Einmal mehr hat der Leiter des Heimatmuseums der Gesamtgemeinde, Hans Otto Wagner, ein Stück Ausstellung in eine lebendige Szene aus dem Dorfleben verwandelt. "Ferien auf dem Bauernhof" ist dieses Mal das Thema, das besonders die Kinder anspricht.

Die ruhige Seite

So ist das Ambiente mit Tieren auf dem Hof gestaltet, natürlich alle in freundlichem Zusammenleben. Überhaupt strahlt die Szene die ruhige Seite des Lebens auf dem Bauernhof aus. Dazu gehört auch ein weiter Ausblick in eine Landschaft mit Sonnenschein, Blumen, Garten und Geräte.

"Bilder sagen mehr als Worte", nach diesem Grundsatz spricht die Szene für sich selbst. Die Museumsschmiede, die ja schon fertiggestellt ist, wird nun durch eine zwar trennende, inhaltlich aber auch verbindende Wand von der Außenlandschaft abgegrenzt.

Der Gegensatz wird durch die unterschiedliche Beleuchtung verdeutlicht, aber eine Lampe im Vordergrund bildet doch wieder einen Übergang zwischen den beiden Szenen.

Füttern nicht möglich

Der Besucher kann, nur getrennt durch ein kleines Mäuerchen und einen Flechtzaun, bis dicht an die Lebensräume herantreten und sich wie ein Teil davon fühlen. Gern dürfen die Tierchen auch mal gestreichelt werden. Für intensiveres Erlebnis bietet sich aber da der Streichelzoo in Kappel an. Nur Füttern ist nicht möglich.

Oldtimer aus Holz

Beim Programm am Sonntag, 7. April, gibt es wieder eine Überraschung: Paul Rudel aus Königsfeld war bereit, einige seine fantastischen Holz-Oldtimer-Modelle im Maßstab 1:14 im Café auszustellen. Sie sind alle mit äußerster Präzision handgefertigt, wofür Rudel Originalpläne und Fotos als Vorlage verwendet hat.

Als Holzsorte kam Meranti zur Verwendung, ein wunderschön gemasertes Material, das zudem noch sehr robust ist. Eine große Anzahl seiner Modelle sind in Schramberg im Automuseum Steim dauerhaft ausgestellt, so dass es für das Heimatmuseum eine besondere Ehre ist, die einmaligen Stücke zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Rudel hatte sich im Vorfeld schon von der Sicherheit überzeugt und war bei dieser Gelegenheit völlig begeistert von dem Museum und seiner einmaligen Atmosphäre.

Geschichtsbild wird ergänzt

In der Münzerstube ist zudem die Ausstellung "Die industrielle Revolution und wie sie am Dorf vorüberzog" zu sehen. Eine große Anzahl Bilder gibt Einblick in die Entwicklung der Industrie der Ballungsgebiete und Städte mitsamt ihrer negativen Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft.

Natürlich können nicht alle Aspekte und Folgen aufgezeigt werden, da die sozialen Umwälzungen zu groß und weitreichend waren. Aber die Ausstellung soll demonstrieren, was sich parallel zum traditionellen Leben auf dem Dorf draußen in der Welt abspielte – Entwicklungen, die man in der Provinz anfangs nur vom Hörensagen kannte.

Das Dorf wird im Lebensspuren-Heimatmuseum umfangreich dargestellt, so dass die Schau die Alternative, von der es kaum Spuren im Museum gibt, aufzeigt und das Geschichtsbild ergänzt.

Sicherheit kein Thema

Die Ausstellung ist auch für jüngere Arbeiter geeignet, da sie Maschinen und Werkstätten zeigt, wie sie heute nicht mehr vorstellbar wären. Sicherheit, Gesundheit oder Versicherung waren während der sogenannten Gründerzeit kaum ein Thema.