"Digital durchstarten ", dies war das Motto des ersten gemeinsame Existenzgründertages der Gemeinden Niedereschach, Deißlingen und Dauchingen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Eschachhalle standen ein Vortrag von Digital-Punk Stefan Stoll, eine von Wirtschaftsförderer Gunnar von der Grün moderierte Talk-Runde mit innovativen Firmengründern und die Ehrung für Lena Glatz durch den Soroptimist Club (wir berichteten).

Im Vortrag von Stefan Stoll wurde schnell deutlich: "Jeder Betrieb – nicht nur ein Gründer – steht heute vor den Herausforderungen der so genannten digitalen Transformation." Deshalb richtete sich der Existenzgründertag auch an alle gestandenen Unternehmerinnen und Unternehmer, Handwerks- und Gewerbetriebe, die zahlreich vertreten waren.

Stefan Stoll, Leiter des Studiengangs Wirtschaftsinformatik der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen, bezeichnet sich als Digital-Punk. Wie einst die Punk-Rocker radikal anders dachten, so zeigte Stoll einen neuen Denkansatz für Beruf und Geschäft auf, als er sagte: "Digitalisierung ist eine Art zu denken, nicht eine Maschine oder Software." Am Beispiel eines kuschelig im Bett liegenden Ehepaares, er mit dem Handy, sie mit ihrem Tablet intensiv beschäftigt, konnte er dazu vermelden: "Hier ist die Digitalisierung auf jeden Fall bereits angekommen."

Doch zurück zum Thema: Zuerst sollten Firmen mit alten Verhaltensweisen brechen, um kreativ und offen zu sein für Neues. Zugleich sollten sie mit Hilfe digitaler Technik ihr bewährtes Können für die Zukunft nutzbar machen. Stoll, der seine Ausführungen zu einer anderen Denke in Sachen Digitalisierung nutzte, verstand es, mit viel Humor und einprägsam die Besucher in der Eschachhalle für das Thema Digialisierung zu sensibilisieren.

An den Hauptvortrag von Stoll schloss sich eine spannende Talk-Runde an. Wirtschaftsförderer Gunnar von der Grün hatte zwei völlig unterschiedliche Existenzgründer eingeladen, die die Digitalisierung bereits für ihr Geschäft nutzen. Patrick Schumacher entwickelte mit seinem Mitarbeiter Christian Epting in seiner Firma Duplis GmbH in Dunningen einen neuartigen Holzspalter. Die Konstruktion entsteht am Computer und wird zuerst dreidimensional ausgedruckt und getestet, bevor teure Maschinen und Werkzeuge bewegt werden. Zweiter Gesprächspartner war Kevin Klett von der Monikit UG aus Stuttgart. Dieses Startup-Unternehmen nutzt die Digitalisierung, um chronisch Kranken, im speziellen Fall Menschen mit Epilepsie, zu helfen. Die Firma arbeitet dabei eng mit der Universität Tübingen zusammen. Die Gründer und Moderator Gunnar von der Grün diskutierten mit Stoll und beantworteten auch Fragen.

Existenzgründer

Der Hintergedanke der Existenzgründungsoffensive (Egon) ist: Selbstständige, kleine und größere Betriebe tragen entscheidend zur Lebenskraft einer Kommune bei. Gründer und Nachfolger verjüngen die Wirtschaftsstruktur. Sie sind Entwicklungsmotoren für die Zukunft der Gemeinden. Sie ziehen Familien an, engagieren sich ehrenamtlich und machen anderen Mut, sich ebenfalls selbstständig zu machen. Die Vielfalt der Orte bestehe auch darin, dass es Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die den Mut haben, ein Geschäft voranzubringen, Arbeitsplätze zu schaffen und sich um Vieles mehr zu kümmern. Deshalb spielen Existenzgründungen für eine Gemeinde so eine wichtige Rolle, so die Bürgermeister der Gemeinden Niedereschach, Dauchingen und Deißlingen, Martin Ragg, Torben Dorn und Ralf Ulbrich.