragg gratuliert den Niedereschacher Landfrauen zum 25-jährigen Bestehen mit einem Trompetensolo.
  • Ehrungen: Mit Gertrud Kienzler und Renate Scheiber, beide von den Landfrauen St. Georgen, konnten Angelika Thoma und Monika Schneiter gleich zwei verdienstvolle und treue Vorstandsmitglieder der Landfrauen aus der Bergstadt ehren.