Glaube bedeutet Vertrauen und damit auch das Zutrauen darauf, dass irgendwann wieder bessere Tage kommen werden – Viel passender hätte das Thema des Gottesdienstes in der evangelischen Kirchengemeinde Mönchweiler/Obereschach am Sonntag nicht sein können, denn im Anschluss an den Gottesdienst befasste sich die Gemeindeversammlung rückblickend mit einem „Jahr mit großen Einschnitten und großen Veränderungen“, so Pfarrer und Vakanzvertreter Peter Krech.

Die Gemeindeversammlung

Einmal jährlich haben die Gemeindeglieder einer evangelischen Kirchengemeinde die Möglichkeit, sich in einer Gemeindeversammlung über Vorgänge und Entscheidungen zu informieren und diese zu erörtern. Nur rund 20 von insgesamt etwa 1 300 Gemeindegliedern aus Mönchweiler und Obereschach nutzten dieses Mal allerdings am Sonntag in Mönchweiler diese Möglichkeit. Zum Vorsitzenden der Versammlung wurde für die kommenden drei Jahre Harald Apelt gewählt. Seine Wahl wurde mit ausdrücklichem Beifall der Anwesenden bedacht. Ein Stellvertreter konnte mangels Kandidaten nicht gewählt werden.

Harald Apelt ist für die kommenden drei Jahre zum Vorsitzenden der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde von Mönchweiler und Obereschach gewählt.
Harald Apelt ist für die kommenden drei Jahre zum Vorsitzenden der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde von Mönchweiler und Obereschach gewählt. | Bild: Cornelia Putschbach

Vakanzvertreter

Den Bericht des Kirchengemeinderates trug Pfarrer Peter Krech vor. Er ist in Mönchweiler als Vakanzvertreter eingesetzt, nachdem vor einem Jahr Pfarrerin Iris Roland aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Den Abschiedsgottesdienst gestaltete im Februar Dekan Rüter-Ebel.

Neuer Kirchengemeinderat

Eine der ersten Aufgaben des Vakanzvertreters war es, nach der Kirchenwahl die ausscheidenden Kirchengemeinderäte zu verabschieden und die sechs neu gewählten in ihr Amt einzuführen. Gewählt wurden Peter Aberle, Elke Noe-Theise, Petra Gaul, Inge Schlenker aus Mönchweiler sowie Sandra Schlüter und Brigitte Hall aus Obereschach. In einer gemeinsamen Sitzung des bisherigen und des neuen Gremiums erfolgte die Stabübergabe. Dies sei, so Peter Krech, umso wichtiger gewesen, als alle sechs neuen Kirchengemeinderäte erstmals in dieses Amt gewählt wurden.

Ausschreibung der Pfarrstelle

„Natürlich machten wir uns noch in unserer ersten Sitzung daran, die Ausschreibung der Pfarrstelle zu formulieren und auf den Weg zu bringen“, sagte Peter Krech am Sonntag. Die Ausschreibung sei auch in der badischen Landeskirche erfolgt. Allerdings, so musste er ebenfalls kundtun, habe sich auf diese Ausschreibung niemand gemeldet, der Pfarrer der Kirchengemeinde von Mönchweiler und Obereschach werden wollte.

Das weitere Verfahren

Im Sommer stellte sich dem Kirchengemeinderat dann die Frage, ob eine zweite Ausschreibung erfolgen sollte oder ob man das Verfahren in die Hände des Oberkirchenrats legen wollte. „Weder der eine Weg noch der andere ist dabei eine Garantie dafür, dass sich bald in Sachen Neubesetzung der Pfarrstelle etwas tut“, weiß Peter Krech. Ein weiterer Gesichtspunkt habe den Kirchengemeinderat dann allerdings dazu veranlasst, weder das eine noch das andere zu tun, berichtete er. Aufgrund von Corona habe die regelmäßig bei einem Wechsel des Pfarrers anstehende Sanierung des Pfarramts noch nicht beginnen können. Deshalb habe man zunächst auf eine zweite Ausschreibung verzichtet. Mit der Kirchenleitung könne jetzt flexibler geklärt werden, wann das Pfarrhaus bezugsbereit ist.

Sanierung des Pfarrhauses

Das Pfarrhaus war saniert worden, bevor Pfarrerin Iris Roland 2011 dort einzog. Auf die Frage, warum jetzt wieder eine Sanierung stattfinden müsse, erläuterte Peter Krech, die damalige Sanierung sei insbesondere eine energetische gewesen. Jetzt seien neben normalen Renovierungsarbeiten in Absprache mit Architekten der Landeskirche das Bad, die Heizkörper oder zum Beispiel auch die vielen verschiedenen Türen Punkte, die angegangen würden.

Verkauf des Kindergartengebäudes

Das Gebäude des früheren Kindergartens wurde im vergangenen Jahr an die politische Gemeinde Mönchweiler verkauft. Die Entscheidung des Verkaufs wurde durch den vorgehenden Kirchengemeinderat vorbereitet, der auch schon ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Der Verkauf sei durch die Landeskirche unterstützt und begleitet worden, berichtete Peter Krech. Freude herrsche bei der Kirchengemeinde, dass auch künftig „in den neuen Eigentümerverhältnissen soziale und pädagogische Arbeit mitten im Ort stattfinden soll“. In dem Gebäude öffnet zum 1. November eine Kindertagespflege. Insgesamt sei der Verkauf eine „Win-Win-Situation“, sagte Peter Krech, denn wirtschaftlich fahre die Kirchengemeinde langfristig so besser. Es fallen zwar Mieteinnahmen weg, aber auch Rücklagenbildung, Reparaturen und Gebäudeunterhaltung bedürfen keiner finanziellen Mittel mehr. Erhalten bleibt die Mietwohnung für den Hausmeister der Kirchengemeinde. Jürgen Lehmann leiste für die Kirchengemeinde in ganz vielfältigen Bereichen seit fast 40 Jahren eine tolle Arbeit, betonte Peter Krech. Die Versammlung stimmte dieser Aussage mit Beifall zu.

Gottesdienste und Gemeindeleben

Auch während der Zeit der aufgrund Corona geschlossenen Kirchen habe man unter anderem durch wöchentliche Andachten in den Schaukästen versucht, Gedanken und Impulse zu den Menschen zu bringen, berichtete Peter Krech. Seit Sommer seien Lockerungen möglich geworden. Vor Kurzem habe die Konfirmation feiern können. Jetzt allerdings seien wieder Verschärfungen notwendig geworden. So dürfe im Gottesdienst beispielsweise nicht mehr gesungen werden.

Weihnachten

Die Feier des Heiligen Abends beschäftigt den Kirchengemeinderat bereits jetzt. Ein Krippenspiel werde es nicht geben. 40 Leute, die man unter Einhaltung des Abstandsgebots in die Kirche bekomme, seien für den Familiengottesdienst aber auf jeden Fall zu wenig. In Absprache mit der politischen Gemeinde überlegt man, ob ein Gottesdienst im Freien im Bereich des Gemeindezentrums Arche denkbar sei. Dieser werde kürzer als sonst sein und wohl für etwa 100 Menschen stattfinden können. Dafür brauche es dann viele Helfer, so Peter Krech. Auf jeden Fall soll der Gottesdienst um 21 Uhr in der Kirche stattfinden. Es werde aber Vieles bis zum Schluss offen bleiben müssen, machte Peter Krech abschließend deutlich.

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