Eigentlich bereitete die Pandemie allein dem Angelverein Mönchweiler im vergangenen Jahr genügend Probleme. Besprechungen konnten, wie überall anders auch, meist nicht in Präsenz abgehalten werden und Arbeitseinsätze unterlagen etlicher Kontaktbeschränkungen. Doch viel mehr ist es nun die Natur, die den Anglern Einiges abverlangte.

Zu viel Wasser und die Angst vor den Folgen

So ließen viele Niederschläge sowohl den Mönchsee als auch den Wolfsteich – ganz anders als in diesem Jahr – 2021 an ihre Aufnahmegrenzen stoßen oder sogar überlaufen. „Dadurch befürchteten wir einen hohen Nährstoffeintrag“, machte Gewässerwart Stephan Stengele in der Hauptversammlung des Vereins eine der möglichen Folgen deutlich.

„In zwei Metern Tiefe ist der See faktisch tot.“
Stephan Stengele, Gewässerwart

Diese Befürchtung sollte sich bewahrheiten, wie sich in diesem Jahr herausstellte. „Die Blaualgenblüte ist zumindest am Wolfsteich förmlich explodiert“, stellt er fest. Gute Arbeit leiste aber die Aquamotec-Anlage. Die Wasserqualität und Sauerstoffversorgung weisen in diesem Weiher gute Werte auf, bestätigten die Messungen des Landesfischereiverbandes.

Werte mit Sorgen-Potenzial

Anders sieht es im Mönchsee aus. Er ist diesbezüglich das Sorgenkind des Angelvereins Mönchweiler. Im Vergleich zum Wolfsteich hat er die deutlich schlechteren Werte. An der Oberfläche und in einem Meter Tiefe seien die Werte mit 9,8 beziehungsweise 8,7 Milligramm Sauerstoff je Liter noch gut. In zwei Metern Tiefe sei er aber „faktisch tot“. Abhilfe könne auch hier nur ein Umwälzen des Wassers schaffen.

Alle packen kräftig mit an

An beiden Weihern galt es für den Angelverein im vergangenen Jahr mit schwerem Gerät Sanierungsarbeiten zu verrichten. Auch die Vereinsjugend packte unter Leitung von Jugendwart Kai Weber kräftig mit an.

Am Seerosenbecken neben dem Wolfsteich sind gut die neuen Stahlgittermatten um den sogenannten Mönch herum zu sehen. Sie sollen den ...
Am Seerosenbecken neben dem Wolfsteich sind gut die neuen Stahlgittermatten um den sogenannten Mönch herum zu sehen. Sie sollen den Ablauf davor schützen, mit Biberholz zu verstopfen. | Bild: Cornelia Putschbach

Am Wolfsteich mussten die alten Mönche – also die regulierbaren Ablaufbauwerke eines Teiches – des Sandfangbeckens und des Seerosenteichs ersetzt und mit Gitterstabmatten gegen Verstopfung durch den Biber geschützt werden. Auch wurden am Wolfsteich die Dämme parallel zum Wasser aufgegraben, ebenfalls mit unterirdisch eingebrachten Gitterstabmatten verstärkt und mit Steinschüttung gegen Untergrabung geschützt., um einen Dammdurchbruch durch den Biber zu verhindern. Für die Arbeiten musste der Wasserstand des Weihers abgesenkt werden.

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Am Mönchsee war im vergangenen Jahr eine alte Drainage verstopft. Die Zufahrt zum Weiher war deshalb in diesem nassen Jahr nicht mehr möglich. Ein 55 Meter langes Drainagenstück wurde mit Bagger und vielen helfenden Händen neu verlegt. Insgesamt leisteten die Mitglieder des Angelvereins Mönchweiler rund 350 Arbeitsstunden, zählt Arbeitsleiter Tim Wolf.

Doch genau so, wie die Natur Sorgen bereitet, kann sie auch Freude machen. Mehrere Male habe man am Mönchsee Karpfenbrut nachweisen können, berichtet der Gewässerwart. Bäume, die der Biber umgeworfen hat und deren Kronen im Uferbereich bewusst liegen blieben, bieten natürliche Bedingungen für die Vermehrung und Laichablage der Raub- und Weißfische im Weiher.

Große Dankbarkeit für die Zuschüsse

Dankbar ist der Angelverein Mönchweiler für die finanziellen Zuschüsse, die er durch die Gemeinde und auf Vermittlung der Gemeinde Mönchweiler erhalten hat. „Das Regierungspräsidium Freiburg als zuständige Naturschutzbehörde übernimmt nur die Materialkosten, nicht aber den Arbeitslohn der Unternehmen“, erläutert Vorsitzender Ingo Uetzfeld. Ohne die Zuschüsse der Gemeinde und aus einem Vereinsförderprogramm „wären die hohen Kosten der Bibermaßnahmen für den Angelverein nicht stemmbar gewesen“, macht er deutlich.

Seit zehn Jahren kann der Angelverein Mönchweiler auf die tatkräftige Unterstützung von Stephan Stengele (von links) und Jörg Kammerer ...
Seit zehn Jahren kann der Angelverein Mönchweiler auf die tatkräftige Unterstützung von Stephan Stengele (von links) und Jörg Kammerer bauen. Uwe Stifel, ebenfalls seit zehn Jahren Mitglied, fehlt auf dem Bild. | Bild: Ingo Uetzfeld

In jeder Versammlung ein erfreulicher Moment ist die Ehrung treuer Vereinsmitglieder. Seit 50 Jahren ist Ehrenmitglied Siegfried Sauter aktives Mitglied im Angelverein Mönchweiler. Seit zehn Jahren sind dies Jörg Kammerer, Stephan Stengele und Uwe Stifel. Ihnen konnte der Vorsitzende jeweils eine Urkunde sowie ein Präsent überreichen.

Siegfried Sauter ist seit 50 Jahren aktives Mitglied des Angelvereins Mönchweiler.
Siegfried Sauter ist seit 50 Jahren aktives Mitglied des Angelvereins Mönchweiler. | Bild: Ingo Uetzfeld

Bei den in der Versammlung erforderlichen Wahlen sprachen sich die Vereinsmitglieder für Kontinuität aus. Vorsitzender Ingo Uetzfeld wurde ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie Schriftführer Jan Fischer, erster Gewässerwart Stephan Stengele und Erster Beisitzer Patrick Boog.