Gemeinderat Rüdiger Krachenfels lenkte das Thema jüngst im Gemeinderat auf den Spielplatz vor der Kulturfabrik, als er drauf hinwies, dass er dieser Tage bei einer Abendwanderung mit Entsetzen festgestellt habe, wie sehr der Spielplatz bei der Kulturfabrik vermüllt sei. Er fragte nach, ob dieser Zustand immer so sei.

Viel Müll auf dem Spielplatz

Hierzu erklärte Ortsbaumeister Hartmut Stern, dass dem nicht so sei. Der Bauhof sei dort oft im Einsatz, doch leider sei der Spielplatz immer wieder im Fokus von Vandalen, was sehr bedauerlich sei, vor allem auch mit Blick auf die den Spielplatz nutzenden Kinder. Sorgen macht sich Krachenfels zudem um den Plastikmüll, der bei Feuerwerken entsteht. Er verteilte Plastikröhrchen, die er durch die Reihen der Gemeinderäte gehen ließ.

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Bei den Röhrchen handle es sich um Rückstände von Feuerwerkskörpern, die vermutlich in der Silvesternacht oder bei Feuerwerken rund um die Eschachhalle abgeschossen wurden. Die von ihm verteilten Plastikröhrchen, seien allesamt auf dem Gelände der an die Halle angrenzenden Minigolfanlage gefunden worden. Vor diesem Hintergrund könne man wohl davon ausgehen, dass Tausende solcher „Röhrchen“ in der Gegend herumliegen, die dann über die Nahrungsmittelkette als Mikroplastik wieder von Menschen aufgenommen werden.

Vor der aktuellen Klimadiskussion und auch den aktuellen Problemen rund um den Plastikmüll, regte er an, dass sich die Ratsmitglieder einmal Gedanken darüber machen, ob man diesbezüglich von Seiten der Gemeinde Niedereschach etwas unternimmt und beispielsweise nicht mehr so viele Feuerwerke genehmigt.

Sollte Feuerwerk verboten werden?

Er könnte sich vorstellen, dass man ähnlich wie in Konstanz, wo man künftig auf das Seenachtsfest verzichtet, auch in Niedereschach ein gewisses Zeichen setzen könnte. Im Laufe der Jahre ergäben sich durch rigide Maßnahmen, die auch die Gemeinde Niedereschach ergreifen könnte, durchaus einiges an Mikroplastik, der verhindert werden könnte.

Gemeinderat Siegfried Reich hielt Krachenfels entgegen, dass Feuerwerke gesetzlich zugelassen seien, zumal sich bei einer Zulassung schließlich Experten damit befasst haben. Zudem sei es so, dass ein Verbot nur nütze, wenn dieses auch kontrolliert werde. Für ihn sei die Diskussion rund um Mikroplastikteile aktuell wohl auch so etwas wie dem Zeitgeist folgend und es sei opportun, sich dieses Themas anzunehmen.

Zeitgeist-Debatte oder wichtiges Thema zum Umweltschutz?

Viel wichtiger wäre aus seiner Sicht, dass an bestimmten gefährlichen Kreuzungen Hecken zurückgeschnitten werden, da dort durch die Unübersichtlichkeit auch Menschen zu Schaden kommen können. Aus seiner Sicht sei es aktuell einfach nur modern, sich mit dem Plastikmüll zu beschäftigen. Rüdiger Krachenfels wies diese Aussagen von Reich zurück. Die Mikroplastikproblematik sei keine Modeerscheinung.

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Doch auch Reich beharrte auf seinem Standpunkt: Feuerwerkskörper sind erlaubt und von studierten Leuten zugelassen worden. Es sei nicht richtig, die hieraus entstehenden Probleme nun auf die Gesellschaft abzuwälzen und diese in Haft zu nehmen. An dieser Stelle unterbrach Bürgermeister Martin Ragg die Diskussion. Er erklärte, dass es im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Wünsche und Anträge“ zwar schön sei, wenn diskutiert werde. Im vorliegenden Fall war es jedoch sein Wunsch, dass alle Ratsmitglieder sich zu diesem von Krachenfels angestoßenen Thema einmal intensive Gedanken machen, ehe man sich noch einmal des Themas annimmt.