Niedereschach (gdj) Einen schöneren Startschuss zu den diesjährigen närrischen Tagen hätte sich Niedereschach und sein Narrenbund, bestehend aus der Narrenzunft, den Lehr-Hexen und der Deifelzunft gar nicht erhoffen können. Fast schon frühlingshaftes Wetter, und wohl auch deshalb in der Rottweiler- und der Villinger Straße dicht gedrängt die närrischen Zuschauer aus Nah und Fern, die zum diesjährigen großen Fasnetsumzug des Narrenbundes gekommen waren.

Und über die vielen Gäste wundert sich sogar der Umzugssprecher Karl-Heinz Wimmer, der mit lockeren Sprüchen auf den Umzug mit insgesamt 23 teilnehmenden Zünften und über 1000 Hästrägern einstimmte. Und dann war es pünktlich auch schon soweit, angeführt von der Traditionsfigur der Eschach-Schnurris der Niedereschacher Narrenzunft und dem Musikverein Harmonie mit Dirigent Thomas Solt an der Spitze grüßte die Abordnung der Zunftmeister (-innen) der Narrenzunft, der Lehr-Hexen und der Deifelzunft beim gemeinsamen Defilee.

Ein dreifach-kräftiges "Lehr-Hexen" erschall dabei auf die Niedereschacher Zunft, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. Überhaupt ein Novum, wie Umzugssprecher Wimmer dazu betonte, dass gleich vier Zünfte aus der Gesamtgemeinde aus Niedereschach Mitglied in der Schwarzwälder Narrenvereinigung sind, wo es ursprünglich geheißen habe, lediglich ein Verein aus einer Gemeinde könne aufgenommen werden. Auf die drei Niedereschacher Zünfte folgte, angeführt von ihrem Fanfarenzug, eine der größten Gruppen, was die Hästräger anbelangt, die Narrenzunft Alpirsbach, die mit gleich mehreren Untergruppen und einer beeindruckenden Hexen-Pyramide begeisterte.

Auf die Tuninger Tännlegeister mit einem Häs aus rund 2.500 selbst ausgestanzten Filzflecken, die Scheme das Leiden eines sterbenden Soldaten darstellend, eine schon eher ungewöhnliche Fasnachtsidee, folgte der Narrenverein Trossingen mit verschiedenen Untergruppen mit ihrem Hauke-Stecken. Die 171 Jahre alte Narrengesellschaft Hoori galt als die mit Abstand älteste Zunft im Umzug, danach musikalisch unverkennbar die Krawazi-Ramblers aus Villingen. Die Buchberghexen Aufen, 1989 von drei 12-Jahre alten Burschen gegründet, mischten die Reihen ebenso auf wie die

Talheimer Lupfengoaschter und nach ihnen die Boschelwald-hexen mit ihrem beeindruckenden Streuwagen. Nach den Münzlochgeistern Reiselfingen galt ein ganz besonderer Gruß des Umzugssprechers der Narrenzunft Dauchigen, die als Patenzunft dafür gebürgt hatte, dass die Niederschacher Deifelzunft in die Schwarzwälder Narrenvereinigung aufgenommen werden konnte.

Im weiteren Verlauf folgten die Neckar-Fleckle Schwenningen, die Burgzunft Hammereisenbach, Osemalezunft Tannheim, Bärenzunft Bärenthal, Schoaf-Hexen Weiler Narrenzunft Hochemmingen Glonki-Gilde mit Spielmannszug und Majoretten, Eich-Wieber Villingen und Narrenzunft Neuhausen. Entlang der Umzugstrecke und danach auch in der Eschachhalle, wo die Narren und Umzugsbesucher bestens bewirtet wurden, herrschte munteres Narrentreiben, an dem alle ihre helle Freude hatten.