„Niemand, der anfängt, Drogen zu konsumieren, hat vor, süchtig zu werden“. So lautete vor den älteren Schülern der Gemeinschaftsschule Eschach-Neckar in der Schulsporthalle in Niedereschach eine der Kernbotschaften von Dominik Forster. Allen wurde dabei schnell klar: hier spricht einer, der weiß wovon er redet, und der wegen seiner eigenen Drogensucht, die ihn tief hat abstürzen lassen, schon in tiefe Abgründe geblickt hat.

Schonungslos offen sprich Dominik Forster über Drogen vor den Schülern.
Schonungslos offen sprich Dominik Forster über Drogen vor den Schülern.

Forster, der ohne Schuldzuweisungen auch auf seine Kindheit und sein Elternhaus einging, holte die Schüler in deren eigener Sprache ab. Dass ihm das bestens gelang, zeigte die absolute Ruhe während seines Vortrages und man konnte förmlich spüren, wie sehr die Schüler über das von Forster Gesagte nachdachten.

Schulsozialarbeitern hatte die Idee

Man muss der Schulsozialarbeiterin Karin Pisendel für ihre Idee, Forster nach Niedereschach zu holen, und auch für die komplette Organisation seines Besuchs ein dickes Kompliment machen. Schonungslos offen und in manchmal auch derber Sprache stellte sich Forster gleich zu Beginn als „Ex-Knacki“ und Junkie vor, der vom Gelegenheitskiffer bis zum Crystal-Meth-Dealer schon so ziemlich alles durch hatte. Ganz zu schweigen von seinen Erlebnissen im Jugend- und Erwachsenenknast. Als Ex-Knacki und Abhängiger seien ihm zudem die Jobangebote nicht gerade hinterhergeworfen worden, und so drehte sich die von Forster eindrücklich geschilderte Abwärtsspirale immer weiter.

Ehrenamtlich in der Suchtprävention

Nach einem Nahtoderlebnis fand Dominik Forster, der auch Buchautor ist, mit Entzug und Therapie in ein selbstbestimmtes Leben zurück und engagiert sich nun ehrenamtlich in der Suchtprävention und leistet Aufklärungsarbeit über Drogenmissbrauch bei Jugendlichen. Die klare Botschaft lautet dabei: Drogen jeglicher Art meiden. Sollte ein Mensch dennoch im Drogensumpf landen gibt es, wenn auch auf steinigem Weg, Chancen, da wieder herauszukommen, wenn man es wirklich will und bereit ist, sich helfen zu lassen.

Ich-Perspektive beeindruckt

Die von Forster verwendete Ich-Erzählerperspektive und die direkte Alltagssprache kamen sehr authentisch rüber, zogen die Schüler in ihren Bann und machten diese, wie sich in der Nachbesprechung zeigte, sehr nachdenklich. Ungefiltert schilderte Dominik Forster aus der Sicht seines damaligen Ichs, in dem sich mit Sicherheit auch einige der anwesenden Schüler wiederfanden, seine Erlebnisse, seine Gefühle und Gedanken. Und es war beeindruckend zu hören, wie er, als er zum ersten Mal durch die Tore einer Hauptschule ging, sein Leben als „Underdog“ begann. Erst Crystal Meth macht den ängstlichen Jungen zu dem Menschen, der er immer sein wollte, und mit dem Einstieg ins Drogengeschäft begann der vermeintliche Aufstieg, umgeben von vermeintlichen Freunden. Er wurde zum „Topdog“. Dieser Weg führte ihn ins Gefängnis, in eine Welt aus Brutalität, in der die Zeit nur genutzt werde, um den nächsten Coup zu planen. Entzug und Therapie halfen Forster aus diesem Teufelskreis auszubrechen und das selbstbestimmte Leben zurückzugewinnen, das er heute führt. Dafür ist er dankbar, und deshalb ist auch in der Drogenprävention aktiv.

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