Mit einer Einladung zu einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Café "Bantle" ging jetzt die zwölfjährige Ära der ehrenamtlichen Organisation des Bürgertreffs in der Schabenhausener Schlierbachhalle zu Ende. Eine echte Erfolgsgeschichte, wie man sie im weiten Umkreis mit Sicherheit nicht nochmals wiederfinden konnte, darin waren sich Bürgermeister Martin Ragg, sein Amtsvorgänger Otto Sieber und Ortsvorsteher Alfred Irion einig. Gesangsabende, Paschen, Tanztee-Veranstaltungen oder auch Adventsbasare wechselten sich im Bürgertreff in schöner Regelmäßigkeit ab. Vor allem habe man in Schabenhausen eine zwölfjährige Periode ohne Dorfgasthaus mit ehrenamtlichem Engagement überbrückt.

  • Historie: Nach der Schließung des Restaurants "Café Sonneck" in Schabenhausen fehlte für die Bürger eine Anlaufstelle zur Kommunikation und zum gemeinsamen Miteinander. Im Jahr 2006 wurde dann bei einer Bürgerversammlung das Problem thematisiert. Damals hatte der damalige Ortsvorsteher Helmut Gürth die Idee, in der Schlierbachhalle alle 14 Tage jeweils donnerstags eine Bewirtung anzubieten, um in gemütlicher Runde beisammen sitzen und so die in Schabenhausen ohnehin gute Dorfgemeinschaft stärken zu können. Eine Idee, die viele faszinierte. Mit Hermann und Waltraud Müller, Hans und Margot Lauer, Heinz und Gerda Kammerer sowie Wendelin und Frieda Singler fanden sich gleich vier Ehepaare, die sich bereit erklärten, den Bürgertreff ehrenamtlich zu organisieren und dort auch selbst ehrenamtlich zu bewirten.
Von Anfang an mit dabei und auch Motor des Bürgertreffs: Heinz Kammerer mit Frau Gerda.
Von Anfang an mit dabei und auch Motor des Bürgertreffs: Heinz Kammerer mit Frau Gerda.
  • Erfolgsgeschichte: Am 6. Dezember hatte der Bürgertreff in der Schlierbachhalle zum letzten Mal geöffnet. Wie wichtig es doch sei, in einer Gemeinde ein Dorfgasthaus zu haben, in dem sich die Bürger treffen können, darauf verwies in seinen Dankesworten Bürgermeister Martin Ragg. Was da aufgezogen wurde, sei bemerkenswert. Sicherlich habe man sich diesen Erfolg nicht gleich von Anfang an ausmalen können. Für die Bürger Schabenhausens eingerichtet, sei dieser Treff in die gesamte Region hinaus bekannt geworden und sei überall als etwas ganz Besonderes bezeichnet worden. Ragg hatte auch eine erfreuliche Mitteilung zur Zukunft mitgebracht: Es sei zu hoffen, dass sich eine neue Möglichkeit im neuen Flora-Paradies der Gärtnerei Weißer biete, wo im Zuge der momentanen Erweiterung ein Café entstehen soll.
  • Erfinderisches Völkchen: Etliche Anekdoten aus zwölf Jahren Bürgertreff wussten Ortsvorsteher Alfred Irion und der frühere Bürgermeister Otto Sieber zu erzählen. Dass zum Beispiel die Gäste vom Heinz Kammerer (Jogi) schon mal zu später Stunde auch zum Aufräumen eingeteilt wurden, wozu dann auch das Einverleiben der übrig geblieben Schnäpse gehörte. Dass die Schabenhausener schon immer erfinderisch und damit auch ein Glücksfall für die Eingemeindung waren, daran erinnerte sich Otto Sieber. Aus dem kleinen Ort seien immer wieder innovative Ideen gekommen, etwa der Kindergartenverein, eine genauso einmalige Geschichte im weiten Umkreis wie der Bürgertreff. Der hatte sich auch bei den bekanntlich äußerst sparsamen schwäbischen Landsleuten herumgesprochen. "Dass man ein Viertele nirgendwo billiger bekommt als in Schabenhausen" habe dem Bürgertreff immer neue Stammgäste auch aus dem benachbarten Schwenningen beschert. Dass aber auch Sieber selbst immer ein guter Stammgast gewesen sei, daran erinnerte sich Heinz Kammerer, der mit Frau Gerda von Anfang an dabei war. Egal, was man für den Betrieb des Bürgertreffs gebraucht habe, "der Otto" habe als Bürgermeister immer ein offenes Ohr gehabt. Und ob man einen Küchenschrank oder eine Kehrmaschine gebraucht habe, er habe da immer wieder eine Möglichkeit gefunden. Fazit aller Dankesworte: "In Schabenhausen haben wir viel rührige Vereine, die sich um den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft verdient gemacht haben. Einer davon war der Bürgertreff, mit dem zwölf lange Jahre ohne Dorfgasthaus überbrückt werden konnten".