Einzig das Fischesterben im Glasbach zwischen Burgberg und Fischbach im vergangenen Jahr trübte bei der Jahreshauptversammlung des Angelvereins Teufental die ansonsten positive Bilanz.

Hunderte Fische verendeten

Hunderte Fische verendeten bei dem Fischsterben. In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Landratsamtes wurden die toten Fische von den Vereinsmitgliedern im Rahmen eines Sonderarbeitseinsatzes geborgen. In Burgberg spielende Kinder hatten ein Ölfass umgestoßen. So war das Öl über den Mühlenbach in den Glasbach gelangt. Die Versicherung hat den Schaden bereits übernommen. Noch in diesem Frühjahr will der Verein mit einer umfangreichen Besatzmaßnahme, bei der Fische bis zu einer Länge von 30 Zentimeter eingesetzt werden, den Glasbach wieder mit Leben erfüllen. Für die Angler bleibt das Gewässer im betroffenen Bereich jedoch voraussichtlich zwei bis drei Jahre gesperrt. Geangelt werden darf dort erst wieder, wenn sich der Fischbestand stabilisiert hat.

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Ehrenvorsitzender im Einsatz

Mit Blick auf die Abwicklung des Schadensereignisses dankte Vorsitzender Martin Eitzert nicht nur Gewässerwarten und allen Helfern des Vereins, sondern auch dem Ehrenvorsitzenden Herbert Schlenker, der die Kommunikation zwischen Polizei, Landratsamt und Versicherung übernommen hat. Es sei Schlenker und dessen Hartnäckigkeit zu verdanken, dass der finanzielle Schaden von der Versicherung, die sich anfangs etwas „gesperrt“ habe, letztlich ersetzt und bezahlt wurde. Schlenker engagiere sich auch im Ruhestand – und wenn es sein muss sogar von Südostasien aus, wohin er seinen Lebensmittelpunkt verlegt habe – für den Verein.

Probleme mit Grillplatzbelegung

Angesichts der Fischsterbens gerieten die anderen Berichte und Versammlungsregularien etwas in den Hintergrund. Insgesamt zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr zeigte sich Vorsitzender Eitzert. Sorgen bereiten ihm die zunehmenden Verstöße gegen die Regeln des vom Angelverein betreuten Grillplatzes. „Ich habe momentan das Gefühl, das nimmt zu“, so Eitzert. Sein Stellvertreter Julien Drägert habe sich in einer Vorstandssitzungen kritisch über Gastangler geäußert und angeregt, die Angelsaison für diese am Teufensee künftig um zwei Monate zu verkürzen. Eine Idee, über die abschließend noch nicht entschieden sei, wie Eitzert betonte.

Dass diese Idee nicht allen Mitgliedern gefällt, zeigte sich an der Wortmeldung des Ehrenvorsitzenden Herbert Schlenker. Er warnte auch mit Blick auf die guten Einnahmen durch den Tageskartenverkauf vor einem „Eigentor“. „Das müsst ihr euch noch einmal durch den Kopf gehen lassen“, so Schlenker. Die vorhandenen Probleme könne man auch durch verstärkte Kontrollen in den Griff bekommen.

Kontrollen sollen helfen

Bei den Kontrollen müssten die Mitglieder sich auch nicht mit den Betroffenen anlegen. Es reiche aus, den Verstoß zu melden. Manchmal helfe es schon, wenn man nur das Autokennzeichen notiere, betonte Eitzert. Beim Grillplatz werde es ohnehin eine Änderung geben, da Herbert Schlenker künftig nicht mehr die Koordination der Reservierungen vornehmen wird. Angedacht ist nun, dass Reservierungen nach dem Vorbild der Deifelzunft, die den Grillplatz von Schabenhausen betreut, künftig nur noch über die Homepage des Vereins erfolgen können.

Von Julien Drägert wurden noch einmal alle Aktivitäten in Erinnerung gerufen. Das fing an bei den durchgeführten Arbeitseinsätzen rund um den Teufensee und den vom Angelverein gepachteten Fließgewässern, bis hin zum einmal mehr erfolgreichen Fischerfest mit neuem Besucherrekord, der Teilnahme an der Landschaftsputzete und dem Kinderferienprogramm, dem traditionellen Anfischen sowie dem Vereinsausflug.

Kassenchef Jörg Schlenker (von links), Vorsitzender Martin Eitzert und sein Stellvertreter Julien Drägert, der nun auch Jugendwart ist, haben beim Angelverein Teufental alles im Griff.
Kassenchef Jörg Schlenker (von links), Vorsitzender Martin Eitzert und sein Stellvertreter Julien Drägert, der nun auch Jugendwart ist, haben beim Angelverein Teufental alles im Griff. | Bild: Albert Bantle

Aktuell zählt der Verein 66 Mitglieder, darunter elf passive und drei jugendliche Mitglieder. Die Zahl der wenigen Jugendlichen im Verein bereitet den Verantwortlichen Sorge. Deshalb sei man froh, dass der stellvertretende Vorsitzende Julien Drägert sich bereit erklärt hat, künftig in Personalunion auch noch das Amt des Jugendwartes zu übernehmen und die Nachwuchsarbeit entsprechend zu forcieren.

Solides finanzielles Fundament

Dass der AV finanziell auf einem grundsoliden Fundament steht, zeigte sich im Kassenbericht von Jörg Schlenker, der nicht nur ein Plus auf das Jahr 2019 bezogen, sondern auch einen insgesamt sehr erfreulich hohen Kassenstand vermelden konnte, der sich jedoch wieder reduzieren wird, wenn man in diesem Frühjahr im von einem Fischsterben betroffenen Glasbach und auch den anderen Fließgewässern wieder größere Besatzmaßnahmen durchführt. Zudem muss man den Deich vom Teufensee hin zum Teufenbach hin mit Blick auf mögliche „Unterhöhlungen“ prüfen lassen, was ebenfalls Geld kosten wird.

Dank an Heinz Seemann

Martin Eitzert dankte Heinz Seemann, der seit Jahrzehnten ehrenamtlich Mäharbeiten rund um den See durchführt und dort immer für einen tadellosen Zustand sorgt. Er könne diese Tätigkeit aber künftig aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr übernehmen. Man sei derzeit dabei zu prüfen, wie man das künftig regle.

Steffen Urbanz nach Probejahr aufgenommen

Einstimmig zugestimmt wurde der Aufnahme von Steffen Urbanz als neues Mitglied. Er habe das Probejahr mit Bravour hinter sich gebracht. Auf Antrag von Ortsvorsteher Peter Engesser wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Wiedergewählt und in ihren bisherigen Ämtern bestätigt wurden der Vorsitzende Martin Eitzert, Kassierer Jörg Schlenker und die Gewässerwarte Michael Flaig, Jürgen Kröll und Michael Maier.