Fulminant und temperamentvoll hatte der Besuch der spanischen Freunde aus der Partnergemeinde Arzúa begonnen: Sie hatten am Donnerstag einen Musikauftritt beim Eschach-Festival. Das viertägige Gastspiel endete bei einem gemeinsamen Freundschaftsessen am Sonntagabend in der Kappeler Stellfalle.

Kein Halten mehr kennt der neu gegründete "Fan-Club Martin Ragg" nach den Trompetensoli des Bürgermeisters.
Kein Halten mehr kennt der neu gegründete "Fan-Club Martin Ragg" nach den Trompetensoli des Bürgermeisters. | Bild: Partnerschaftsverein

Nach dem musikalischen Auftritt von Bürgermeister Martin Ragg mit seiner Trompete kannte die Begeisterung der spanischen Gäste keine Grenzen mehr. Mit lautstarken Sprechchören „Esta Martin, esta Martin, esta, esta, esta Martin“, in ihren Händen urplötzlich aufgetauchte Transparente mit der Aufschrift „Fan-Club Martin Ragg“ sprangen sie auf die Stühle, und die Stimmung war schier nicht mehr zu bändigen.

Ragg freute sich außerordentlich, jetzt sogar auf einen jungen Fan-Club im fernen Spanien setzen zu können: „Ganz im Sinne der europäischen Völkerverständigung und einer weiteren Vertiefung der Freundschaft“, wie er nach einer Zugabe auf seiner Trompete fröhlich verkündete. Dazu mit Antonio Lettica, in seiner neapolitanischen Tracht eine echte „Bella Figura“ und ein Original von Wirt aus Italien, schöner wie an diesem Abend hätte eine Völkerverständigung gar nicht praktiziert werden können.

Nach einem anstrengenden Besucherprogramm gibt es erste Ermüdungserscheinungen auf dem Dampfer nach Meersburg.
Nach einem anstrengenden Besucherprogramm gibt es erste Ermüdungserscheinungen auf dem Dampfer nach Meersburg. | Bild: Partnerschaftsverein

Begonnen hatte der vorletzte Tag für die Besucher aus Arzúa mit einer Fahrt im Bus an den Bodensee zur Insel Mainau, wo sie bei schönstem Sommerwetter die herrliche Blumenpracht bestaunten, im Schmetterlingshaus die prachtvollen heimischen und vor allem exotischen Exemplare bewunderten und die Aussicht über den See bis hin zu den Schweizer und Österreichischen Alpen genossen.

Jede Menge an interessanten Informationen für die spanischen Gäste lieferte die Stadtführung im Meersburg.
Jede Menge an interessanten Informationen für die spanischen Gäste lieferte die Stadtführung im Meersburg. | Bild: Partnerschaftsverein

Mit dem Schiff ging es dann am späten Nachmittag weiter nach Meersburg. Dort erfuhren die Gäste und ihre Begleiter bei einer Stadtführung alles über die Geschichte der historischen Altstadt, die Brände, die einstmals große Teile davon in Schutt und Asche legten, die alte Tradition des Weinbaus. Besichtigt wurde die riesige, historische Weinpresse von 1607. Informationen gab es über die Geschichte des neuen Schlosses, der alten Burg und der historischen Mühle, deren Wasserrad mit einem Durchmesser von 7,80 Metern zu den größten noch im Gebrauch stehenden Wasserrädern Mitteleuropas gehört.

Auf dem Rückweg stand noch ein Besuch in der Wallfahrtskirche Birnau auf dem Programm. Deren prachtvolle Ausgestaltung des Innenraums im ornamentalen Stil des Rokoko beeindruckte die Gäste sichtlich.

Noch einmal spanische Lebensfreude und Temperament beim Auftritt beim Schabenhausener Bachfest.
Noch einmal spanische Lebensfreude und Temperament beim Auftritt beim Schabenhausener Bachfest. | Bild: Partnerschaftsverein

Der nächste Tag, der Sonntag, stand dann schon wieder im Zeichen des Abschieds. Doch noch einmal holten die Spanier ihre Gaitas, Gitarren, Lauten, und Bandurrias aus den bereits flugfertig verpackten Reisekoffern. Beim Schabenhausener Bachfest der Musik- und Trachtenkapelle, das sie zum Frühschoppen noch abschließend besuchten, zauberten sie nochmals spanisches Temperament in das bereits zur Mittagszeit prallvolle Festzelt.

Und am frühen Nachmittag wartete dann auch bereits wieder der Bus, der die spanischen Gäste zusammen mit einer Delegation des Niedereschacher Freundeskreises zurück zum Flughafen nach Zürich brachte.

Nach vier Tagen gemeinsamer wunderschöner Erlebnisse und Begegnungen ist es soweit: Gruppenbild beim Abschied von den spanischen Freunde am Flughafen Kloten.
Nach vier Tagen gemeinsamer wunderschöner Erlebnisse und Begegnungen ist es soweit: Gruppenbild beim Abschied von den spanischen Freunde am Flughafen Kloten. | Bild: Partnerschaftsverein

Dieser neuerliche Besuch hat die Verbundenheit zwischen den Menschen der Partnergemeinden Niedereschach und Arzúa vertieft und auch erneuert. Das zeigte sich an den herzlichen und innigen Umarmungen beim letzten „Adiós“, bevor die spanischen Freunde dann endgültig hinter den Schaltern der Sicherheitskontrolle nicht mehr zu sehen waren.