Eine 100-Tage-Frist bemisst bekanntlich die Zeitdauer, die einem neuen Amtsinhaber oder einer neuen Regierung zugestanden wird, um sich einzuarbeiten und erste Erfolge vorzuweisen. So hat auch im Juni die Sozialgenossenschaft „Bürger für Bürger“ in Niedereschach ihre Arbeit mit den ersten Helfern aufgenommen mit dem Ziel, Senioren in allen Belangen des täglichen Lebens beizustehen, sie zu begleiten, zu helfen oder einfach da zu sein. Nach knapp drei Monaten zieht die stellvertretende Vorsitzende und Ansprechpartnerin im Büro in der Rottweiler Straße, Monika Weißer, eine erste Bilanz.

  • Genügend ausgebildete Helfer: „Bisher läuft wirklich alles hervorragend“, so freut sich Monika Weißer. „Hatten wir anfangs noch gedacht, dass wir nicht genügend Helfer für unsere gesteckten Ziele finden, so ist inzwischen das Gegenteil der Fall“, erzählt sie. Am 17. Juni ist die Ausbildung der ersten Helfer gestartet, auch der zweite Kurs im Oktober sei bereits voll und es lägen auch schon vier Anfragen für einen weiteren Kurs im Frühjahr vor. Im Moment seien zehn Helfer im Einsatz, die regelmäßig 16 Klienten aus allen Niedereschacher Ortsteilen betreuen.
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  • Breites Aufgabenspektrum: Immer wieder kommen auch kurzfristige Anfragen zum Beispiel nach einem Fahrdienst zum Arzt, zum Einkauf oder zum Fensterputzen. Gartenarbeiten seien momentan sehr gefragt, dazu auch gleich die Entsorgung von Grüngut im Wertstoffhof, berichtet Monika Weißer. Eine Frau habe sich wegen Problemen mit dem Internet gemeldet, was sich wohl als unendliche Geschichte entwickle mit der Suche nach Passwörtern, die nicht mehr auffindbar sind. Aber in der Regel seien es ganz normale Aufgaben, meist im Bereich Haushalt, mit denen die Bürger auf sie zukommen. Manchmal suchen die Senioren aber auch einfach jemanden, der mit ihnen spazieren geht oder Halma spielt. Was sich bereits jetzt andeute: Die Klienten seien einfach froh, wenn sie einen Helfer zugeteilt bekommen, der auch bei der nächsten Anfrage wiederkommt. Also eine Beständigkeit, die es auch zu koordinieren gelte, denn ganz wichtig seien die persönlichen Beziehungen, die im Rahmen der Hilfeleistungen zwischen den Menschen aufgebaut werden, betonte die Vize-Vorsitzende.
  • Beratung vor Ort im Büro: Das von Monika Weißer betreute, neu eingerichtete Büro in der Rottweiler Straße werde sehr gut frequentiert. Oft kommen die Leute auch spontan vorbei, wenn sie Problem mit einem Antrag haben. Sie selbst vermittle dann auch weite zum Beispiel an das Landratsamt, wenn sie etwas nicht selber erledigen könne. Außerdem gebe es jede Menge telefonischer Anfragen. Für Monika Weißer selbst stehen auch viele Hausbesuche auf dem Programm. Denn wenn eine Anfrage kommt, gehe sie zu den Leuten nach Hause und informiere sich, was sie brauchen und entscheide dann, wer sich für diese Aufgabe eignet.
  • Neue Helfer gerne willkommen: Ein Einstieg für neue Helfer ist jederzeit möglich, betont Monika Weißer. „Wenn jemand sagt, ich möchte mich jetzt schon einbringen, kann mich jedoch erst zum Frühjahrskurs ausbilden lassen, stehe dem nichts entgegen“, erklärt sie. Wer Näheres wissen möchte, habe am Sonntag, 22. September, beim Tag der offenen Tür des Rotkreuz-Ortsvereins Niedereschach die Gelegenheit. Dort ist auch die Bürgergenossenschaft mit einem Info-Stand vertreten und auch das Büro in der Rottweiler Straße ist von 14 bis 17 Uhr im Zug dieser Aktion geöffnet.
  • Hilfsbedürftige Bürger haben engagierte Ansprechpartner: „Bürger für Bürger“ versteht sich als Plattform für die Bürgerselbsthilfe. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Helfern für hilfsbedürftige Bürger. Außerdem berät die Genossenschaft Betroffene und bietet Unterstützung bei der Suche nach den passenden sozialen Angeboten. Zu den Zielen gehören die Entlastung von Mitbürgern, nachbarschaftliche Hilfe im Alltag, Betreuung und Begleitung sowie die Förderung der Gemeinschaft und kleine Hilfen im Alltag, der gerade von älteren Menschen oder Menschen mit Handicap nicht selbst bewältigt werden kann.